Kate Beckinsale
: „Unzählige Kommentare, die mir sagen, wie eklig ich bin.“

Nach heftigen Bodyshaming-Kommentaren spricht Kate Beckinsale offen über ihre Autoimmunerkrankung, schwere Schicksalsschläge und die Folgen von Trauer.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Variety's 2024 Power of Women: Los Angeles event: British actress Kate Beckinsale attends Variety's 2024 Power of Women: Los Angeles event at Mother Wolf in Los Angeles, October 24, 2024. (Photo by VALERIE MACON / AFP)

Kate Beckinsale 2024 bei einem Event in Los Angeles.

VALERIE MACON/AFP

Kate Beckinsale hat genug von den ständigen Kommentaren über ihren Körper. Die Schauspielerin machte öffentlich, mit welcher Häme sie in den sozialen Medien konfrontiert wird – und sprach zugleich über eine Autoimmunerkrankung sowie die schweren Verluste der vergangenen Jahre.

Kate Beckinsale sieht sich seit Längerem mit Spekulationen und abwertenden Bemerkungen über ihr Aussehen konfrontiert. Nun hat die 53-Jährige deutlich gemacht, was solche Kommentare bei ihr auslösen. Bevor sie sämtliche Beiträge von ihrem Instagram-Account entfernte, veröffentlichte Beckinsale Screenshots einiger Nachrichten, die sie wegen ihres Körpers erhalten hatte.

„Wie euch sicher bewusst ist, bekomme ich jedes Mal, wenn ich ein Foto von mir poste, unzählige Kommentare, in denen mir gesagt wird, wie eklig ich aussehe, dass ich magersüchtig sei, Meth nehme oder so viel Gewicht verloren habe“, erklärte sie in einem inzwischen gelöschten Beitrag.

Kate Beckinsale spricht über ihre Erkrankung

Dabei gebe es für ihre körperliche Verfassung Gründe, die Außenstehende nicht sehen könnten. Beckinsale erklärte, dass bei ihr bereits vor 16 Jahren ein sogenanntes Mastzellaktivierungssyndrom diagnostiziert worden sei.

Sie habe damals großes Glück mit ihrem Hausarzt in London gehabt, der die Erkrankung erkannt und sie zu einem Spezialisten in New Jersey geschickt habe. Beim Mastzellaktivierungssyndrom kommt es zu einer übermäßigen Freisetzung bestimmter Botenstoffe durch die Mastzellen des Immunsystems. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen.

Doch die Schauspielerin kämpft nicht nur mit gesundheitlichen Problemen.

„Ich habe meine gesamte Familie verloren“

Beckinsale verwies auch auf die schweren persönlichen Verluste, die sie innerhalb kurzer Zeit verkraften musste. „Zuallererst habe ich in kurzer Zeit meine gesamte Familie verloren – mit Ausnahme meiner geliebten Tochter“, sagte sie.

Ihre Mutter Judy Loe starb 2025 nach einer schweren Erkrankung. Bereits zuvor hatte Beckinsale ihren Stiefvater Roy Battersby verloren. Ihr leiblicher Vater Richard Beckinsale war schon 1979 im Alter von nur 31 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Kate war damals fünf Jahre alt.

Los Angeles Lakers v Los Angeles Clippers: INGLEWOOD, CALIFORNIA - DECEMBER 20: Kate Beckinsale (R) and Lily Mo Sheen attend a basketball game between the Los Angeles Clippers and the Los Angeles Lakers at Intuit Dome on December 20, 2025 in Inglewood, California. NOTE TO USER: User expressly acknowledges and agrees that, by downloading and or using this photograph, User is consenting to the terms and conditions of the Getty Images License Agreement.   Ronald Martinez/Getty Images/AFP (Photo by RONALD MARTINEZ / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Kate Beckinsale (r) und ihre Tochter Lily Mo Sheen bei einem Basketballspiel in Kalifornien.

RONALD MARTINEZ/AFP

Schon Ende 2025 hatte Beckinsale sehr offen darüber gesprochen, welchen Einfluss Trauer und traumatische Erlebnisse auf ihren Körper und insbesondere ihren Appetit hätten.

„Es ist, als hätte dein Körper einfach abgeschaltet“, beschrieb sie damals ihren Zustand. Sie glaube, dass Schock und Trauma dahintersteckten. Zu erleben, wie die Menschen, die man am meisten liebe, schwer leiden und sterben, habe bei ihr dazu geführt, kaum noch Hunger zu verspüren.

Beckinsale appelliert an ihre Kritiker

Mit ihrer aktuellen Botschaft will Beckinsale offenbar nicht nur die Spekulationen über ihr Gewicht beenden. Sie richtet auch einen grundsätzlichen Appell an Menschen, die im Internet über das Aussehen anderer urteilen.

Man wisse nie, „was im Leben anderer Menschen gerade passiert“, erklärte die Schauspielerin. Deshalb solle man andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, und ihnen „ein bisschen Nachsicht“ entgegenbringen.

„Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag vielleicht einfach gar nichts“, forderte sie. Man wolle schließlich nicht derjenige sein, dessen Kommentar für einen ohnehin belasteten Menschen „der letzte Tropfen“ sei.

Beckinsales Botschaft ist eindeutig: Hinter einem Foto lässt sich nicht erkennen, mit welchen Krankheiten, Verlusten oder persönlichen Krisen ein Mensch gerade kämpft. Kommentare über den Körper eines anderen mögen für den Verfasser schnell geschrieben sein – für denjenigen, der sie lesen muss, können sie jedoch eine ganz andere Wirkung haben.