Feuerwehren im Dauereinsatz: Wo die Unwetter in Deutschland gewütet haben

Heftige Unwetter haben im Südwesten Straßen überflutet, Keller volllaufen und - wie hier im Landkreis Karlsruhe die Saalbach - Flüsse extrem ansteigen lassen. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sind im Dauereinsatz.
Imago/Einsatzreporter24Heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel haben Einsatzkräften in verschiedenen Teilen Deutschlands am Abend und in der Nacht viel abverlangt. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Der Überblick:
Baden-Württemberg

In der sogenannten Siemens-Unterführung steht ein Pkw in einer Unterführung nach einem schweren Gewitter bis zur Motorhaube im Wasser.
Foto: dpa/René Priebe

Hochwasser überflutet im Landkreis Karlsruhe eine Straße, während Fahrzeuge im hohen Wasser stehen.
Foto: pr-video/René Priebe/dpa
Rheinland-Pfalz
Auch in anderen Bundesländern meldeten die Einsatzkräfte vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Von Schwerverletzten oder gar Toten war zunächst nichts bekannt. Den Unwettern vorausgegangen war eine Hitzewelle, die mit bis zu 36,5 Grad am Dienstag im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler ihren Höhepunkt erreichte. Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes war es der bisher heißeste Tag des Jahres.
Bayern
In Bayern kollidierte ein Eurocity nahe Bad Endorf mit einem in den Gleisbereich gestürzten Baum und blieb liegen. In dem Zug saßen rund 260 Menschen, die mit Kleinbussen nach Prien gebracht wurden, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Laut Bundespolizei gab es keine Verletzten. Die Oberleitung sei beschädigt und müsse repariert werden, teilte die Bahn mit. Mit einer Freigabe des gesperrten Streckenabschnitts zwischen Bad Endorf und Prien nahe dem Chiemsee sei in den Morgenstunden zu rechnen. Fernverkehrszüge wendeten oder beendeten ihre Fahrt vorzeitig.

Feuerwehrleute stehen an einem Einsatzort zwischen Bad Endorf und Prien nahe dem Chiemsee, wo ein Eurocity mit einem in den Gleisbereich gestürzten Baum kollidiert und liegengeblieben ist.
Foto: dpa/Uwe LeinBei einem Unfall wegen Starkregens haben sich auf der Autobahn 9 im oberbayerischen Landkreis Eichstätt zwei Autos überschlagen. Nach aktuellem Kenntnisstand hatte am Dienstagabend ein Autofahrer in Fahrtrichtung München auf der Höhe von Denkendorf wetterbedingt die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, wie die Polizei mitteilte.
Niedersachsen

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind an einem Zug im Einsatz. Im Landkreis Ammerland ist ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt und hat den Zugverkehr am Bahnhof Augustfehn in Apen zum Erliegen gebracht.
Foto: Nord-West-Media TV/Nord-West-Media TV/dpaAuch im niedersächsischen Landkreis Ammerland kam es zu Behinderungen im Bahnverkehr: Aufgrund des Unwetters stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, woraufhin der Zugverkehr am Bahnhof Augustfehn in Apen am späten Dienstagabend laut Feuerwehr komplett zum Erliegen kam. Ein Personenzug, der sich auf der Strecke befand, wurde gestoppt.

Ein Auto fährt durch eine unter Wasser stehende Straße. Starkregen hat für Überflutungen in Aurich gesorgt.
Foto: dpa/Lars PenningIn Ostfriesland führten heftige Regenfälle zu Hunderten Feuerwehreinsätzen. Betroffen war vor allem die Stadt Aurich, wie ein Sprecher der Einsatzzentrale in Wittmund sagte. Aus einem Pflegeheim mussten rund 25 Bewohner abends in eine Sporthalle gebracht werden. In dem Heim hatten sich Deckenplatten gelöst. In einem Auricher Krankenhaus arbeiteten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk daran, eine Evakuierung zu verhindern.
Nordrhein-Westfalen
Auch in Nordrhein-Westfalen hatten die Unwetter Folgen. „Alle verfügbaren Einsatzkräfte sind im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Duisburger Feuerwehr am Dienstagabend. Fast das ganze Stadtgebiet sei betroffen. Ganz klarer Schwerpunkt der Einsätze seien Probleme mit Wasser – Überflutungen in Kellern und Unterführungen. Die Polizei berichtete zudem von mehreren überfluteten Stellen auf der Autobahn 59 und Autobahn 42 in der Nähe von Duisburg und warnte vor Aquaplaning.
So geht es mit dem Wetter im Südwesten weiter
Es bleibt heiß
Auch in den kommenden Tagen kann die Temperatur in Baden-Württemberg um die 30 Grad erreichen, hieß es. Dann gilt wieder: viel trinken, im Schatten bleiben, nachts lüften, leichte Kleidung tragen, mit Sonnencreme einschmieren und auf Mitmenschen achten. Generell rät das Stuttgarter Gesundheitsministerium, sich während der Mittagshitze möglichst in Innenräumen oder im Schatten aufzuhalten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Erst zum Wochenende sollen die Temperaturen deutlich unter die 30-Grad-Marke fallen. Dann soll es erst mal ein wenig kühler werden – mit Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad.