Reisewarnung für Kanada?
: Das müssen Reisende wissen

Waldbrände und neue Einreisebeschränkungen sorgen derzeit in Kanada für Einschränkungen – Reisende sollten sich regelmäßig über die Lage informieren.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Waldbrände in Kanada: 09.08.2026, Kanada, Summerland: Der Waldbrand in der Bald Range, der die Menschen in der Region Süd-Okanagan zur Evakuierung ihrer Häuser gezwungen hat, wütet am späten Samstag. Foto: DARRYL DYCK/The Canadian Press/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Waldbrände in Kanada: Der Waldbrand in der Bald Range, der die Menschen in der Region Süd-Okanagan zur Evakuierung ihrer Häuser gezwungen hat.

DARRYL DYCK/The Canadian Press/AP/dpa

Wer derzeit eine Reise nach Kanada plant, sollte die aktuelle Lage aufmerksam verfolgen. In mehreren Teilen des Landes sorgen ausgedehnte Waldbrände für Einschränkungen. Betroffen sind unter anderem Regionen in British Columbia sowie im Nordwesten Ontarios.

Zusätzlich gelten seit Ende Mai 2026 besondere Einreisebestimmungen für Personen, die sich in bestimmten Ebola-Risikogebieten aufgehalten haben oder dort ihren Wohnsitz haben.

Eine pauschale Warnung vor Reisen nach ganz Kanada gibt es vom Auswärtigen Amt allerdings nicht. Reisende sollten insbesondere für die betroffenen Regionen aktuelle Informationen einholen und ihre Route gegebenenfalls kurzfristig anpassen.

Waldbrände in Kanada: British Columbia besonders betroffen

In zahlreichen Gebieten Kanadas kommt es derzeit zu größeren Waldbränden. Dazu zählen auch Regionen, die bei Urlaubern und Rundreisenden beliebt sind. Besonders angespannt ist die Situation in British Columbia. Dort wurde offiziell der Notstand ausgerufen. Westlich des Okanagan-Sees mussten weitere Gebiete evakuiert werden.

Auch Reisende, die sich nicht unmittelbar in einem Brandgebiet befinden, können von den Folgen betroffen sein. Rauch kann sich über große Entfernungen ausbreiten und die Luftqualität deutlich verschlechtern. Abhängig von Windrichtung und Wetterlage sind deshalb auch außerhalb der eigentlichen Waldbrandgebiete Belastungen möglich.

Hinzu kommen mögliche Einschränkungen im Straßen- und Reiseverkehr. Straßen können kurzfristig gesperrt werden, einzelne Gebiete können von Evakuierungsanordnungen betroffen sein. Für Rundreisen mit Mietwagen oder Wohnmobil bedeutet das, dass geplante Strecken unter Umständen nicht wie vorgesehen befahrbar sind.

Reisende sollten ihre Route regelmäßig überprüfen

Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden in betroffenen Gebieten, sich ausführlich über die aktuelle Waldbrandlage, Straßensperrungen, Evakuierungsanordnungen, das Wetter und die Luftqualität zu informieren.

Wichtig ist dabei, sich nicht ausschließlich auf eine vorab geplante Reiseroute zu verlassen. Die Lage kann sich bei Waldbränden schnell verändern. Wer durch British Columbia, Ontario oder andere betroffene Regionen reist, sollte deshalb regelmäßig prüfen, ob Straßen weiterhin geöffnet und Aufenthalte am geplanten Zielort möglich sind.

Neben den offiziellen kanadischen Informationsangeboten können lokale Medien wichtige Hinweise zur Situation vor Ort liefern. Verbote, Warnschilder und Anweisungen der zuständigen Behörden und Sicherheitskräfte sollten unbedingt beachtet werden.

Für aktuelle Informationen stehen unter anderem der Canadian Wildland Fire Information Service, das Canadian Interagency Forest Fire Centre, die kanadische Wetterbehörde sowie für British Columbia das Straßeninformationsportal DriveBC zur Verfügung.

Schlechte Luftqualität auch fernab der Brände möglich

Ein häufig unterschätztes Problem bei großflächigen Waldbränden ist die Rauchentwicklung. Selbst wenn ein Urlaubsort nicht unmittelbar von den Flammen betroffen ist, kann sich die Luftqualität durch Rauch und Feinstaub verschlechtern.

Reisende sollten deshalb neben der eigentlichen Waldbrandkarte auch die aktuellen Angaben zur Luftqualität berücksichtigen. Dies ist besonders relevant für Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Personen, die längere Outdoor-Aktivitäten wie Wanderungen oder Radtouren geplant haben.

Je nach Entwicklung können auch kurzfristige Änderungen des Reiseplans sinnvoll oder notwendig werden.

Neue Einreisebeschränkungen seit Mai 2026

Neben der Waldbrandlage weist das Auswärtige Amt auf besondere Einreisebestimmungen hin, die Kanada aufgrund des Ebola-Risikos eingeführt hat.

Seit dem 28. Mai 2026 sind Einreisegenehmigungen für Personen mit Wohnsitz in Ländern mit hohem oder sehr hohem Risiko eines Ebola-Ausbruchs für zunächst 90 Tage ausgesetzt. Nach den aktuellen Angaben betrifft dies die Demokratische Republik Kongo, Uganda und den Südsudan.

Die Regelung gilt auch für Reisende, denen bereits ein Visum oder eine elektronische Reisegenehmigung, die sogenannte eTA, erteilt wurde. Auch sie dürfen während des entsprechenden Zeitraums vorübergehend nicht nach Kanada einreisen, sofern sie unter die genannten Voraussetzungen fallen.

Seit dem 30. Mai 2026 gelten darüber hinaus Vorgaben für Personen, die sich innerhalb der 21 Tage vor ihrer Einreise nach Kanada in einem der genannten Gebiete aufgehalten haben. Sofern sie keine Symptome aufweisen und einreisen dürfen, müssen sie sich nach ihrer Ankunft für 21 Tage in Selbstisolation begeben.

Betroffene Reisende sollten die aktuellen Bestimmungen vor Abflug unmittelbar bei den kanadischen Behörden überprüfen.

Was Kanada-Reisende jetzt beachten sollten

Für die meisten Reisenden ist vor allem die regionale Waldbrandlage entscheidend. Wer eine Rundreise durch Kanada plant, sollte sich unmittelbar vor der Abfahrt und auch während der Reise regelmäßig über mögliche Brände, Straßensperrungen und Evakuierungen informieren.

Insbesondere bei Reisen durch British Columbia sollten alternative Strecken und gegebenenfalls flexible Übernachtungsmöglichkeiten eingeplant werden. Auch bereits gebuchte Aktivitäten können aufgrund von Bränden, Rauchentwicklung oder behördlichen Sperrungen kurzfristig ausfallen.

Die aktuellen Hinweise bedeuten nicht, dass Reisen nach Kanada grundsätzlich nicht möglich sind. Entscheidend ist jedoch, die Situation in der jeweiligen Region zu berücksichtigen und Anweisungen der kanadischen Behörden konsequent zu befolgen.

Hinweis: Die Sicherheits- und Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Reisende sollten deshalb vor Reisebeginn die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie die Informationen der kanadischen Behörden prüfen.