Urlaub wird teurer: Warum der Nahost-Konflikt die Reisepreise steigen lässt

Der Nahost-Konflikt könnte laut Experten Reisen in den kommenden Monaten deutlich verteuern.
dpaWir haben mit dem Reiseexperten Marcel Conrad, Chief Content Manager bei A3M Global Monitoring, gesprochen: Welche Folgen hat die aktuelle Lage im Nahen Osten für die Reisekosten?
Krieg im Nahen Osten: Urlaub und Reisen können teurer werden
„Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten wirkt sich bereits spürbar auf die Kostenstruktur der Luftfahrt aus“, sagt Marcel Conrad. Zwei Faktoren sind entscheidend: „steigende Treibstoffpreise und längere Flugrouten durch Luftraumumleitungen.“
„Beide treiben die Betriebskosten der Airlines unmittelbar nach oben und werden in vielen Fällen an die Kunden weitergegeben“, erklärt Conrad. Erste Airlines haben bereits reagiert: „Mehrere Airlines haben bereits ihre Preise angehoben, so z.B. Quantas, Air New Zealand, Thai Airways und Air India.“
Langfristig dürfte sich dieser Trend fortsetzen. „Im Allgemeinen ist jedoch damit zu rechnen, dass sich die Flugpreise und damit auch mittelfristig die Pauschalreisen verteuern werden“, so Conrad.
Welche Reiseziele profitieren könnten
Die Nachfrage könnte sich als Reaktion auf die veränderte geopolitische Lage verschieben. „Wahrscheinlich profitieren Ziele, die als stabil und gut erreichbar gelten – etwa Südeuropa, Kanaren, Portugal, die Karibik und weitere Fernziele mit Direktflügen“, erklärt Conrad.
Auch Airlines reagieren: „So hat die Lufthansa bereits ihr Angebot an Direktflügen nach Südafrika und Singapur deutlich erhöht.“ Preislich sei die Entwicklung noch offen: „Kurzfristig sind noch keine Regionen günstiger geworden, aber dies ist möglich, wenn hier mittelfristig Nachfrage wegbricht. Allerdings kann dies durch knappe Flugkapazitäten und steigende Kerosinkosten kompensiert werden. Am Ende kommt es darauf an, wie lange der Konflikt dauert und wann sich das zentrale Flugverkehrsdrehkreuz der Golf-Region wieder stabilisiert.“
Was sollten Reisende aktuell beachten?
Ein zentraler Punkt ist die Informationslage. „Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sind ein guter Ausgangspunkt“, sagt Marcel Conrad. Ergänzend empfiehlt er aktuelle Nachrichtenquellen wie „Newsticker großer Medien wie BBC oder Al Jazeera“.
Auch die Art der Buchung spielt eine entscheidende Rolle. „Bei einer unklaren Sicherheitslage oder um grundsätzlich gegenüber Risiken besser abgesichert zu sein, empfiehlt sich die Buchung einer Pauschalreise“, so Conrad. Denn: „Pauschalreisen in Länder mit aktueller Reisewarnung können kostenlos storniert oder umgebucht werden.“
Für Individualreisende gilt das nicht. Deshalb rät Conrad zur Vorsicht: „Bei privat gebuchten Reisen ist es sinnvoll, die Reisewarnungen regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls selbst zu stornieren.“ Zudem sollten sich Reisende „in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen“.
