Die oder keine soll Willem-Alexander gesagt haben, als er die Argentinierin Máxima Zorreguieta zum ersten Mal erblickte. Seinen Landsleuten ging es ähnlich – Königin Máxima ist die Sympathieträgerin Nr. 1 der Oranje-Nassaus.
Königin Máxima der Niederlande – die Argentinierin hat die Herzen der Niederländer im Sturm erobert.
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Rückblende: Am 27. April 1967 wird Willem-Alexander als erster Sohn der damaligen Kronprinzessin Beatrix und ihres Mannes Prinz Claus geboren.
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Bis zu Beatrix’ Krönung 1980 lebt Willem-Alexander mit seinen Eltern und seinen Brüdern Johan Friso und Constantijn im Landschlösschen Drakensteyn.
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Nachdem Beatrix Königin ist, muss die Familie nach Den Haag umziehen.
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Willem-Alexander ist ein rebellischer Teenager - so widerborstig offenbar, dass seine Eltern ihn in ein Internat in Wales schicken, damit der junge Prinz Manieren lernt.
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Zum Studium der Geschichte kommt Willem-Alexander in die Niederlande zurück und macht die altehrwürdige Universitätsstadt Leiden unsicher.
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Der Prinz treibt es bunt, wird in häufig wechselnder Damenbegleitung im Amsterdamer Nachtleben gesehen und bekommt deshalb den nicht ganz schmeichelhaften Spitznamen „Prinz Pilsje“ verpasst.
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Dass sich dieses Image änderte, ist vor allem einer zu verdanken: Willem-Alexanders Ehefrau Máxima. Entzückt war das Volk, als Zeitungen Ende der 90er Jahre erste Fotos der damals noch geheimnisumwitterten „neuen festen Freundin“ des Thronfolgers druckten.
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2001 geben der Kronprinz und die argentinische Investmentbankerin ihre Verlobung bekannt.
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Lange mussten sie dafür hinter den Kulissen kämpfen: Nicht nur ist Máxima Katholikin - ein kleiner Skandal im protestantischen Holland -, Máximas Vater Jorge Zorreguieta gehörte in den 1970er und 80er Jahren zur argentinischen Militärjunta, die das Land diktatorisch führte, für Folter und Verschleppung verantwortlich war.
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Bei der Trauung am 2. Februar 2002 sind Máximas Eltern dann auch unerwünscht. Als in der Kirche in Amsterdam ein Tango erklingt, rollen bei Máxima die Tränen. Beim Ja-Wort kann sie aber schon wieder strahlen.
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Beim Verlassen der Kirche ist die Wehmut wie weggeblasen. Eine strahlende Máxima und ein glücklicher Willem-Alexander zeigen sich dem jubelnden niederländischen Volk.
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Die Bilder verraten: Der niederländische Kronprinz ist schwer verliebt in seine frischgebackene Ehefrau.
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Rasant lernt die neue Kronprinzessin Niederländisch und beglückt ihre Untertanen mit einem winzigen, aber umso charmanteren Latino-Akzent. Und auch der Nachwuchs lässt im Hause Oranje nicht auf sich warten: ...
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Drei-Mädel-Haus in Oranje: Die spätere Thronfolgerin Amalia (rechts) kommt 2003 zu Welt, 2005 folgt Alexia und 2007 Ariane (auf dem Arm ihres Vaters).
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Alle drei sind ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten...
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... - blonde holländischen „Meisjes“ mit argentinischem Temperament.
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Doch nicht nur mit seiner Familie kann der Prinz bei seinen Landsleuten punkten. Über die Jahre hat sich Willem-Alexander den Respekt der Niederländer erarbeitet: Der Brigadegeneral ist ein international anerkannter Experte der Wasserwirtschaft...
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... und gehört dem Internationalen Olympischen Kommitee an.
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2012 erschüttert ein Schicksalsschlag die Monarchenfamilie: Willem-Alexanders Bruder Friso wird beim Skifahren in Lech am Arlberg von einer Lawine verschüttet und fällt ins Koma. Vor allem Willem-Alexander versucht, seine Mutter von ihren vielen Pflichten zu entlasten. 2013 stirbt Friso.
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Gerade als man sich fragte, ob Willem-Alexander zu einer Art „Prinz Charles am Deich“ werden würde, kündigte Königin Beatrix 2013 an, zu Gunsten ihren Sohnes mit 75 Jahren abzudanken.
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Im niederländischen Königshaus hat die Abdankung gute Tradition: Auch Beatrix Mutter Juliana machte den Thron vorzeitig für ihre Tochter frei, genau wie ihre Mutter einst für sie.
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Am 30. April 2013 wird aus dem Prinz von Oranje in der Amsterdamer Krönungskirche „Nieuwe Kerk“ König Willem-Alexander. Erstmals seit 123 Jahren haben die Niederlande wieder einen König.
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Ein König auf dem niederländischen Thron – das wird vorerst ein Intermezzo bleiben. Mit Kronprinzessin Amalia steht schon die nächste Königin in den Startlöchern.
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Auch als König und Königin sind Willem-Alexander und Máxima samt ihrer Töchter ein Garant für gute Stimmung am Deich, ...
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... doch auch in schweren Stunden steht der Monarch seinen Landsleuten bei: 2014 war die Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine abgeschossen worden. Die meisten der 298 Opfer waren Niederländer. In den folgenden Wochen erlebten die Bürger erstmals einen tröstenden und trauernden König Willem-Alexander.
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Dass der König seine Landsleute immer noch überraschen kann, erlebten diese im Jahr 2016: In einem Interview gab Willem-Alexander zu, dass er seit 21 Jahren regelmäßig als Co-Pilot auf ganz normalen Linienflügen fungiert. Kaum jemand erkenne ihn in seiner Uniform der Fluggesellschaft KLM.
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Den durchschlagenden Erfolg der Charmeoffensive à la oranje garantiert aber vor allem eine: Die ebenso strahlende wie stylische Königin Máxima. Ihr nehmen die Niederländer auch nicht übel, dass sie gewaltige Summen für die Bestückung ihres Kleiderschranks ausgibt.
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In den letzten Jahren nimmt auch das royale „A-Team“ eine wichtigere Rolle ein: Thronfolgerin Amalia (Mitte) und ihre beiden Schwestern Alexia (rechts) und Ariane.
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Weniger gut kam bei ihren Landsleuten aber an, dass die Königsfamilie mitten in der Corona-Pandemie 2020 in ihr Ferienhaus nach Griechenland abreiste – obwohl die Bürger dazu aufgerufen waren, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben.
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Die Wut im Land war so groß, dass der König sich schließlich gezwungen sah, den Urlaub abzubrechen – und sich öffentlich zu entschuldigen.
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Den Haag - Die blonden langen Haare offen und das strahlende Lächeln: So lernten die Niederländer vor gut 20 Jahren Máxima Zorreguieta kennen und lieben. Als die Argentinierin wenig später Kronprinz Willem-Alexander heiratete, schien das königliche Märchen komplett. Máxima weinte die schönsten Tränen, die jemals auf einer königlichen Hochzeit vergossen wurden und küsste den schönsten Kuss, der jemals auf einer königlichen Hochzeit geküsst wurde. Die Welt war hingerissen.
Am Montag wird Máxima 50 Jahre alt. Und nichts deutet darauf hin, dass der royale Käfig sie einengt. Im Gegenteil: Sie sprüht vor Energie - ob sie nun einen Kindergarten eröffnet oder beim Galadiner mit einem Präsidenten parliert. Außerdem ist sie auch UN-Sonderbeauftragte für inklusive Finanzierung in Entwicklungsländern. Und nicht zu vergessen Mutter von drei Töchtern.
Spontan, intelligent – etwas chaotisch
Máxima brachte Glamour in das eher beschauliche Königshaus. „Sie ist spontan, intelligent und war früher leicht chaotisch“, so beschreibt sie Marcia Luyten, die jetzt die Biografie der Königin vorlegte. „Ihre Mutter hat ihr beigebracht, Struktur in ihr Leben zu bringen.“
Das wird ihr geholfen haben. Auch wenn es bei den Oranjes längst nicht so streng zugeht wie bei den Windsors in Großbritannien. Die Regierung gibt ihr zudem weitaus mehr berufliche Freiräume als etwa ihrem Schwiegervater, dem deutschen Prinz Claus. Doch auch in Holland kann das Rampenlicht unbarmherzig sein.
Das erlebte Máxima 2007, als sie in einer Rede sagte, dass es keine niederländische Identität gebe: „Den Niederländer gibt es nicht.“ Ein halbes Land fühlte sich auf den Schlips getreten. Dabei war es eigentlich nur ein Kompliment für die Vielfältigkeit des Volkes.
Sprössling einer wohlhabenden, einflussreichen Familie
Máxima wuchs in einer wohlhabenden Familie in Buenos Aires auf. Die Familienbande waren eng, Máxima hatte noch zwei Brüder, eine Schwester und drei Halbschwestern. Die Kinder besuchten Privatschulen, trieben Sport, verbrachten die Ferien auf dem eigenen Landgut, machten Musik. Máxima spielte Gitarre - oft auch bei offiziellen Abendessen. „Dann spielte und sang sie etwa einen Song von den Beatles“, sagt die Biografin.
Máxima war ehrgeizig, wollte höher hinaus, und nach ihrem Wirtschaftsstudium wagte sie 1996 den Sprung über den Ozean nach New York. Tagsüber arbeitete sie hart in einer Bank, nachts feierte sie auf den Partys des Jetset. Auf so einer Party in Sevilla lernte sie 1999 dann den rotblonden Holländer kennen – der Rest ist Geschichte.
Jorge Zorreguieta war Mitglied der Militärjunta
Doch diese Geschichte hat auch dunkle Kapitel. Máximas Vater gehörte in den 1970er Jahren der Militärregierung an, die sich schlimmster Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hatte. „Darüber wurde in ihrer Familie und bei den Freunden nicht gesprochen“, sagt Luyten. In den Niederlanden wurde sie mit der Vergangenheit ihres Vaters konfrontiert - sie konnte ihrer Hochzeit im Wege stehen. Experten stellten fest, dass Jorge Zorreguieta von der Gewalt gewusst haben muss, aber daran nicht aktiv beteiligt war. Er war bis zu seinem Tod 2017 bei offiziellen Anlässen nicht willkommen.
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Máxima stand ihrem Vater zur Seite: „Er hatte die besten Absichten, und ich glaube an ihn“, sagte sie. Auf ihrer Hochzeit 2002 vergoss sie dann bittere Tränen, als in der Kirche der Tango „Adiós Nonino“ (Auf Wiedersehen Väterchen) gespielt wurde - Tränen für den Vater, der nicht dabei sein durfte.
Und wie ist das heute? Ob sie sich eigentlich wohlfühlt beim bleichen Volk an der Nordsee, fragte Biografin Luyten Familie und Freunde in Argentinien. „Sie sagten: Máxima hat sich perfekt eingefügt.“
Faible für teure Designermode
Und es hat auch Vorteile: „Endlich fällt sie nicht mehr so auf“, sagt Luyten. Die hochgewachsene Blondine war nämlich in ihrer Heimat eine Ausnahme unter den eher zierlichen dunkelhaarigen Frauen. „Hier kann sie endlich hohe Absätze tragen.“ Und was für welche: Máxima läuft selbst auf schwindelerregenden Stilettos so mühelos wie Schlittschuhläufer auf dem Eis.
Aber natürlich fällt sie mit ihren eleganten Outfits auf in dem Land, das den Lässig-Look mit Jeans und Turnschuhen zum Prinzip erhoben hat. „Lekker makkelijk“ (schön einfach) - das gilt nicht für die Modekönigin. Die Jacke geschneidert aus einem alten Postsack etwa wurde genauso zum Máxima-Klassiker wie die königsblaue Robe, die sie zum Thronwechsel 2013 trug.
„Ibiza-Gate“ sorgte für Beliebtheitsknick
Als Königin hat sie noch mehr Pflichten als zuvor. Schneidet Bändchen, schüttelt Hände, besucht Betriebe - und winkt und strahlt dabei, als gäbe es nichts Schöneres. Äußerst ernst nimmt die frühere Bankerin auch ihr Ehrenamt für die Uno. Bis spät abends, so wissen Vertraute, führt sie noch Telefongespräche, liest Dokumente.
Doch während der Corona-Pandemie versagte ihre soziale Antenne. Als im Oktober 2020 die Niederländer zu Hause bleiben sollten, fuhr die königliche Familie in ihre griechische Villa. Die Empörung war so groß, dass sich das Königspaar in einer TV-Ansprache entschuldigen musste. Máxima ist noch immer mit Abstand die beliebteste Oranje - doch sogar sie hat Glanz verloren.