„Friends“-Star Matthew Perry: „Wenn ich dick bin, war es Alkohol. Wenn ich dünn bin, Pillen“
Zehn Jahre lang brachte Matthew Perry die Welt zum Lachen. War Chandler in der Hit-Sitcom „Friends“ der sarkastische Bürohengst, der sich mit Frauen schwer tut und dann – Happy End – die hübsche, neurotische Monica (Courteney Cox) abbekommt, die doch eigentlich in einer ganz anderen Liga spielt. Der mit seinem „Could you BE any more...“ die US-amerikanische Sprachmelodie prägte. Was keiner wusste, der sich über Chandler Bings beißende “Punchlines“ amüsierte: Matthew Perry litt in dieser Zeit oft wie ein Hund.
Jetzt hat Perry seine Memoiren geschrieben. „Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ erscheint am 1. November und handelt von seiner jahrelangen Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und Medikamenten. Dass er lange Zeit suchtkrank war, hat der heute 53-jährige Schauspieler bereits vor einigen Jahren öffentlich gemacht. Als die sechs Hauptdarsteller (Perry, Cox, Jennifer Aniston, Lisa Kudrow, David Schwimmer und Matt LeBlanc) 2021 für die vielgehypte Reunion-Sendung vor der Kamera zusammen kamen, waren viele Fans geschockt über den gesundheitlichen Zustand des Schauspielers. Perry sprach langsam und undeutlich, wirkte niedergeschlagen und bedrückt. Aus seinem Umfeld hieß es damals, Perry habe sich kurzfristig einer Zahnoperation unterziehen müssen und habe deshalb undeutlich gesprochen.
In einem Interview mit der „New York Times“ bekannte er jetzt, dass er erst seit 18 Monaten trocken sei, nicht mehr trinke und keine Drogen mehr nehme. „Ich habe wahrscheinlich neun Millionen Dollar oder so ausgegeben, um nüchtern zu werden“, bekannte der Schauspieler in dem Gespräch.
Er habe bereits mit 14 angefangen zu trinken, sagt Perry, irgendwann folgten Schmerz- und Beruhigungsmittel. Methadon, Xanax, Wodka seien zu seinen täglichen Begleitern geworden. „Ich tat es nicht, um mich high zu fühlen oder um mich gut zu fühlen. Ich war sicher kein Partygänger. Ich wollte einfach nur auf meiner Couch sitzen, fünf Vicodin nehmen und einen Film schauen.“ Es sei ein Wunder, dass er nicht tot sei, schreibt Perry in seinem Buch.
An der Serie, die von 1994 bis 2004 lief, könne er im Rückblick ablesen, welche Sucht er in welcher Staffel gehabt habe: „Wenn ich dick bin, war es Alkohol. Wenn ich dünn bin, Pillen. Wenn ich diesen Goatee-Bart habe: Ganz viele Pillen.“ Chandler-Humor, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt.
Sein Herz stand fünf Minuten still
15 Entzugsversuche habe er gemacht, sagte Perry in einem Gespräch mit Amerikas Interview-Queen Diane Sawyer, das in Gänze am 28. Oktober ausgestrahlt werden soll. Er habe sich „komplett alleine“ gefühlt. Dabei hätten auch seine Cast-Kollegen von „Friends“ versucht, ihm zu helfen. Jennifer Aniston sei zu ihm gekommen und habe ihn mit seinem Problem konfrontiert: „Wir wissen, dass du trinkst.“ Sie sei diejenige gewesen, die sich am meisten um ihn bemüht habe. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar.“ In seinem Buch schreibt Perry: „Sucht, diese große, fürchterliche Sache, ist viel zu mächtig, als dass man sie allein bekämpfen könnte. Aber zusammen können wir sie niederstrecken.“
„Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ von Matthew Perry
Memoiren
„Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ erscheint am 1. November. Das Vorwort hat Lisa Kudrow geschrieben, Perrys Kollegin aus der Sitcom „Friends“.











