Gondel-Unfall in Venedig: Toter Familienvater Vogel war Richter am OLG Stuttgart

Die Gondel von Juraprofessor Vogel kollidierte mit einem Wassertaxi.
ANSARom - Bei dem 50-Jährigen, der am Samstag am Canale Grande in Venedig bei einem Gondelunfall ums Leben kam, handelt es sich um den Juraprofessor Joachim Vogel. Das bestätigte die venezianische Polizei auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung.
Vogel ist ein renommierter Strafrechtsexperte. Er war seit 2001 Richter im zweiten Hauptamt am Oberlandesgericht (Stuttgart/München), er war von 2000 bis 2012 Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Eberhard Karls Universität Tübingen und in den Jahren 2005 bis 2008 Dekan der juristischen Fakultät. Seit 2012 war er Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Tod in Venedig
Der 50-Jährige kam ums Leben, als in Venedig seine Gondel mit einem größeren Wassertaxi zusammenstieß, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das jüngste seiner drei Kinder, ein dreijähriges Mädchen, erlitt demnach ein Schädeltrauma.
Der Unfall ereignete sich demnach gegen Mittag unweit der berühmten Rialto-Brücke. Die auch „Vaporetto“ genannte Fähre näherte sich gerade einer Haltestelle und wollte offenbar anderen Wassertaxis ausweichen, als sie mit der Gondel zusammenstieß. Der darin sitzende Deutsche fiel mitsamt seiner Frau, seinen drei Kindern und dem Gondoliere ins Wasser.
Zwischen zwei Booten zerquetscht
Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Familienvater zwischen beiden Booten zerquetscht. Andere Gondoliere sprangen zogen die Familie an Land. Der aus München kommende Mann sei bei der Ankunft im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, berichtete Ansa unter Berufung auf Krankenhausquellen weiter. Er war demnach Strafrechtsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Der Bürgermeister von Venedig, Giorgio Orsoni, sagte laut Ansa, er sei „sehr traurig“ über den Unfall. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zur Unglücksursache ein. Die beiden Boote wurden beschlagnahmt und ihre Fahrer von der Polizei befragt. Als Zeichen der Anteilnahme stellten die 425 normalerweise in Venedig verkehrenden Gondeln ihren Dienst für den Rest des Samstags ein.