Fußballschuhe bei der WM: Bunte Treter sind angesagt
Stuttgart - Die Farbe Schwarz ist „out“. Und das schon sehr lange. Dieser Satz gilt zumindest für Fußballschuhe. Seit einigen Jahren haben die Kickstiefel der Fußballer alle Farben, die man sich vorstellen kann: rot, blau, lila, grün, orange, pink – um nur einige zu nennen. Ein neuer Trend, den es bei der WM in Brasilien zu beobachten gibt, sind Schuhe in grellen Neonfarben.
Vor allem der Schuhhersteller Nike setzt bei seinen neusten Modellen auf ein grelles Gelb und Rot. Adidas bietet den Spielern neben den farbigen Modellen auch ein schwarz-weißes Modell an. Auch Puma, der dritte große Sportartikelhersteller im Bunde, zieht mit.
Pink und blau steigert die Aufmerksamkeit

Mario Balotelli mit den bunten Puma-Schuhen.
Foto: EPA„Als ich zum ersten Mal die Schuhe sah, dachte ich, der Typ von Puma sei verrückt geworden“, sagte Balotelli zu den verschiedenfarbigen Kickstiefeln. Ist er nicht. Ein Sprecher einer von Puma beauftragten Agentur kennt den Grund für die farbigen Schuhe: „Dadurch steigt die Aufmerksamkeit auf die Spieler, die diese Schuhe tragen.“
Bunte Schuhe gibt es schon länger

Mit diesen Schuhen spielte Günther Netzer.
Foto: PumaDer klassische Schwarze Fußballschuh hat größtenteils ausgedient. „Bunte Fußballschuhe kommen insbesondere in der jungen Zielgruppe sehr gut an“, sagt der Sportartikelhersteller Puma. Wahrscheinlich, weil die Jugendlichen es bei ihren Vorbildern sehen. So schnell werden die bunten Treter die Fußballplätze nicht verlassen.

Mario Götze und Andres Iniesta tragen den Magista.
Foto: FR596 APZeugwart.de
Konkurrent Adidas ist gerade daran mit dem „primeknit FS“ ein ähnliches Modell auf den Markt zu bringen. Der gestrickten Fußballschuh, der bis an die Wade verlängert ist, soll ebenfalls ein Gemisch aus Socke und Schuh werden. Der andere große Schuhanbieter Puma hat diesbezüglich noch nichts konkretes angedacht.
„Der Magista passt sich dem Fuß gut an“
Markus Walther, der Präsident der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, lobt die Eigenschaften des neuen Magistas: Er passe sich „dem Fuß sehr gut an und bietet dem Spieler einen optimalen Halt. Das ist wichtig, weil im Fußball enorm hohe Kräfte auf den Fuß wirken.“
Der Forscher Walther weiß auch, was ein Schuh aus medizinischer Sicht alles können muss: „Ein Fußballschuh braucht einen guten Bodenhalt und muss unter dem Mittelfuß sehr stabil sein. Da, wo der Fuß beweglich ist, sollte auch der Schuh beweglich sein und andersherum.“
Ein teurer, funktionaler Hingucker
Trotz des Lobes hat der neue Schuh auch seine Nachteile. 280 Euro ist für einen Fußballschuh viel Geld. Außerdem haben die Schuh-Tester von Zeugwart.de festgestellt, dass sie mit anderen Schuhen einen festeren Schuss haben. Wer also mit der neuen Generation Fußballschuh beim nächsten Fußballspiel auflaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Dafür hat er aber einen aus medizinischer Sicht einwandfreien und aus optisch einen echten Hingucker am Fuß.


















