Kultgetränk der 90er vor dem Aus
: „Punica“ verschwindet schon wieder aus den Supermarkt-Regalen

„Punica“ verschwindet schon wieder aus den deutschen Supermarkt-Regalen – und diesmal könnte das Comeback des Kultgetränks endgültig gescheitert sein.
Von
Judith Müller
Berlin
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„Punica“ war vor allem in den 1990er Jahren ein beliebtes Kultgetränk für Kinder.

„Punica“ war vor allem in den 1990er Jahren ein beliebtes Kultgetränk für Kinder.

picture alliance/dpa/dpa-tmn, Christin Klose

Ist es Ihnen überhaupt aufgefallen? „Punica“ war seit 2024 wieder in deutschen Supermärkten erhältlich. Doch nun könnte die Rückkehr des Kultgetränks bereits wieder Geschichte sein. Der Vertrieb wurde eingestellt – und die Aussichten für die beliebte Saftmarke sind offenbar schlecht.

Wer in den vergangenen Monaten im Supermarkt nach „Punica“ gesucht hat, dürfte die Flaschen vielleicht noch entdeckt haben. Viele andere haben vermutlich gar nicht mitbekommen, dass das einst bei Kindern so beliebte Getränk überhaupt zurückgekehrt war. Denn nach einem Comeback im Jahr 2024 steht „Punica“ nun offenbar erneut vor dem Aus.

Der Hamburger Getränkehersteller Columbus Drinks hat den Vertrieb der Marke in Deutschland eingestellt. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, sind anhaltend schwache Verkaufszahlen der Grund für den Rückzug. Neue Flaschen werden demnach nicht mehr an deutsche Supermärkte geliefert. Nur vorhandene Restbestände könnten noch in den Regalen zu finden sein.

„Punica“ verkauft sich kaum noch

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr wurden laut „Lebensmittel Zeitung“ nur noch rund 350.000 Flaschen „Punica“ verkauft. Für den deutschen Vertrieb offenbar zu wenig, um das Geschäft fortzuführen.

Columbus-Drinks-Chef Jörg Harder machte gegenüber der Fachzeitung deutlich, dass letztlich die Kunden über die Zukunft der Marke entschieden hätten. Der Endkunde habe mit seinem Kaufverhalten gezeigt, wie groß sein Interesse an „Punica“ noch sei. Der Handel habe daraufhin entsprechende Konsequenzen gezogen.

Bereits zum Jahreswechsel hatten Columbus Drinks und der US-amerikanische Markeninhaber Tropicana Brands Group ihre Zusammenarbeit beendet. Damit endet vorerst auch der Versuch, das einstige Kultgetränk in Deutschland wieder dauerhaft zu etablieren.

Comeback von „Punica“ scheitert offenbar

Dabei hatte die Rückkehr zunächst große Erwartungen geweckt. Nachdem die Produktion von „Punica“ 2022 vollständig eingestellt worden war, brachten Columbus Drinks und Tropicana Brands das Getränk im Frühjahr 2024 wieder zurück in die Supermärkte.

Das Comeback sollte an frühere Erfolge anknüpfen. Im ersten Jahr nach der Rückkehr wurden bis zu zehn Millionen verkaufte Saftflaschen angepeilt. Mittelfristig standen sogar bis zu 50 Millionen Liter im Raum.

Davon ist die Marke heute weit entfernt. Mit gerade einmal rund 350.000 verkauften Flaschen im vergangenen Jahr blieb „Punica“ offenbar deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Punica“ war in den 1990er Jahren ein Kultgetränk

Wer in den 1990er Jahren aufgewachsen ist, dürfte sich dagegen noch gut an „Punica“ erinnern. Das Getränk wurde damals vor allem als fruchtiger Durstlöscher für Kinder vermarktet und gehörte für viele Familien zum Alltag.

Die Marke war zu ihrer erfolgreichsten Zeit ein echtes Schwergewicht: Bis zu 200 Millionen Liter „Punica“ sollen pro Jahr verkauft worden sein. Die bunten Flaschen und die auffällige Werbung machten den Saft zu einem typischen Produkt der 1990er Jahre.

Gegründet wurde „Punica“ bereits 1977 vom Hamburger Saftproduzenten Dittmeyer. Nach mehreren Verkäufen landete die Marke schließlich beim US-Konzern PepsiCo. Später übernahm die Tropicana Brands Group die Markenrechte.

2022 schien das Ende bereits besiegelt. Die Herstellung wurde komplett eingestellt. Zwei Jahre später folgte dann die überraschende Rückkehr in die Supermarkt-Regale.

Tropicana steht selbst unter Druck

Ob es für „Punica“ noch eine weitere Rettung geben wird, ist derzeit offen. Tropicana Brands hat sich bislang nicht dazu geäußert, wie es mit der Marke weitergehen soll.

Auch der Mutterkonzern steht laut „Lebensmittel Zeitung“ unter Druck. Tropicana sei 2025 nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Steigende Rohstoffpreise, ein harter Wettbewerb und ein nachlassendes Interesse der Verbraucher setzten das Unternehmen unter Druck.

Für „Punica“ kommt damit offenbar vieles zusammen. Nach dem erfolglosen Comeback zieht sich der deutsche Vertrieb zurück – und eine erneute Rückkehr in die Supermarkt-Regale ist derzeit nicht absehbar.

Wer also noch eine Flasche „Punica“ entdeckt, sollte vielleicht genauer hinschauen: Es könnte sich um einen der letzten Bestände des einstigen Kultgetränks handeln.

Quelle: Lebensmittel Zeitung, Wikipedia