Knochen an der Zugspitze: Unheimliche Entdeckung am Gletscher

Geröll und Schneereste auf dem Höllentalferner unterhalb der Zugspitze – das Gelände ist relativ unzugänglich.
Angelika Warmuth/dpa- Ehrenamtliche fanden beim „Ramadama“ am Höllentalferner mehrere Knochen.
- Ob es menschliche Überreste sind, prüft die Polizei – Bezug zu Vermisstenfällen möglich.
- Bei der Aktion sammelten Helfer rund 700 Kilo Müll, der per Hubschrauber ins Tal flog.
- Gefunden wurden auch zwei GoPro-Kameras sowie Ausrüstung wie Steigeisen und Wanderstöcke.
- Der Gletscher verliert stark an Mächtigkeit, wodurch alte Funde aus dem Eis auftauchen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was als routinemäßige Aufräumaktion am Fuße des höchsten Berges Deutschlands begann, endete mit einem Fund, der nun die Polizei beschäftigt: Ehrenamtliche der Bergwacht Grainau haben am Samstag beim sogenannten „Ramadama“ am Höllentalferner auf der Zugspitze mehrere Knochen entdeckt. Ob es sich dabei um menschliche Überreste handelt, ist derzeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Gemeinsam mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern lief ein kombinierter Einsatz: Die Hubschrauberbesatzung nutzte die Gelegenheit zur Gebirgsflugausbildung und übte Landungen sowie Operationen mit der Rettungswinde in schwierigem Hochgebirgsgelände. Dabei setzte sie die Bergwachtler an verschiedenen Stellen des Höllentalferners ab – wo diese prompt mit der Aufräumaktion begannen.
700 Kilo Müll bei Aufräumaktion
Das sogenannte „Ramadama“ – ein bayerischer Begriff für gemeinschaftliches Aufräumen in der Natur – hat eine lange Tradition. Doch was die Helfer dieses Mal ans Tageslicht beförderten, übertraf alle Erwartungen. Insgesamt rund 700 Kilogramm an Müll und zurückgelassener Ausrüstung wurden mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen.
Darunter befanden sich Plastikflaschen, alte und beschädigte Kleidungsstücke, Schlafsäcke, Rucksäcke, Grödel, Steigeisen und Wanderstöcke. All jene Dinge, die über die Jahre auf dem Gletscher versunken, eingefroren und nun, mit dem fortschreitenden Abschmelzen des Eises, wieder an die Oberfläche gespült werden. Zu den besonders auffälligen Funden zählten außerdem zwei GoPro-Kameras und eben jene Knochen, die nun für Aufregung sorgen.
Polizei ermittelt zu Knochen an der Zugspitze
Die Bergwacht Grainau informierte die Öffentlichkeit über den Fund via Social Media und machte dabei klar: „Die Knochen werden nun durch die Polizei weiter untersucht und unter anderem im Zusammenhang mit möglichen Vermisstenfällen überprüft.“ Ob es sich um menschliche Überreste handelt, ist bislang ungeklärt. Laut einem Bericht des Münchner Merkur hält ein der Bergwacht nahestehender Arzt diese Möglichkeit durchaus für realistisch.
Gletscherschwund an der Zugspitze
Der Fund ist auch vor dem Hintergrund des Gletscherschwunds zu verstehen, den der Höllentalferner durchmacht. Allein seit Beginn der Bergsteigersaison im Juni dieses Jahres hat er laut Bergführern zwischen 13 und 20 Metern an Mächtigkeit verloren – 8 bis 12 Meter abgeschmolzenes Eis sowie 5 bis 8 Meter Lawinenschnee. Die einstmals schneebedeckte Oberfläche besteht mittlerweile größtenteils aus blankem, hart gefrorenem Eis. Mit dem Abschmelzen taut der Gletscher gewissermaßen die Geschichte auf: Was über Jahrzehnte im Eis konserviert war, kommt nun wieder zum Vorschein.

