„Habe mich dumm gefühlt“
: Warum dieser Termin für Prinz Carl Philip so wichtig ist

Prinz Carl Philip (47) und Prinzessin Sofia (41) reisen Mitte November in die Provinz Värmland. Dabei steht ein Thema im Mittelpunkt, das Carl Philip persönlich betrifft.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia haben auf Social Media ein neues Familienfoto geteilt.

Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia haben auf Social Media ein neues Familienfoto geteilt.

picture alliance/dpa/Königlicher Hof von Schweden | -

Am 18. und 19. November werden Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia von Schweden in Värmland erwartet. Für das Paar stehen zahlreiche Termine auf dem Programm. Doch besonders ein Besuch dürfte für den Prinzen eine persönliche Bedeutung haben.

An der Universität Karlstad nehmen die beiden an einer nationalen Konferenz zum Thema Dyslexie, auch Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche genannt, teil. Gemeinsam mit der Lehrerausbildung der Universität hat die Stiftung des Prinzenpaares die Veranstaltung organisiert. Ziel ist es, angehende Lehrer und Lehrerinnen besser darauf vorzubereiten, Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störungen zu unterstützen.

Prinz Carl Philip spricht offen über seine Legasthenie

Dass das Thema so wichtig für den schwedischen Royal ist, hat einen persönlichen Grund: Carl Philip ist selbst Legastheniker. Besonders in seiner Kindheit machte ihm die Lese-Rechtschreib-Schwäche schwer zu schaffen.

Bereits 2014 sprach der Prinz in einer  Sendung des schwedischen Fernsehsenders „TV4“ offen über seine Erfahrungen. „Dyslexie ist in erster Linie genetisch veranlagt, mein Vater hat sie, und Victoria auch. Es kann in verschiedenen Formen auftreten, beim Lesen und Schreiben, aber auch in der Sprache. Es ist etwas, das verdammt hart ist“, erklärte er damals.

Besonders belastend sei für ihn als Junge die Vorstellung gewesen, vor seinen Mitschülern laut vorlesen zu müssen. Davor habe er große Angst gehabt.

Heute möchte Carl Philip anderen Betroffenen Mut machen. Auf die Frage, ob es ihm wichtig sei, ein Vorbild für Kinder mit Legasthenie zu sein, erklärte er in der Vergangenheit: „Wenn man jung ist und mit diesen Problemen kämpft, wenn man jemanden hat, mit dem man sich identifizieren kann, fühlt man sich meiner Meinung nach weniger allein.“

Auch Kronprinzessin Victoria kennt die schmerzhaften Erfahrungen

Carl Philip ist nicht das einzige Mitglied der schwedischen Königsfamilie, das von Legasthenie betroffen ist. Auch seine ältere Schwester, Kronprinzessin Victoria, hat öffentlich über ihre Schwierigkeiten gesprochen. Wie sehr sie darunter litt, machte sie mit einem besonders traurigen Geständnis deutlich: „Ich habe mich dumm und langsam gefühlt."

Auch König Carl XVI. Gustaf ist nach Angaben seines Sohnes von Dyslexie betroffen.

Die Erfahrungen der royalen Geschwister zeigen, wie sehr eine Lese-Rechtschreib-Störung das Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann. Dabei hat Legasthenie nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun.

Bei der Konferenz in Karlstad wird es im November darum gehen, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Dyslexie-Forschung in die Ausbildung künftiger Lehrkräfte und den Schulalltag einfließen zu lassen.

Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia setzen sich für Kinder ein

Neben der Konferenz stehen für das Prinzenpaar weitere Termine auf dem Programm. Am 19. November besuchen Carl Philip und Sofia den Kindergarten Mörmoskogen in der Gemeinde Hammarö. Dort treffen sie Kinder und Erzieher, bevor sie zur Hammarö Arena spazieren. Auf dem Weg haben auch Bürger die Gelegenheit, die beiden Royals persönlich zu begrüßen.

Anschließend werden bei einem Mittagessen in der Residenz Jugendliche ausgezeichnet, die sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement hervorgetan haben.

Zum Abschluss werden Carl Philip und Sofia das Embracer Games Archive in Karlstad besuchen. Das Archiv beherbergt mehr als 90.000 Spiele, Konsolen und Zubehörteile. Der Konzern arbeitet mit der Stiftung des Prinzenpaares zusammen, um digitale Spielewelten für Kinder und Jugendliche sicherer zu machen.

Bereits am 18. November steht außerdem ein Besuch einer Papierfabrik an.

Doch vor allem die Dyslexie-Konferenz dürfte für Carl Philip ein bedeutender Termin sein. Schließlich weiß der Prinz aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche aufzuwachsen - und wie viel es bedeuten kann, damit nicht allein zu sein.