Klimawandel im Westlichen Pazifik: Wie der Klimawandel Menschen in der Südsee dreifach bedroht

Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt von Tuvalu.
dpa/KyodoDrei Entwicklungen durch den menschengemachten Klimawandel bedrohen die Inselbewohner im westlichen Pazifik ganz besonders:
Die Südsee-Bewohner erleben stärkere Klimawandelfolgen als viele andere Teile der Welt, obwohl sie kaum zu den klimaschädlichen Treibhausgasen beigetragen haben, wie die Weltwetterorganisation (WMO) berichtet.
Meeresspiegel und -temperatur steigen

Tuvalu liegt im Südwesten des Pazifischen Ozeans. Mit einer Fläche von 25,66 Quadratkilometern ist das Archipel der viertkleinste Staat der Welt.
Foto: AFP/Torsten BlackwoodSüdsee-Paradies ist in Gefahr
„Eine weltweite Katastrophe stürzt ein Paradies in Gefahr“, warnt UN-Generalsekretär António Guterres. „Der Ozean läuft über, und der Grund dafür ist klar: Treibhausgase, überwiegend durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, bringen den Planeten zum Kochen.“
Durch den steigenden Meeresspiegel verlieren die Inseln Küstenstreifen, und durch stärkere und häufigere Stürme werden Anbauflächen überflutet und Süßwasserreserven durch Salzwasser kontaminiert, wegen der Versauerung sinken die Erträge beim Fischfang.
Manche Inselstaaten fürchten, dass sie unbewohnbar werden. Der Inselstaat Kiribati hat zum Beispiel schon Land auf den Fidschi-Inseln gekauft, um Bewohner umsiedeln zu können.

Sandsackdämme liegen entlang der Küstenlinie von Home Island auf den Kokosinseln im Indischen Ozean.
Foto: AAP/Bianca de Marchi/dpaExistenz von Archipelen ist bedroht
Im Südpazifik steigt der Meeresspiegel im Zuge der globalen Erderwärmung besonders schnell. Archipele wie Kiribati und Tuvalu werden – wie andere Inseln in der Region auch – in den nächsten Jahrzehnten weitgehend überschwemmt.
Die Erwärmung der Erde führt dazu, dass der Meeresspiegel steigt. Das liegt unter anderem daran, dass warmes Wasser mehr Platz braucht als kälteres Wasser. Je wärmer die Ozeane werden, desto mehr dehnen sie sich aus.
Erwärmung und Eisschmelze lässt Meeresspiegel ansteigen
Die Weltmeere insgesamt verzeichnen außergewöhnliche Wärmerekorde. Bereits rund ein Jahr lang liegt die mittlere Oberflächentemperatur des Nordatlantiks an jedem einzelnen Tag auf dem höchsten Tagesstand seit Messbeginn vor rund 40 Jahren – meistens sogar mit einem großen Abstand zum bisherigen Tagesrekord. Das geht aus Daten der Plattform „Climate Reanalyzer“ der University of Maine (USA) hervor, die sich unter anderem auf Satellitenmessungen stützt.
Mit der Erwärmung der Meere dehnt sich das Wasser darin aus. Zusammen mit der Eisschmelze lasse das den Meeresspiegel immer rascher steigen, erläutert Levermann. „Am Anfang des letzten Jahrhunderts hatten wir rund einen Zentimeter pro Jahrzehnt Meeresspiegelanstieg, am Anfang dieses Jahrhunderts rund drei und jetzt mittlerweile schon etwa fünf.“
Mojib Latif, Klimaforscher vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, weist darauf hin, dass Starkregen häufiger werden könnte, weil mehr Wasser verdunstet und wärmere Luft mehr Wasserdampf halten kann, der irgendwann dann als Niederschlag herunterkommt.