Nach Überschwemmung in Istanbul
: Wetterbehörde warnt erneut vor Dauerregen

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Istanbul drohen der türkischen Millionenmetropole erneut heftige Regenfälle.
Von
Lukas Böhl
Istanbul
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Wetter in Istanbul: Fahrzeuge fahren während eines heftigen Regens in Istanbul auf einer teilweise überfluteten Straße. (zu dpa: «Türkei droht nach Überschwemmungen weiterer Starkregen»)

Wetter in Istanbul: Fahrzeuge fahren während eines heftigen Regens in Istanbul auf einer teilweise überfluteten Straße.

Omer Hamza Yildiz/Dia Photo/AP/dpa

Istanbul kommt nicht zur Ruhe. Nach den schweren Überschwemmungen vom Mittwoch (14. Oktober), bei denen mindestens drei Menschen ums Leben kamen, steht der Stadt die nächste Regenfront bevor. Die türkische Wetterbehörde Meteoroloji Genel Müdürlüğü (MGM) hat eine neue Unwetterwarnung herausgegeben. Demnach müssen sich die rund 16 Millionen Einwohner am Freitag (16. Oktober) und Samstag (17. Oktober) erneut auf ergiebige Regenfälle einstellen.

Laut der amtlichen Prognose setzen die Niederschläge am Freitagmorgen wieder ein. Besonders betroffen sind zunächst die nördlichen Stadtteile Istanbuls, vor allem auf der europäischen Seite. In der Nacht zum Samstag sollen sich die Regenfälle weiter verstärken und anschließend große Teile des Stadtgebiets erfassen. Die Warnung gilt bis Samstag um Mitternacht.

Wetterdienst warnt vor weiteren Überschwemmungen

Die türkische Wetterbehörde stuft die erwarteten Niederschläge als sehr stark ein. Neben Überschwemmungen und überfluteten Straßen besteht demnach auch die Gefahr von Erdrutschen und Blitzeinschlägen. Zudem müssen Autofahrer mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen.

Besonders problematisch: Die Stadt kämpft noch immer mit den Folgen der vorangegangenen Regenfälle. Der Wetterdienst weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schäden und Gefahren der Überschwemmungen vom Mittwoch weiterhin bestehen. Neue Niederschläge könnten die Lage deshalb zusätzlich verschärfen.

Drei Tote nach historischen Regenfällen

Bereits am Mittwoch hatten außergewöhnlich heftige Regenfälle weite Teile Istanbuls unter Wasser gesetzt. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen und zahlreiche Wohnungen sowie Geschäfte überflutet. Auch Unterführungen und Teile der Verkehrsinfrastruktur waren betroffen.

Nach Angaben der Behörden kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Unter den Opfern befand sich ein 14-jähriger Junge, der durch einen Stromschlag in einer Wasserlache starb. Zahlreiche Menschen mussten aus überfluteten Gebäuden und Fahrzeugen gerettet werden.

Nach Angaben des Istanbuler Gouverneurs Davut Gül erreichten die Niederschläge ein Ausmaß, wie es die Stadt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1942 nicht mehr erlebt hatte. Wegen der gefährlichen Wetterlage wurde der Schulunterricht ausgesetzt. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, möglichst zu Hause zu bleiben.

Keine Entwarnung für Istanbul

Mit der erneuten Starkregenwarnung bleibt die Situation in Istanbul angespannt. Die türkische Wetterbehörde fordert die Bevölkerung auf, besonders vorsichtig zu sein und gefährdete Bereiche zu meiden.

Ob es erneut zu ähnlich schweren Überschwemmungen wie am Mittwoch kommt, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen. Fest steht jedoch: Die nächste Unwetterphase trifft Istanbul zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt die Folgen der jüngsten Regenkatastrophe noch nicht überwunden hat.