Gesundheitsamt Frankfurt bestätigt weitere Fälle
: An diesen Symptomen erkennt man Malaria

In Frankfurt sind zwei weitere Menschen an Malaria tropica erkrankt. Das Gesundheitsamt bestätigte die neuen Fälle am 15. September.
Von
Lukas Böhl
Frankfurt
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Weltweit erste Malaria-Impfkampagne

In Frankfurt kam es zu zwei neuen Malariafällen.

Stephen Morrison/EPA FILE/dpa

Beide Betroffenen leben im Stadtteil Schwanheim in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Flughafen. Anders als bei mehreren zuvor bekannt gewordenen Erkrankungen arbeiten die beiden Personen jedoch nicht am Flughafen. Auch eine vorherige Reise in ein Malaria-Endemiegebiet schließt das Gesundheitsamt aus. Wie es zu den Infektionen kam, wird derzeit untersucht.

Damit rückt die seltene sogenannte Flughafenmalaria erneut in den Fokus. Seit Anfang Juli waren bereits sechs Menschen erkrankt, die sich im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit am Frankfurter Flughafen aufgehalten hatten. Fünf Fälle traten Anfang Juli auf, ein weiterer Mitte August. Zwei dieser Erkrankungen verliefen tödlich. Auch diese sechs Personen waren zuvor weder in einem Malaria-Endemiegebiet gewesen noch hatten sie eine Bluttransfusion erhalten.

Nach Angaben des Gesundheitsamts handelt es sich bei allen acht bislang bekannten Fällen um Malaria tropica, ausgelöst durch den Parasiten Plasmodium falciparum. Ob die beiden neu aufgetretenen Erkrankungen tatsächlich mit den Fällen aus Juli und August zusammenhängen, ist bislang nicht geklärt. Spezialuntersuchungen sollen zeigen, ob sich Hinweise auf eine gemeinsame Erregerquelle finden lassen. Eine abschließende Bewertung könne mehrere Wochen dauern.

Welche Symptome können auf Malaria hindeuten?

Malaria kann zunächst Beschwerden hervorrufen, die auch bei anderen Infektionskrankheiten auftreten. Das wichtigste Symptom ist nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamts hohes beziehungsweise unklares Fieber. Hinzukommen können Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl. Auch Magen-Darm-Beschwerden sind möglich.

Zu den möglichen Beschwerden gehören damit insbesondere:

  • hohes oder ungeklärtes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Magen-Darm-Beschwerden

Die Symptome allein erlauben allerdings keine sichere Diagnose. Gerade weil die Beschwerden unspezifisch sind, appelliert das Gesundheitsamt an Ärztinnen und Ärzte, eine Malariaerkrankung bei ungeklärtem Fieber derzeit auch dann in Betracht zu ziehen, wenn die betroffene Person zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet war. Das gelte besonders für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten, sich dort häufig aufhalten oder in dessen räumlicher Nähe wohnen.

Die Inkubationszeit bei Malaria tropica – also die Zeit zwischen Infektion und Auftreten erster Beschwerden – beträgt laut Gesundheitsamt in der Regel sieben bis 15 Tage.

Gesundheitsamt rät bei Beschwerden zu ärztlicher Abklärung

Menschen aus der Umgebung des Flughafens sollten bei entsprechenden Symptomen zeitnah ärztlichen Rat einholen. Dabei sollte ausdrücklich darauf hingewiesen werden, wenn der Wohnort in Flughafennähe liegt oder sich die betroffene Person zuvor im Umfeld des Flughafens aufgehalten hat.

Eine schnelle Diagnose ist insbesondere bei Malaria tropica wichtig. Nach Angaben der Stadt ist die Erkrankung bei frühzeitiger Diagnose und rasch eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar. In Deutschland stehen dafür sowohl oral einzunehmende als auch intravenös verabreichte Medikamente zur Verfügung. Welche Therapie notwendig ist, hängt vom Verlauf der Erkrankung ab.

Malaria wird nicht im normalen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen

Für die Bevölkerung schätzt das Gesundheitsamt Frankfurt die Gefahr weiterhin als sehr gering ein. Malaria wird im normalen Alltagskontakt nicht von einem Menschen auf einen anderen übertragen. Eine Übertragung erfolgt grundsätzlich über den Stich einer infizierten Mücke.

Bei der sogenannten Flughafenmalaria können infizierte Anopheles-Mücken aus Malaria-Endemiegebieten beispielsweise über den internationalen Reise- oder Warenverkehr in die Nähe eines Flughafens gelangen und dort Menschen stechen. Wie die Mücken im aktuellen Frankfurter Geschehen eingeschleppt worden sein könnten, lässt sich nach Angaben des Gesundheitsamts allerdings bislang nicht feststellen.

Am Frankfurter Flughafen wurden Mückenfallen aufgestellt. Das Monitoring und die Bekämpfung möglicher Brutstätten werden nach den neuen Fällen auch auf das Wohnumfeld ausgeweitet. Zusätzlich hat die Behörde Ärztinnen und Ärzte sowie andere Gesundheitsämter im Rhein-Main-Gebiet über die Situation informiert.

Da mögliche Überträgermücken vor allem nachts aktiv sind, können Mückenschutzmittel in der Dämmerung und Schutzmaßnahmen wie Moskitonetze das Risiko von Stichen verringern. Für Fragen hat das Gesundheitsamt außerdem eine Hotline eingerichtet. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr unter 069/212-30030 erreichbar.