„Friends“-Star Matthew Perry
: „Wenn ich dick bin, war es Alkohol. Wenn ich dünn bin, Pillen“

Als Chandler begeisterte Matthew Perry in „Friends“ ein Millionenpublikum. Wie es in ihm aussah, wusste keiner. Jetzt hat der Schauspieler ein Buch geschrieben – und sagt, es sei ein Wunder, dass er noch lebe.
Von
Theresa Schäfer
Stuttgart
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  • Von 1994 bis 2004 spielte Matthew Perry (hier zusammen mit Courteney Cox) Chandler in der Hit-Sitcom „Friends“.

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  • Die „Friends“ (Matthew Perry, Courteney Cox, Jennifer Aniston, David Schwimmer, Lisa Kudrow und Matt LeBlanc) waren auch im echten Leben gute Kumpels.

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  • Perry spielte in der Serie den sarkastischen Chandler, der sich mit Frauen schwer tut ...

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  • ... und schließlich die sympathisch neurotische Monica heiratet.

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  • „Friends“ brach alle Rekorde – die Hauptdarsteller wurden über Nacht zu Superstars.

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  • Was die Öffentlichkeit nicht wusste: Perry kämpfte jahrelang mit Alkohol- und Drogenproblemen.

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  • In seinem Buch enthüllte Perry, dass er eine kurze Beziehung zu Julia Roberts hatte.

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  • Als Jugendlicher war Matthew Perry ein erfolgreicher Tennisstar...

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  • ... auch später stand er noch für Charity-Events auf dem Court.

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  • Über seinen Kampf mit der Sucht hat Perry nun ein Buch geschrieben.

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  • Das Vorwort verfasste Lisa Kudrow, Perrys Freundin aus „Friends“-Zeiten.

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Zehn Jahre lang brachte Matthew Perry die Welt zum Lachen. War Chandler in der Hit-Sitcom „Friends“ der sarkastische Bürohengst, der sich mit Frauen schwer tut und dann – Happy End – die hübsche, neurotische Monica (Courteney Cox) abbekommt, die doch eigentlich in einer ganz anderen Liga spielt. Der mit seinem „Could you BE any more...“ die US-amerikanische Sprachmelodie prägte. Was keiner wusste, der sich über Chandler Bings beißende “Punchlines“ amüsierte: Matthew Perry litt in dieser Zeit oft wie ein Hund.

Jetzt hat Perry seine Memoiren geschrieben. „Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ erscheint am 1. November und handelt von seiner jahrelangen Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und Medikamenten. Dass er lange Zeit suchtkrank war, hat der heute 53-jährige Schauspieler bereits vor einigen Jahren öffentlich gemacht. Als die sechs Hauptdarsteller (Perry, Cox, Jennifer Aniston, Lisa Kudrow, David Schwimmer und Matt LeBlanc) 2021 für die vielgehypte Reunion-Sendung vor der Kamera zusammen kamen, waren viele Fans geschockt über den gesundheitlichen Zustand des Schauspielers. Perry sprach langsam und undeutlich, wirkte niedergeschlagen und bedrückt. Aus seinem Umfeld hieß es damals, Perry habe sich kurzfristig einer Zahnoperation unterziehen müssen und habe deshalb undeutlich gesprochen.

In einem Interview mit der „New York Times“ bekannte er jetzt, dass er erst seit 18 Monaten trocken sei, nicht mehr trinke und keine Drogen mehr nehme. „Ich habe wahrscheinlich neun Millionen Dollar oder so ausgegeben, um nüchtern zu werden“, bekannte der Schauspieler in dem Gespräch.

Er habe bereits mit 14 angefangen zu trinken, sagt Perry, irgendwann folgten Schmerz- und Beruhigungsmittel. Methadon, Xanax, Wodka seien zu seinen täglichen Begleitern geworden. „Ich tat es nicht, um mich high zu fühlen oder um mich gut zu fühlen. Ich war sicher kein Partygänger. Ich wollte einfach nur auf meiner Couch sitzen, fünf Vicodin nehmen und einen Film schauen.“ Es sei ein Wunder, dass er nicht tot sei, schreibt Perry in seinem Buch.

An der Serie, die von 1994 bis 2004 lief, könne er im Rückblick ablesen, welche Sucht er in welcher Staffel gehabt habe: „Wenn ich dick bin, war es Alkohol. Wenn ich dünn bin, Pillen. Wenn ich diesen Goatee-Bart habe: Ganz viele Pillen.“ Chandler-Humor, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

Sein Herz stand fünf Minuten still

15 Entzugsversuche habe er gemacht, sagte Perry in einem Gespräch mit Amerikas Interview-Queen Diane Sawyer, das in Gänze am 28. Oktober ausgestrahlt werden soll. Er habe sich „komplett alleine“ gefühlt. Dabei hätten auch seine Cast-Kollegen von „Friends“ versucht, ihm zu helfen. Jennifer Aniston sei zu ihm gekommen und habe ihn mit seinem Problem konfrontiert: „Wir wissen, dass du trinkst.“ Sie sei diejenige gewesen, die sich am meisten um ihn bemüht habe. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar.“ In seinem Buch schreibt Perry: „Sucht, diese große, fürchterliche Sache, ist viel zu mächtig, als dass man sie allein bekämpfen könnte. Aber zusammen können wir sie niederstrecken.“

„Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ von Matthew Perry

Memoiren
„Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ erscheint am 1. November. Das Vorwort hat Lisa Kudrow geschrieben, Perrys Kollegin aus der Sitcom „Friends“.