Das gilt in allen Bundesländern: Ab wie viel Grad gibt es hitzefrei?

Diese Regeln gelten in den einzelnen Bundesländern.
dpa-ZentralbildWenn die Temperaturen steigen, stellt sich an vielen Schulen wieder dieselbe Frage: Ab wann gibt es hitzefrei? Eine bundesweit einheitliche Antwort gibt es darauf nicht. Bildung ist Ländersache und die Regeln unterscheiden sich teils deutlich. In vielen Bundesländern entscheidet am Ende die Schulleitung, ob der Unterricht verkürzt, verlegt oder vorzeitig beendet wird.
Oft gibt es keine Temperaturgrenzwerte
Ein automatisches Recht auf hitzefrei besteht in der Regel nicht. Entscheidend sind meist die konkreten Bedingungen an der Schule: Wie heiß ist es in den Klassenräumen? Gibt es kühlere Räume? Ist die Betreuung jüngerer Schüler gesichert? Können Fahrschüler früher nach Hause kommen? Auch Ganztagsangebote und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielen eine Rolle.
Trotzdem gibt es in einigen Bundesländern konkrete Temperaturwerte, an denen sich Schulen orientieren sollen. In Baden-Württemberg und Brandenburg liegt die Schwelle bei 25 Grad, in Sachsen-Anhalt bei 26 Grad, in Hamburg bei mehr als 27 Grad Außentemperatur im Schatten. Nordrhein-Westfalen nennt mehr als 27 Grad Raumtemperatur als Anhaltspunkt; unter 25 Grad Raumtemperatur darf dort kein hitzefrei gegeben werden.
Hitzefrei: Diese Regeln gelten in den Bundesländern
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Gibt es ein Recht auf hitzefrei?
Ein allgemeines Recht auf hitzefrei gibt es in Deutschland nicht. Selbst in Bundesländern mit Temperaturwerten folgt daraus nicht automatisch, dass Schüler nach Hause gehen dürfen. Die Schulleitung muss prüfen, welche Maßnahme angemessen ist. Häufig kommen vor einem Unterrichtsausfall mildere Lösungen in Betracht: Unterricht in kühleren Räumen, Unterricht im Schatten, längere Pausen, Kurzstunden, Verzicht auf Hausaufgaben oder die Verlegung von Klassenarbeiten.
Besonders wichtig ist die Betreuung. Jüngere Schüler dürfen oft nur dann vorzeitig nach Hause, wenn die Eltern zustimmen oder sie abgeholt werden. Fahrschüler müssen beaufsichtigt werden, bis eine sichere Heimfahrt möglich ist. Ganztagsschulen und Schulen mit verlässlichen Betreuungszeiten müssen auch bei großer Hitze Angebote bereithalten.
Warum gibt es keine einheitliche Temperatur für hitzefrei?
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Bedingungen vor Ort. Ein Klassenzimmer im Dachgeschoss kann deutlich heißer sein als ein Raum im Erdgeschoss. Manche Schulen haben Sonnenschutz, kühlere Ausweichräume oder Unterrichtsflächen im Freien, andere nicht. Auch die Verkehrsanbindung spielt eine Rolle: In ländlichen Regionen kann ein früheres Unterrichtsende schwierig sein, wenn Schulbusse erst später fahren.
Deshalb setzen viele Länder auf die Entscheidung der Schulleitung. Sie kann am besten beurteilen, ob Unterricht noch vertretbar ist und welche organisatorischen Folgen ein vorzeitiges Ende hätte.
Gilt hitzefrei auch für die Oberstufe?
In vielen Bundesländern ist die Oberstufe ausdrücklich ausgenommen oder nur in Ausnahmefällen einbezogen. Das betrifft etwa Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Der Grund: In höheren Klassen geht es stärker um prüfungsrelevante Inhalte, Kursverpflichtungen und Abschlüsse.
Anders ist die Lage in Niedersachsen: Dort wurde der Handlungsspielraum 2025 erweitert, sodass hitzefrei auch in der Sekundarstufe II der allgemeinbildenden Schulen möglich ist. Sachsen-Anhalt erlaubt eine Einbeziehung der Jahrgänge 11 und 12 in Ausnahmefällen.
Was müssen Eltern bei hitzefrei beachten?
Hitzefrei bedeutet nicht automatisch, dass jedes Kind sofort nach Hause darf. Gerade in Grundschulen ist meistens die Zustimmung der Eltern erforderlich. Viele Schulen informieren über Elternbriefe, Schul-Apps, E-Mail-Verteiler, die Website oder die Klassenleitungen. Bei angekündigter Hitze ist es sinnvoll, morgens auf Mitteilungen der Schule zu achten.
Praktisch bleibt außerdem wichtig: ausreichend Wasser, leichte Kleidung, Sonnenschutz und gegebenenfalls eine Kopfbedeckung. Denn auch wenn der Unterricht nicht ausfällt, müssen Schulen und Eltern darauf achten, dass Kinder bei Hitze möglichst wenig belastet werden.
