Königin Sonja
: In Schwarz zeigt sie sich bei ihrer ersten Reise ohne Harald

Königin Sonja ist zurück auf internationalem Parkett. In Spanien eröffnete die 89-Jährige eine Kunstausstellung. Traurige Umstände bestimmen ihren Besuch.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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SPAIN-ART-EXHIBITION-MUNCH-PICASSO: (L to R) Bernard Ruiz-Picasso, grandson of Pablo Picasso, Queen Sonja of Norway and Norwegian Minister of Culture and Equality Lubna Jaffery visit the Munch-Picasso exhibition during its inauguration at the Picasso Museum in Malaga on October 29, 2026. The exhibition runs from October 30 to February 28, 2027. (Photo by JORGE GUERRERO / AFP)

(von links nach rechts) Bernard Ruiz-Picasso, Enkel von Pablo Picasso, Königin Sonja von Norwegen und die norwegische Ministerin für Kultur und Gleichstellung, Lubna Jaffery, besuchen die Munch-Picasso-Ausstellung anlässlich ihrer Eröffnung im Picasso-Museum in Málaga am 29. Oktober 2026. Die Ausstellung läuft vom 30. Oktober bis zum 28. Februar 2027.

JORGE GUERRERO/afp

Es ist eine besondere Reise für Königin Sonja (89). Am Donnerstagabend (29. Oktober) eröffnete die norwegische Monarchin im Museo Picasso Málaga in Spanien die Ausstellung „Munch–Picasso“. Es ist ihr erster offizieller Auslandsbesuch seit dem Tod ihres Ehemannes, König Harald, im August. Doch die Freude über den kulturellen Anlass wurde von einer schweren Tragödie überschattet.

Am Mittwoch waren bei einem Zugunglück nahe Toledo mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez ordnete daraufhin eine dreitägige Staatstrauer an. Auch der Besuch der norwegischen Königin wurde deshalb kurzfristig angepasst.

Königin Sonja: In Schwarz bei der Ausstellungseröffnung

Auf den Fotos, die das norwegische Königshaus am Freitag (30. Oktober) auf Instagram veröffentlichte, zeigt sich Sonja in einem eleganten, vollständig schwarzen Ensemble. Die 89-Jährige trug eine lange schwarze Bluse mit passendem Rock, dazu Perlenschmuck. Bei einem weiteren Fototermin kombinierte sie ihr Outfit mit einem hellblauen Schal mit schwarzem Spitzenmuster.

Ob die Königin mit ihrer Kleiderwahl bewusst ein Zeichen der Anteilnahme an der spanischen Tragödie setzen wollte, bestätigte der Palast nicht ausdrücklich. Angesichts der ausgerufenen Staatstrauer liegt diese Deutung allerdings nahe. Auch die spanische Nachrichtenagentur Europa Press wertete ihr schwarzes Outfit als Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern.

Dass Sonja grundsätzlich wegen des Todes ihres Mannes ausschließlich Trauerkleidung trägt, ist hingegen nicht der Fall. Erst vor rund einer Woche hatte sie sich bei einem Abendessen im Schloss in einem creme- beziehungsweise champagnerfarbenen Kleid gezeigt. Die offizielle Hoftrauer in Norwegen war bereits am 9. Oktober beendet worden.

Königin Sonja: Galadinner nach Zugkatastrophe abgesagt

Die Auswirkungen des schweren Unglücks waren auch beim Ablauf der Veranstaltung deutlich zu spüren. Wie der norwegische Königspalast bestätigte, fand die Ausstellungseröffnung in einem zurückhaltenderen Rahmen statt. Das ursprünglich geplante Galadinner im Anschluss wurde vollständig abgesagt.

Die Veranstaltung begann zudem mit einer Schweigeminute für die Opfer der Zugkatastrophe. Auch Königin Sonja widmete die ersten Worte ihrer Eröffnungsrede den Betroffenen.

„Meine Gedanken sind bei allen, die ihre Angehörigen verloren haben, bei ihren Familien und Freunden sowie bei allen, die von diesem tragischen Ereignis betroffen sind“, erklärte die Monarchin. Sie sprach den Hinterbliebenen ihr tief empfundenes Beileid aus.

Erst danach wandte sie sich dem eigentlichen Anlass ihrer Reise zu: der Kunst.

Königin Sonja eröffnet Ausstellung von Munch und Picasso

Die Ausstellung „Munch–Picasso“ bringt mehr als 100 Werke der Künstler Edvard Munch (1863–1944) und Pablo Picasso (1881–1973) zusammen. Sie beleuchtet Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden bedeutenden Vertreter der modernen Kunst.

Bei einem Rundgang durch das Museum ließ sich Sonja die Werke zeigen. Begleitet wurde sie unter anderem von Norwegens Kulturministerin Lubna Jaffery und Oslos Bürgermeisterin Anne Lindboe.

In ihrer Rede verriet die Königin auch, wie sehr sie sich persönlich mit den beiden Künstlern verbunden fühlt. Schon als Jugendliche habe sie sich für Picassos ungewöhnliche Darstellungen von Gesichtern und Menschen begeistert und versucht, seinen Stil in eigenen Zeichnungen nachzuahmen. Die Kunst des Norwegers Munch wiederum begleite sie bereits ihr ganzes Leben.

Am Freitag (30. Oktober) setzte Sonja ihren Spanienaufenthalt mit einem Besuch der Norwegischen Schule in Arroyo de la Miel in Benalmádena fort. Dort traf sie Schüler und Mitarbeiter und informierte sich über die Bedeutung der Einrichtung für die norwegische Gemeinschaft an der Costa del Sol.