Ferienbeginn in Baden-Württemberg: Sperrung vor dem Brenner könnte massive Staus verursachen

Die Brennerautobahn wird in den Sommerferien immer zum Nadelöhr.
IMAGO/Ulrich WagnerZum Beginn der Sommerferien zieht es viele Reisende aus Baden-Württemberg nach Österreich und Italien. Ausgerechnet am ersten Ferienwochenende wird eine wichtige Zufahrtsroute in Tirol zeitweise gesperrt. Betroffen ist nicht die Brennerautobahn selbst, sondern die Fernpassstraße. Dennoch drohen lange Staus und überlastete Ausweichstrecken.
In Baden-Württemberg beginnen am Donnerstag, 30. Juli 2026, die Sommerferien. Sie dauern bis einschließlich 12. September. Schon am ersten Wochenende dürfte der Reiseverkehr in Richtung Alpen, Südtirol und Gardasee deutlich zunehmen.
Besonders problematisch könnte es am Samstag, 1. August, auf der Route über Füssen, Reutte und den Fernpass werden. Die österreichischen Behörden sperren die B 179 Fernpassstraße von 9.45 bis 12 Uhr für den gesamten Verkehr. Ein Passieren in Richtung Süden oder Norden ist während dieser Zeit nicht möglich.
Fernpass an zwei Stellen gesperrt
Die Sperren befinden sich in den Bereichen Reutte/Katzenberg und Nassereith/Rastland. Grund sind zwei angemeldete Versammlungen von Bürgerinitiativen in den Bezirken Reutte und Imst. Die Behörden rechnen wegen des Ferienbeginns in Baden-Württemberg und des hohen Reiseverkehrs mit erheblichen Auswirkungen.
Das Land Tirol empfiehlt deshalb, die Fernpassroute am 1. August möglichst den gesamten Tag zu meiden. Nicht nur während der eigentlichen Sperrzeit, sondern auch davor und danach kann sich der Verkehr stauen. Die B 179 ist eine der wichtigsten Routen für Urlauber, die aus Süddeutschland über den Fernpass nach Tirol und anschließend weiter in Richtung Innsbruck, Brenner und Italien fahren.
Die Straße bleibt zwischen den beiden Sperrstellen teilweise befahrbar. Für den überregionalen Durchgangsverkehr hilft das allerdings kaum: Eine durchgehende Fahrt über den Fernpass ist zwischen 9.45 und 12 Uhr nicht möglich.
Auch das Hahntennjoch wird geschlossen
Eine kleinräumige Umfahrung über das Hahntennjoch scheidet ebenfalls aus. Die L 246 Hahntennjochstraße wird am 1. August im selben Zeitraum für den gesamten Verkehr gesperrt. Ausgenommen sind lediglich Anwohner, die unmittelbar entlang der Straße wohnen.
Mit der Sperrung wollen die Behörden verhindern, dass sich der Ausweichverkehr auf der engen und kurvenreichen Passstraße staut und die umliegenden Orte belastet. Das Hahntennjoch ist wegen seiner Steigungen und begrenzten Kapazität ohnehin keine geeignete Ausweichroute für starken Ferienverkehr.
Hinzu kommen Fahrverbote auf mehreren Nebenstraßen. Sie gelten am Samstag von 7 bis 19 Uhr unter anderem für die Ortsdurchfahrt Nassereith sowie Abschnitte bei Pflach, Pinswang und Heiterwang. Betroffen sind durchreisende Kraftfahrzeuge, also auch Pkw und Motorräder. Orts-, Ziel- und Anwohnerverkehr bleibt zulässig. Die Polizei will bereits im Grenzraum bei Vils und Füssen über die Sperrungen informieren und den Verkehr kontrollieren.
Brennerautobahn bleibt geöffnet
Die Brennerautobahn A13 selbst wird am 1. August nach aktuellem Stand nicht gesperrt. An der Luegbrücke ist für diesen Tag in beiden Fahrtrichtungen eine zweispurige Verkehrsführung mit einem zusätzlichen Lkw-Fahrverbot vorgesehen. Der Fahrkalender kann jedoch kurzfristig geändert werden.
Wegen des schlechten Zustands der bestehenden Luegbrücke gilt grundsätzlich eine einspurige Verkehrsführung. An besonders verkehrsreichen Tagen richtet die Autobahngesellschaft Asfinag vorübergehend zwei Fahrstreifen ein. Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen müssen dabei die linke Spur nutzen, damit die Belastung möglichst in der Mitte der Brücke liegt. Pkw können beide Fahrstreifen befahren.
Freie Fahrt ist damit aber nicht garantiert. Durch die Baustelle, das reduzierte Tempo und den starken Urlauberverkehr kann es auch bei zweispuriger Verkehrsführung zu Verzögerungen kommen. Treffen Fahrzeuge, die wegen der Fernpasssperrung später weiterfahren können, gebündelt im Raum Innsbruck und auf der A13 ein, sind zusätzliche Staus möglich.
Reisende sollten großräumig planen
Wer am ersten Ferienwochenende von Baden-Württemberg nach Tirol oder Italien fährt, sollte die Fernpassroute am Samstag nicht als verlässliche Verbindung einplanen. Auch Navigationsvorschläge über kleinere Tiroler Straßen sind wegen der örtlichen Fahrverbote nicht unbedingt nutzbar.
Als großräumige Alternative kommt je nach Ausgangsort die Autobahnroute über München, Kufstein und Innsbruck infrage. Allerdings ist auch dort zum Ferienauftakt mit viel Verkehr zu rechnen. Wer zeitlich flexibel ist, sollte möglichst nicht am Samstagvormittag fahren oder den Reisebeginn auf einen anderen Tag verschieben.
