Nach der Lungenoperation
: Wie geht es Papst Leo XIV.?

Bei Papst Leo XIV. ist Lungenkrebs diagnostiziert worden. Der 71-Jährige wurde am Dienstag in Rom operiert. Wie geht es nun weiter?
Von
Lukas Böhl
Rom
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Papst Leo XIV.: Papst Leo XIV. erteilt seinen Segen, während er im Vatikan vom Fenster seines Arbeitszimmers mit Blick auf den Petersplatz das Mittagsgebet „Angelus“ spricht. Der Pontifex ist vor seiner bevorstehenden Operation an der Lunge im Krankenhaus angekommen.  (zu dpa: «Papst für Lungen-OP in Klinik - Eingriff am Nachmittag»)

Papst Leo XIV. hat die OP laut Angaben der Ärzte gut überstanden.

Andrew Medichini/AP/dpa

Papst Leo XIV. hat seine Lungenoperation gut überstanden. Wie das Presseamt des Heiligen Stuhls am Dienstagabend (13. Oktober) mitteilte, verlief der Eingriff in der römischen Gemelli-Klinik erfolgreich und ohne Komplikationen. Dem 71-jährigen Oberhaupt der katholischen Kirche wurde dabei der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt. Während der Operation bestätigte sich allerdings der Verdacht auf einen bösartigen Tumor: Bei Leo XIV. wurde ein Adenokarzinom der Lunge festgestellt.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte erwachte der Papst nach dem Eingriff regulär aus der Vollnarkose. Nach einer kurzen Beobachtungsphase konnte er in sein Krankenzimmer im zehnten Stock der Gemelli-Klinik zurückkehren. Die eigentliche Operation dauerte rund 90 Minuten, insgesamt verbrachte der Pontifex etwa drei Stunden im Operationssaal.

In einer offiziellen Mitteilung erklärten der vatikanische Arzt Luigi Carbone und der leitende Chirurg Stefano Margaritora, dass der Eingriff erfolgreich verlaufen sei. Die Operation sei planmäßig durchgeführt worden.

Bei der Operation wurde Lungenkrebs bestätigt

Erst am Sonntag hatte Leo XIV. die Gläubigen auf dem Petersplatz persönlich über seine bevorstehende Operation informiert. Bei einer kürzlich durchgeführten Routineuntersuchung sei ein begrenzter Knoten in seiner Lunge entdeckt worden, erklärte der Papst nach dem Angelusgebet. Die Veränderung sei in einem sehr frühen Stadium erkannt worden und gut lokalisiert gewesen.

Seine Ärzte hätten ihm empfohlen, den Knoten operativ entfernen zu lassen. Dieser Empfehlung wollte Leo XIV. folgen. Gleichzeitig bat er die Gläubigen weltweit um ihr Gebet.

Dass es sich bei dem Knoten tatsächlich um Krebs handelte, bestätigte die Gewebeuntersuchung während der Operation am Dienstag. Nach Angaben des Vatikans hatten bereits die Untersuchungen vor dem Eingriff den Verdacht auf ein Adenokarzinom nahegelegt.

Ein Adenokarzinom ist eine Form des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses. Bei frühzeitiger Diagnose und einem auf die Lunge begrenzten Tumor kann eine Operation unter Umständen bereits die entscheidende Behandlung sein. Ob dies auch bei Papst Leo XIV. der Fall ist, lässt sich derzeit aber noch nicht beurteilen.

Wie geht es Papst Leo XIV. jetzt?

Die unmittelbaren Nachrichten aus der Gemelli-Klinik sind zunächst positiv. Der Papst hat die Operation ohne die vom Vatikan gemeldeten Komplikationen überstanden und befindet sich in der postoperativen Erholungsphase.

Über den weiteren Verlauf seiner Genesung liegen allerdings noch keine detaillierten medizinischen Angaben vor. Insbesondere ist unklar, ob das Krebsgewebe vollständig entfernt werden konnte und ob weitere Behandlungen notwendig sind.

Entscheidend dürften nun die endgültigen Ergebnisse der Gewebeuntersuchungen sein. Sie sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, ob Lymphknoten betroffen sind und ob eine zusätzliche Therapie erforderlich wird. Auch eine mögliche Chemotherapie oder Immuntherapie ist bislang weder angekündigt noch ausgeschlossen worden.

Die behandelnden Ärzte haben deshalb noch keine abschließende Einschätzung zur langfristigen Prognose abgegeben.

Wie lange muss der Papst im Krankenhaus bleiben?

Nach bisherigen Planungen soll Leo XIV. ungefähr eine Woche in der Gemelli-Klinik bleiben. Das hatte Vatikansprecher Matteo Bruni bereits vor der Operation mitgeteilt. Alle öffentlichen Audienzen des Papstes wurden bis zum 20. Oktober abgesagt.

Auch eine für diesen Mittwoch geplante Messe auf dem Petersplatz wird nicht vom Papst selbst geleitet. Stattdessen hat Leo XIV. Kardinal Luis Antonio Tagle mit der Feier beauftragt. Bei dem Gottesdienst soll besonders für die Gesundheit des Kirchenoberhaupts gebetet werden.

Ob der Papst bereits in der kommenden Woche wieder öffentliche Termine wahrnehmen kann, hängt von seiner Genesung ab. Für den 6. bis 17. November ist zudem eine größere Reise nach Südamerika mit Stationen in Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen. Ob Leo XIV. diese Reise wie geplant antreten kann, ist angesichts seiner Erkrankung noch offen.