Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff ausgebrochen
: Wo befindet sich das Schiff jetzt?

Auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff Hondius ist es zu einem schweren medizinischen Notfall gekommen.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Die MS Hondius auf See.

Mystic Stock Photography

Nach Angaben des Reiseveranstalters Oceanwide Expeditions sind während der Reise drei Passagiere gestorben. Ein weiterer Passagier wird derzeit auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt. Zudem benötigen zwei Besatzungsmitglieder an Bord dringend medizinische Versorgung.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zuvor mitgeteilt, dass sie einen öffentlichen Gesundheitsvorfall auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik unterstütze. Demnach wurde bislang ein Fall einer Hantavirus-Infektion laborbestätigt, fünf weitere Fälle gelten als Verdachtsfälle.

Wo befindet sich die Hondius aktuell?

Die Hondius befindet sich derzeit vor der Küste der Kapverden. Nach den auf VesselFinder angezeigten Schiffsdaten liegt das Schiff vor Praia, der Hauptstadt des Inselstaates, vor Anker.

Medizinische Versorgung offenbar noch nicht vollständig gesichert

Oceanwide Expeditions erklärte in einem Lagebericht vom 3. Mai 2026, dass bis 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit noch keine Genehmigung der kapverdischen Behörden vorgelegen habe, Gäste mit medizinischem Versorgungsbedarf von Bord zu lassen oder medizinische Untersuchungen zu unterstützen.

Lokale Gesundheitsbehörden hätten das Schiff jedoch aufgesucht, um den Zustand der beiden Personen mit Symptomen zu beurteilen. Eine Entscheidung darüber, ob diese Personen auf den Kapverden in medizinische Versorgung überstellt werden können, stand demnach zunächst noch aus.

Der Veranstalter betont, höchste Priorität habe derzeit eine angemessene und schnelle medizinische Versorgung der beiden symptomatischen Personen an Bord.

Rückführung in die Niederlande geplant

Nach Angaben von Oceanwide Expeditions haben sich die niederländischen Behörden bereit erklärt, die Organisation der Rückführung der beiden symptomatischen Personen von Kap Verde in die Niederlande gemeinsam zu leiten. Geplant sei außerdem, die Leiche eines Verstorbenen sowie einen nahestehenden Gast in diese Rückführung einzubeziehen. Diese Begleitperson zeige keine Symptome.

Die Umsetzung hängt laut Oceanwide Expeditions allerdings von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem, ob die lokalen Gesundheitsbehörden auf Kap Verde den Transfer von Personen ermöglichen, die medizinische Versorgung benötigen.

WHO und Behörden eingeschaltet

Oceanwide Expeditions steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit lokalen und internationalen Behörden. Dazu gehören die WHO, das niederländische Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM), zuständige Botschaften und das niederländische Außenministerium.

Auch die WHO erklärte, dass weitere Untersuchungen laufen. Dazu zählen Laboranalysen, epidemiologische Untersuchungen und die Sequenzierung des Virus. Zudem unterstütze die WHO die Abstimmung zwischen Mitgliedstaaten und dem Schiffsbetreiber.

Was über Hantaviren bekannt ist

Hantaviren werden in der Regel durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen, etwa über Urin oder Kot. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt je nach Virustyp als selten, ist aber nicht vollständig ausgeschlossen. Erkrankungen können schwer verlaufen und unter anderem die Atemwege betreffen.

Wie es zu dem Ausbruch an Bord der Hondius gekommen ist, ist derzeit noch unklar. Oceanwide Expeditions erklärte, man arbeite daran, den Sachverhalt vollständig zu klären und die nächsten Schritte mit den zuständigen Behörden abzustimmen.