Feuerinferno in Griechenland
: Urlaubsinsel Paros wird zum Flammenmeer

Die Feuerwehr ist am Anschlag und fordert Hilfe vom Festland an: Wegen der vorrückenden Flammenfront flüchten Bewohner einer Ägäis-Insel an die Strände. Und die Wetterprognose verheißt nichts Gutes.
Von
Markus Brauer
Paros
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Feuerwehrleute löschen die Flammen während eines Waldbrandes in Asprochori, Oropos, Attika.

Feuerwehrleute löschen die Flammen während eines Waldbrandes in Asprochori, Oropos, Attika.

Giorgos Arapekos/ZUMA Press Wire/dpa
  • Auf Paros kämpfen Einsatzkräfte gegen einen außer Kontrolle geratenen Waldbrand.
  • Mehrere Orte wurden evakuiert, Bewohner flohen auf Anweisung an die Strände.
  • Auslöser war ein Feuer auf einer Mülldeponie, starker Wind trieb die Flammen südwärts.
  • Zwei Löschflugzeuge und fünf Helikopter unterstützen, weitere Hilfe kam von Nachbarinseln.
  • Die Lage besserte sich bis Mittwochmorgen, doch einzelne Brandherde und Wind bleiben Risiko.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf der bei Urlaubern beliebten griechischen Ägäis-Insel Paros kämpfen Feuerwehrleute seit Stunden gegen einen außer Kontrolle geratenen Waldbrand. Mehrere Ortschaften wurden wegen der vorrückenden Flammenfront evakuiert, Bewohner sollten laut Medienberichten auf Geheiß der Rettungskräfte an die Strände flüchten. Über mögliche Verletzte oder niedergebrannte Häuser wurde zunächst nichts bekannt.

Brand auf einer Mülldeponie als Auslöser

Das Feuer sei in der Nacht auf einer Mülldeponie im westlichen Teil der Insel ausgebrochen und habe sich dann durch den starken Wind in Richtung Süden ausgebreitet, sagte der stellvertretende Sprecher der Feuerwehr, Yannis Artopio. Seinen Angaben zufolge waren zwei Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber in Einsatz, um die Flammen zu löschen.

Die Nacht sei „schwierig“ gewesen. Bis Mittwochmorgen (29. Juli) habe sich die Lage allerdings verbessert, teilte der für Paros und die Nachbarinsel Antiparos zuständige Behördenvertreter Vazeos Petropoulos mit. „Heute ist das Feuer nicht mehr so heftig, auch wenn es noch vereinzelte Brandherde gibt.“ Er warnte: „Wir müssen wachsam bleiben.“

Feuerwehrleute löschen einen Flächenbrand bei Athen, Griechenland.

Feuerwehrleute löschen einen Flächenbrand bei Athen, Griechenland.

Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Löschflugzeuge und Helikopter im Einsatz

Die Feuerwehr ist seit Dienstag (28. Juli) mit Dutzenden Kräften im Dauereinsatz und forderte Unterstützung von umliegenden Inseln wie Naxos und Syros sowie vom Festland an. Insbesondere die Ortschaft Agkairia sei von den Flammen bedroht, berichten die Zeitungen „Proto Thema“ und „Kathimerini“. Die Flüge mit Löschflugzeugen und Helikoptern seien über Nacht unterbrochen und bei Tagesanbruch wieder aufgenommen worden.

Begünstigt wurde die Feuersbrunst von der brütenden Sommerhitze und ausgetrockneten Vegetation. Kräftiger Wind, der Meteorologen zufolge heute noch stärker werden dürfte, erschwert die Löscharbeiten zusätzlich.

Paros zählt zur Inselgruppe der Kykladen im Südosten der Ägäis und ist eine der beliebtesten Urlaubsinseln Griechenlands. Das Land ist im Sommer regelmäßig von Waldbränden betroffen, die durch anhaltende Dürre, hohe Temperaturen und starken Wind begünstigt werden.

Frühere Feuerkatastrophen waren eine Lehre

Bisher war Griechenland in diesem Jahr weitgehend von Hitzewellen verschont geblieben. In den vergangenen Jahren gab es solche Wellen dagegen und sie hielten teils wochenlang an. Dürre und starke Winde schafften dann perfekte Bedingungen für schlimme Waldbrände.

Die griechische Feuerwehr hat Lehren aus den Brandkatastrophen früherer Jahre gezogen und rückt den Flammenherden gleich mit großem Gerät zu Leibe.

Die griechische Feuerwehr hat Lehren aus den Brandkatastrophen früherer Jahre gezogen und rückt den Flammenherden gleich mit großem Gerät zu Leibe.

iorgos Arapekos/ZUMA Press Wire/dpa

Aus den verheerenden Bränden der vergangenen Jahre haben die Griechen Lehren gezogen. Neben 85 staatlichen Löschflugzeugen zählt die Feuerwehr nunmehr 18.000 Berufs- und Saisonkräfte.

Wichtig ist auch der Einsatz moderner Technologie: Mittlerweile helfen mehr als 100 Drohnenbasen in besonders gefährdeten Regionen dabei, Brände möglichst frühzeitig zu erkennen. Zudem wurden vier speziell für Brandbekämpfung entwickelte Satelliten ins All gebracht, die vor allem trockene Regionen beobachten.

Hohe Waldbrandgefahr im ganzen Land

Derzeit herrscht in mehreren Landesteilen hohe Waldbrandgefahr. So sei die Feuerwehr am Dienstag auch zu Feuerherden in der nordöstlichen Region Evros ausgerückt, berichtete die Zeitung „Kathimerini“. Auf Kreta und den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara sei inzwischen Warnstufe vier von fünf ausgerufen worden. In der Hauptstadtregion Athen und im nordöstlichen Teil der Halbinsel Peloponnes gilt demnach Warnstufe drei.

Von der in anderen europäischen Ländern relativ früh in diesem Sommer herrschenden extremen Hitze war Griechenland zunächst weitestgehend verschont geblieben. Erst in der vergangenen Woche wurde das Land von einer dreitägigen Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius heimgesucht. (mit AFP-/dpa-Agenturmaterial)