Royals
: Palast schweigt zu millionenschwerem Erbe von König Harald

Wer hat die privaten Immobilien von König Harald geerbt? Der norwegische Königspalast hält sich bedeckt.
Von
Katrin Jokic
Oslo
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Landhaus „Kongsseteren“ von König Harald von Norwegen.

Landhaus „Kongsseteren“ von König Harald von Norwegen.

IMAGO/Bridgeman Images

Nach dem Tod von König Harald ist die Aufteilung seines privaten Vermögens offenbar bereits in vollem Gange. Wie die norwegische Zeitung „Nettavisen“ unter Berufung auf öffentliche Dokumente berichtet, haben gleich mehrere wertvolle Immobilien der Königsfamilie den Eigentümer gewechselt.

Demnach wurden sowohl die königliche Residenz Kongsseteren am Voksenkollen in Oslo als auch die Prinzenhütte in Sikkilsdalen im Rahmen einer Erbauseinandersetzung am 20. Oktober auf einen neuen Eigentümer übertragen.

Die beiden Anwesen, deren Gesamtwert sich auf mehrere Hundert Millionen norwegische Kronen belaufen soll, gehörten zum persönlichen Vermögen des verstorbenen Monarchen.

Wer hat die königlichen Immobilien geerbt?

Als wahrscheinlichster neuer Eigentümer gilt König Haakon (53). Schließlich gehören sowohl Kongsseteren als auch die Prinzenhütte traditionell dem jeweils regierenden Monarchen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es allerdings bislang nicht.

In den öffentlich zugänglichen Unterlagen wird der Name des neuen Eigentümers aus Sicherheitsgründen nicht genannt. Stattdessen findet sich der Hinweis, dass die Identität gemäß entsprechenden Anweisungen geschützt wird.

Auch der norwegische Königspalast beantwortete bislang keine konkreten Fragen zur Verteilung des Erbes.

Palastsprecherin Guri Varpe erklärte gegenüber der Zeitung „Aftenposten“ lediglich, dass die Erbauseinandersetzung noch nicht abgeschlossen sei. Deshalb werde man sich vorerst nicht zu den privaten Immobilien äußern.

Expertin: Palast versucht nicht, etwas zu verbergen

Für die norwegische Königshausexpertin Tove Taalesen ist die Zurückhaltung des Palastes keine Überraschung.

„Es handelt sich um eine private Erbauseinandersetzung. Ich bin überzeugt, dass das meiste bereits vor König Haralds Tod geregelt war“, erklärt sie gegenüber „Nettavisen“.

Auch die Tatsache, dass die Namen der neuen Eigentümer aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden, sei kein Hinweis auf bewusste Geheimhaltung.

„Das bedeutet nicht, dass der Palast versucht, etwas zu verbergen“, betont Taalesen.

Gleichzeitig habe die Öffentlichkeit durchaus ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, wer die wertvollen königlichen Immobilien künftig besitzt.

Was passiert mit dem Sommerhaus auf Mågerø?

Während die Zukunft von Kongsseteren und der Prinzenhütte aufgrund der königlichen Tradition vergleichsweise klar erscheint, gibt es bei einem weiteren Anwesen deutlich mehr Fragezeichen.

Dabei handelt es sich um das private Sommerdomizil von König Harald und Königin Sonja (89) auf Mågerø bei Tjøme. Das ehemalige Königspaar nutzte das Anwesen seit 1993 als persönlichen Rückzugsort.

Anders als die beiden anderen Immobilien ist Mågerø nicht traditionell an den jeweils regierenden Monarchen gebunden. Was mit dem Anwesen nach Haralds Tod geschieht, ist deshalb völlig offen.

„Mågerø ist die große Unbekannte“, sagt Taalesen.

Die Expertin hält verschiedene Szenarien für denkbar. So könnte das Sommerhaus künftig als gemeinsamer Treffpunkt für die gesamte Königsfamilie dienen. Ebenso sei es möglich, dass die Immobilie langfristig verkauft werde.

Königin Sonja dürfte die Anwesen weiter nutzen

Für Königin Sonja dürfte sich zunächst allerdings wenig ändern. Taalesen geht davon aus, dass die 89-Jährige die königlichen Immobilien weiterhin so nutzen wird wie bisher.

Langfristig könnten sich jedoch neue Nutzungsmöglichkeiten ergeben – insbesondere dann, wenn die nächste Generation der Königsfamilie über die Zukunft der privaten Anwesen entscheidet.

Ob König Haakon tatsächlich sämtliche traditionsreichen Immobilien übernommen hat und was aus dem Sommerhaus auf Mågerø wird, dürfte sich erst nach Abschluss der Erbauseinandersetzung endgültig klären.