Mondfinsternis in Baden-Württemberg
: Wetter & Uhrzeiten im Überblick

Am Freitagmorgen ist über Baden-Württemberg eine partielle Mondfinsternis zu sehen, doch ausgerechnet das Wetter könnte vielen einen Strich durch die Rechnung machen. Wann sich der Blick zum Himmel lohnt und wo die Chancen auf freie Sicht am besten stehen.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Messelbergsternwarte Mondfinsternis: Messelbergsternwarte Mondfinsternis

Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026 in Baden-Württemberg: Alle wichtigen Uhrzeiten, Wetterprognose und Tipps zur besten Sicht im Überblick.

Reiner Hartmann, Honorarfrei

In der Nacht auf Freitag, 28. August 2026, lohnt sich für Frühaufsteher in Baden-Württemberg der Blick zum Himmel. Eine partielle Mondfinsternis ist zu sehen. Ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 6:12 Uhr. Allerdings könnte ausgerechnet das Wetter die Beobachtung erschweren. Für die Nacht zum Freitag sind von Westen her dichtere Wolken, Regen und örtlich auch Gewitter angekündigt.

Wann ist die Mondfinsternis in Baden-Württemberg zu sehen?

Die Mondfinsternis beginnt bereits um 3:23 Uhr MESZ, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Zunächst ist die Verdunkelung allerdings nur schwach wahrnehmbar. Deutlich interessanter wird es ab 4:33 Uhr: Dann erreicht der Kernschatten der Erde den Mond und die partielle Phase beginnt. Ihren Höhepunkt erreicht die Mondfinsternis um 6:12 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond allerdings bereits sehr tief über dem Horizont. In Stuttgart beträgt seine Höhe nur noch knapp vier Grad, in Freiburg knapp fünf Grad. Freie Sicht nach Westsüdwesten ist deshalb besonders wichtig.

Danach verschwindet der Mond je nach Standort schon bald unter dem Horizont. In Stuttgart ist der Monduntergang gegen 6:41 Uhr, in Freiburg gegen 6:48 Uhr. Die eigentliche partielle Finsternis dauert rechnerisch noch bis 7:51 Uhr, die Halbschattenphase bis 9:01 Uhr.

Damit liegt das beste Beobachtungsfenster voraussichtlich zwischen etwa 4:30 und 6:30 Uhr. Wer vor allem das Maximum sehen möchte, sollte einen Standort mit möglichst freiem Blick zum westlichen beziehungsweise westsüdwestlichen Horizont wählen.

Wie wird das Wetter zur Mondfinsternis?

Astronomisch sind die Voraussetzungen eindeutig. Meteorologisch sieht es unsicherer aus. Nach aktuellen Prognosen ziehen bereits am Donnerstagabend erste Schauer und Gewitter auf. In der Nacht zum Freitag verdichtet sich die Bewölkung von Westen, in Baden folgt schauerartiger Regen. Teilweise sind auch Gewitter mit Starkregen und Sturmböen möglich. Das ist für die Mondfinsternis denkbar ungünstig. Gerade in den Stunden vor Sonnenaufgang, in denen die partielle Phase sichtbar ist, könnten dichte Wolken und Niederschlag den Blick auf den Mond vielerorts versperren. Entscheidend wird sein, wo sich kurzfristig Wolkenlücken bilden. Am Freitagvormittag soll es verbreitet weiter kräftig regnen, bevor sich der Niederschlag im Tagesverlauf zunehmend in die südöstlichen Landesteile zurückzieht.

Wo sind die Chancen auf freie Sicht am besten?

Die langfristige durchschnittliche Wolkenbedeckung für den 28. August unterscheidet sich innerhalb Baden-Württembergs etwas. Die aktuellen Prognosen reichen für die größeren Städte von 52 Prozent in Freiburg bis 63 Prozent in Heidelberg. Dabei handelt es sich allerdings um statistische Durchschnittswerte und nicht um die konkrete Wetterprognose für die Nacht der Mondfinsternis.

Wegen der angekündigten Wetterfront sind diese Klimawerte für die tatsächlichen Sichtverhältnisse nur eingeschränkt aussagekräftig. Kurzfristig können wenige Kilometer darüber entscheiden, ob der Mond hinter einer geschlossenen Wolkendecke verschwindet oder durch eine größere Wolkenlücke sichtbar wird.

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond befindet. Der Mond wandert dadurch durch den Schatten der Erde. Voraussetzung dafür ist Vollmond. Zugleich müssen Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Ebene liegen. Deshalb gibt es nicht bei jedem Vollmond eine Mondfinsternis. Bei einer partiellen Mondfinsternis taucht nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde ein. Bei einer totalen Mondfinsternis befindet sich dagegen der gesamte Mond im Kernschatten. Der verdunkelte Teil kann dabei rötlich oder bräunlich erscheinen. Ursache ist die Erdatmosphäre. Sonnenlicht wird beim Durchgang durch die Atmosphäre gebrochen. Kurzwelliges blaues Licht wird stärker gestreut, während vor allem rötliches Licht bis in den Erdschatten gelangt. Ein ähnlicher Effekt wie bei einem roten Sonnenuntergang.

Mondfinsternis beobachten: freie Sicht nach Westen entscheidend

Eine spezielle Schutzausrüstung wie bei einer Sonnenfinsternis ist bei einer Mondfinsternis nicht erforderlich. Sie kann gefahrlos mit bloßem Auge beobachtet werden. Ein Fernglas kann Details an der Grenze zwischen beleuchtetem und verdunkeltem Mond zusätzlich sichtbar machen.

Für Baden-Württemberg ist diesmal vor allem der Standort entscheidend. Das Maximum um 6:12 Uhr findet nur kurze Zeit vor dem Monduntergang statt. Gebäude, Berge oder Bäume am westlichen Horizont können den Blick daher selbst bei wolkenfreiem Himmel verhindern. In Stuttgart steht der Mond beim Maximum nur noch rund 3,7 Grad über dem Horizont, in Freiburg rund 4,7 Grad.