Prinz Harry verliert vor Gericht
: Seine deutliche Kritik nach Niederlage gegen die „Daily Mail“

Prinz Harry hat den Rechtsstreit gegen den Herausgeber der „Daily Mail“ verloren und erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Gericht sowie den Verlauf des Verfahrens.
Von
Judith Müller
London
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Der britische Prinz Harry

Prinz Harry reagierte nach seiner Niederlage vor dem High Court in London mit scharfer Kritik an der Gerichtsentscheidung.

picture alliance/dpa/AP, Evgeniy Maloletka

Prinz Harry muss im Rechtsstreit gegen den Herausgeber der britischen Zeitung „Daily Mail“ eine Niederlage hinnehmen. Der High Court in London wies die Klage des Herzogs von Sussex und mehrerer Mitkläger ab. Der 41-Jährige reagierte anschließend mit scharfer Kritik an der Entscheidung und sprach gemeinsam mit Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence von einer verfehlten Rechtsprechung.

Wie unter anderem die BBC, der Independent und die Daily Mail berichten, wurde das Urteil nach einem mehrwöchigen Verfahren veröffentlicht. Harry hält sich derzeit für Termine rund um die Invictus Games in London auf.

Prinz Harry reagiert mit scharfem Statement

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit Baroness Doreen Lawrence zeigt sich Prinz Harry tief enttäuscht über das Urteil. Darin heißt es, man sei vor Gericht gezogen, „um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu suchen. Doch wir haben weder das eine noch das andere erhalten.“

Besonders deutlich kritisieren die beiden die Begründung des Gerichts. In dem Statement werfen sie dem Gericht vor, den Herausgeber der „Daily Mail“ entlastet zu haben, obwohl aus ihrer Sicht Dokumente das Gegenteil belegten. Wörtlich ist von einer „Vertuschung“ die Rede. Außerdem bemängeln sie, Aussagen von Journalisten seien trotz angeblicher Widersprüche und Ungereimtheiten als glaubwürdig eingestuft worden.

Nachfragen zu der Entscheidung hatte Prinz Harry zuvor bei einem öffentlichen Termin in London nicht beantwortet.

Worum geht es in dem Rechtsstreit?

Prinz Harry hatte gemeinsam mit sechs weiteren Klägern gegen den Verlag Associated Newspapers Limited, den Herausgeber der „Daily Mail“, der „Mail on Sunday“ und Mail Online, geklagt. Zu den Mitklägern gehörten unter anderem Musiker Elton John, dessen Ehemann David Furnish sowie Schauspielerin Elizabeth Hurley.

Die Kläger warfen dem Verlag vor, über Jahre hinweg unrechtmäßige Methoden eingesetzt zu haben, um an private Informationen zu gelangen. Zu den Vorwürfen gehörten unter anderem der Einsatz von Privatdetektiven, das mutmaßliche Abhören von Telefonen sowie weitere Formen rechtswidriger Informationsbeschaffung.

Associated Newspapers wies sämtliche Vorwürfe stets entschieden zurück.

Gericht weist sämtliche Ansprüche ab

Nach einem mehrwöchigen Prozess, der zwischen Januar und März 2026 stattfand, veröffentlichte das Gericht am 7. Juli sein Urteil. Demnach sei es den Klägern nicht gelungen, zweifelsfrei nachzuweisen, dass veröffentlichte Informationen durch illegale Methoden beschafft worden seien.

Aus diesem Grund wurden sämtliche Ansprüche abgewiesen.

Die „Daily Mail“ wertete das Urteil auf ihrer Website als Erfolg.

Harry kritisiert den Richter deutlich

In ihrer Stellungnahme gehen Prinz Harry und Baroness Lawrence noch weiter. Sie argumentieren, das Urteil stehe im Widerspruch zu früheren Entscheidungen britischer Gerichte in vergleichbaren Verfahren gegen die News Group Newspapers und die Mirror Group Newspapers.

Zudem äußern sie den Vorwurf, der zuständige Richter habe früher Mandanten in ähnlichen Medienverfahren vertreten, weshalb aus ihrer Sicht Fragen zur Bewertung des Falls offenblieben. Eine Stellungnahme des Richters zu diesen Vorwürfen liegt bislang nicht vor.

Mit der Niederlage endet vorerst ein weiteres Kapitel in Prinz Harrys langjährigem juristischen Kampf gegen Teile der britischen Boulevardpresse. Der Herzog von Sussex hatte in den vergangenen Jahren mehrfach betont, gegen aus seiner Sicht rechtswidrige Methoden einzelner Medien vorgehen zu wollen.

Quellen: BBC, The Independent, Daily Mail, Urteil des High Court in London