Gloria Steinem
: Meghan Markle trauert um gute Freundin

Herzogin Meghan nimmt Abschied von einer engen Vertrauten. Die 45-Jährige erinnert mit sehr persönlichen Worten an ihre Freundin und Mentorin.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Meghan (M), Herzogin von Sussex, trifft 2022 zur Trauerfeier vor der Beisetzung von Königin Elizabeth II. in der Westminster Abbey ein.

Meghan (M), Herzogin von Sussex, trifft 2022 zur Trauerfeier vor der Beisetzung von Königin Elizabeth II. in der Westminster Abbey ein.

picture alliance/dpa/PA Wire | Andrew Milligan

Gloria Steinem gehörte zu den prägendsten Stimmen der amerikanischen Frauenbewegung. Am Mittwoch starb die Journalistin, Autorin und Aktivistin im Alter von 92 Jahren in New York, umgeben von ihren Liebsten. Für Herzogin Meghan bedeutet ihr Tod jedoch weit mehr als den Verlust einer berühmten Wegbereiterin: Steinem war über Jahre eine enge Freundin, Mentorin und Vertraute der Herzogin von Sussex.

Auf Instagram erinnert Meghan nun an die gemeinsame Zeit. Sie feiere „das Leben und Vermächtnis meiner Freundin und Mentorin Gloria Steinem“, schreibt die Ehefrau von Prinz Harry. Besonders dankbar sei sie dafür, dass Steinem in ihren letzten Wochen und Tagen gewusst habe, „wie sehr sie geliebt und bewundert wurde“.

„Wir sind miteinander verbunden, nicht hierarchisch geordnet“

Meghan würdigt zunächst das öffentliche Wirken der Feministin. Eine Botschaft Steinems habe sie besonders begleitet: „We are linked, not ranked“ – sinngemäß: Wir sind miteinander verbunden, nicht hierarchisch geordnet. Steinem schenkte Meghan sogar ein Armband mit diesen Worten. „Ich trage es noch immer mit Stolz“, schreibt die Herzogin.

Auch öffentlich traten die beiden immer wieder gemeinsam auf. Sie führten Interviews, riefen junge US-Amerikaner dazu auf, wählen zu gehen, besuchten Preisverleihungen und tauschten sich darüber aus, wie eine gerechtere Gesellschaft entstehen könne.

Doch vor allem die privaten Erinnerungen zeigen, wie eng die Beziehung zwischen Meghan und Steinem tatsächlich war.

Gloria Steinem feierte Thanksgiving mit Harry und Meghan

„Privat war sie sogar noch besser, als man es sich vorstellen kann“, schreibt Meghan. Steinem habe Thanksgiving mit ihrer Familie verbracht, ihre Kinder „von ganzem Herzen“ geliebt und Meghan in schwierigen Zeiten beraten.

Bei einer Tasse Tee habe die Aktivistin ihr immer wieder außergewöhnliche Ratschläge und neue Perspektiven gegeben – verbunden mit einem besonderen Sinn für Humor und einer gehörigen Portion Schlagfertigkeit.

Steinem stellte Meghan nach deren Angaben außerdem eine Frau vor, die heute zu ihren besten Freundinnen zählt. Für Meghan war ihre Mentorin damit auch eine überzeugte Verfechterin weiblicher Freundschaften – nicht nur in der Theorie, sondern ganz persönlich.

Diese Geschichte über Gloria Steinem wird Meghan nie vergessen

Besonders bewegt erinnert sich Meghan an eine Begegnung in New York. Eine Frau habe Steinem dort voller Ehrfurcht angesprochen und ihre kleine Tochter vorstellen wollen. Gleichzeitig habe sie sich entschuldigt: Das Mädchen wisse möglicherweise gar nicht, wer Gloria Steinem sei.

Steinems Antwort blieb Meghan im Gedächtnis: Es sei nicht wichtig, ob das Mädchen wisse, wer sie sei. Entscheidend sei, dass das Mädchen wisse, wer es selbst sei.

Für Meghan bringt diese kurze Begegnung offenbar vieles von dem auf den Punkt, wofür ihre Freundin stand.

Zum Abschluss ihres emotionalen Abschieds schreibt sie: „Rest in peace, and rest in pride.“ Ruhe in Frieden – und ruhe mit Stolz. Dann richtet sie sich ein letztes Mal direkt an Steinem: Sie solle sehen, was sie für so viele Menschen erreicht habe.

„Danke“, beendet Meghan ihre Nachricht.

Gloria Steinem kämpfte über Jahrzehnte für Gleichberechtigung und Frauenrechte. Als Journalistin machte sie bereits in den 1960er-Jahren auf Missstände aufmerksam, später wurde sie zu einer der bekanntesten Vertreterinnen der US-amerikanischen Frauenbewegung. 2013 zeichnete der damalige US-Präsident Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten, aus.

Für die Öffentlichkeit hinterlässt Gloria Steinem damit ein politisches und gesellschaftliches Vermächtnis. Für Herzogin Meghan bleibt zusätzlich die Erinnerung an eine Frau, die Freundin, Ratgeberin und Teil ihres Familienlebens war.