Gestrandeter Wal in Ostsee
: Ist er nun endlich frei?

Möglicherweise hat sich der Wal am Timmendorfer Strand nun aus eigener Kraft vollends befreit.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Am Freitagmorgen war der Wal nicht mehr zu sehen.

Kai Moorschlatt/dpa

Am frühen Freitagmorgen bietet sich vor der Küste von Niendorf ein verändertes Bild. Die Sandbank, auf der seit vergangenem Montag ein etwa 12 bis 15 Meter langer Buckelwal festsaß, ist nach ersten Beobachtungen verwaist. Es mehren sich die Anzeichen, dass das Tier die flachen Gewässer der Lübecker Bucht in den Nachtstunden verlassen konnte.

Intensive Rettungsbemühungen am Donnerstag

Vorausgegangen war ein großangelegter Rettungseinsatz am Donnerstag. Nachdem herkömmliche Versuche, das Tier mit Booten und Schleppern ins tiefe Wasser zu ziehen, gescheitert waren, kam schweres Gerät zum Einsatz. Ein spezialisierter Schwimmbagger grub bis in die späten Abendstunden eine Fahrrinne in den Meeresgrund, um dem Tier den Weg in tiefere Schichten zu ebnen.

Zusätzlich versuchten Experten, unter anderem unter Beteiligung des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), das Tier durch künstlich erzeugte Wellenbewegungen und akustische Signale zur Eigenbewegung zu motivieren. Bereits bei Einbruch der Dunkelheit wurde beobachtet, dass der Wal deutlich mobiler wirkte als an den Vortagen.

Suche in der Lübecker Bucht läuft

Obwohl das Tier an seinem ursprünglichen Strandungsort nicht mehr gesichtet wurde, steht eine offizielle Bestätigung der erfolgreichen Rettung noch aus. Die Einsatzkräfte vor Ort und Experten des Küstenschutzes haben am Freitagmorgen damit begonnen, das Seegebiet großflächig abzusuchen.

Sollte sich der Wal tatsächlich aus eigener Kraft befreit haben, müsse nun sichergestellt werden, dass das geschwächte Tier nicht erneut die Orientierung verliert. Das Schicksal des Tieres hatte seit Wochenbeginn bundesweit für Anteilnahme gesorgt und zahlreiche Schaulustige an die Strandpromenaden von Timmendorf und Niendorf gelockt.