Eric Dane stirbt mit 53: Was ist ALS für eine Krankheit?

Eric Dane starb im Alter von 53 Jahren an der Krankheit.
MLM IMAGES Los Angeles / shutterstock.comWie die Familie des Schauspielers dem People Magazine mitteilte, starb Dane am Donnerstag nach einem „mutigen Kampf“ gegen ALS. Die Erkrankung gilt als selten, verläuft jedoch schwerwiegend und fortschreitend.
Was bedeutet ALS?
ALS steht für Amyotrophe Lateralsklerose. Nach Angaben der Hirnstiftung handelt es sich um eine schwere Erkrankung des Nervensystems. Betroffen sind Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, die für die Steuerung der Muskeln zuständig sind.
Sterben diese Nervenzellen nach und nach ab, können Betroffene ihre Muskeln nicht mehr richtig ansteuern. Die Folge sind zunehmende Muskelschwäche, Lähmungen sowie Probleme beim Sprechen, Schlucken und Atmen.
Erste Symptome oft unscheinbar
Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung beginnt ALS häufig mit eher leichten Beschwerden in einer einzelnen Muskelregion, etwa in einer Hand oder einem Fuß.
Typische frühe Anzeichen sind demnach:
Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen beginnt die Krankheit laut Hirnstiftung mit einer Sprechstörung. Die Sprache kann verwaschen oder undeutlich wirken, hinzu kann vermehrter Speichelfluss kommen.
Wie verläuft die Krankheit?
Der Verlauf ist nach Angaben der Hirnstiftung individuell unterschiedlich. Anfangs sind meist nur einzelne Muskelgruppen betroffen. Im weiteren Verlauf breiten sich die Symptome jedoch auf andere Körperregionen aus.
In fortgeschrittenen Stadien können auftreten:
In der Endphase ist häufig die Atemmuskulatur stark geschwächt. Ohne unterstützende Maßnahmen verschlechtert sich die Atmung zunehmend.
Ursachen oft unklar
Die genauen Ursachen von ALS sind nach Angaben der Hirnstiftung noch nicht vollständig geklärt. Unterschieden wird zwischen einer erblichen Form und einer sogenannten sporadischen Form.
Etwa einer von zehn Betroffenen erkrankt demnach aufgrund genetischer Veränderungen, die vererbt wurden. In den meisten Fällen liegt jedoch keine familiäre Vorbelastung vor. Hier spielen möglicherweise spontane Genveränderungen oder Störungen in zellulären Prozessen eine Rolle.
Als gesicherte Auslöser gelten diese Faktoren allerdings nicht.
Ist ALS heilbar?
Eine Heilung gibt es bislang nicht. Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung kann das Medikament Riluzol das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Studien zeigen demnach, dass Betroffene im Durchschnitt einige Monate länger leben können und Muskelfunktionen etwas länger erhalten bleiben.
Zudem kommen begleitende Therapien wie Physio-, Ergo- und Logopädie zum Einsatz. Auch eine nicht-invasive oder invasive Beatmung kann die Atmung unterstützen.
Lebenserwartung und Lebensqualität
Die Lebenserwartung variiert stark. Entscheidend sind unter anderem die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs und die medizinische Versorgung. Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung schlafen über 80 Prozent der Betroffenen am Lebensende friedlich ein.
Auch wenn ALS nicht heilbar ist, kann die Lebensqualität durch medizinische Behandlung und unterstützende Maßnahmen über längere Zeit stabil gehalten werden.
Der Tod von Eric Dane macht deutlich, wie schwerwiegend die Erkrankung ist – und wie wichtig Forschung und Aufklärung bleiben.
