Høiby vor Urteil
: Prozess nach Zwangspause wieder gestartet

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby ist nach einer krankheitsbedingten Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Nun steuert das Verfahren auf die entscheidende Phase zu – inklusive möglichem Strafmaß.
Von
Katrin Jokic
Stuttgart
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Die Staatsanwaltschaft fordert mehr als 7 Jahre Haft für Marius Borg Høiby.

IMAGO / Bestimage

Nach einer kurzfristigen Unterbrechung wird der Prozess gegen Marius Borg Høiby am Mittwoch fortgesetzt. Am Dienstag war die Verhandlung wegen der Erkrankung eines Berufsrichters ausgesetzt worden, wie das Osloer Amtsgericht mitteilte.

Das Gericht zeigte sich jedoch zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. Demnach soll die Hauptverhandlung weiterhin wie geplant am Donnerstag abgeschlossen werden.

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Dienstag: Verhandlung kurzfristig unterbrochen

Die Verhandlung war am Dienstagmorgen abgesagt worden. Grund war ein krankheitsbedingter Ausfall innerhalb des Gerichts.

Ursprünglich sollte die Staatsanwaltschaft an diesem Tag ihr Schlussplädoyer abschließen. Dabei ging es unter anderem um die Zusammenfassung der Beweise zu den Vorwürfen rund um eine Frau aus dem Osloer Stadtteil Frogner.

Zum Abschluss war vorgesehen, dass die Anklage ein konkretes Strafmaß fordert. Im Anschluss sollten die Anwälte der mutmaßlich geschädigten Frauen ihre Plädoyers halten und Schadenersatzansprüche geltend machen.

Diese Programmpunkte wurden auf Mittwoch verschoben.

Mittwoch: Schlussplädoyer wird fortgesetzt

Am Mittwoch setzt die Staatsanwaltschaft ihr Schlussplädoyer fort. Erwartet wird, dass sie die noch offenen Anklagepunkte behandelt und anschließend das beantragte Strafmaß nennt.

Danach sollen die Vertreter der Nebenklage ihre Schlussvorträge halten.

Bereits am Montag hatte die Staatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer begonnen. Staatsanwalt Sturla Henriksbø sprach dabei von wiederkehrenden Mustern in den Beweisen und zeichnete das Bild eines Mannes, der sich nicht an gesellschaftliche Regeln gebunden fühle, gegenüber Frauen übergriffig sei und ein erhebliches Aggressionsproblem habe.

Schwere Vorwürfe – teilweise bestritten

Die Anklage geht davon aus, dass Høiby wegen vier Vergewaltigungen sowie wegen Gewalt in einer Beziehung verurteilt werden sollte. Diese Vorwürfe weist der Angeklagte zurück.

Zudem wird ihm eine schwere Körperverletzung gegenüber einer Frau aus Frogner vorgeworfen. In diesem Punkt hat Høiby eine teilweise Schuld eingeräumt, bestreitet jedoch die rechtliche Einordnung als „schwer“.

Ein Teil der Anklagepunkte wurde bislang noch nicht vollständig behandelt.