Nach den Eisheiligen
: Wie wird das Wetter zur Schafskälte 2026?

Nach den Eisheiligen kommt die Schafskälte. Gibt es einen erneuten Kälteeinbruch Mitte Juni? Das sagen aktuelle Prognosen.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Wie wird das Wetter Anfang und Mitte Juni?

Phoscar / shutterstock.com

Die Schafskälte tritt typischerweise zwischen dem 4. und 20. Juni auf, wobei der 11. Juni oft als Kernzeitraum genannt wird. Ein ausgeprägter Kälteeinbruch zeichnet sich für Deutschland Anfang bis Mitte Juni bisher nicht ab. Die aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) sprechen eher für durchschnittliche bis wärmere Temperaturen.

Prognosen bislang noch nicht eindeutig

Die Schafskälte gilt in Deutschland als eines der bekanntesten Wetterphänomene im Frühsommer. Häufig wird damit ein Temperaturrückgang um die erste Junihälfte beschrieben, wenn nach einer wärmeren Phase noch einmal kühlere Luftmassen einfließen können. Für 2026 liefern die derzeit vorliegenden Prognosen aber kein klares Signal für eine markante Schafskälte.

Das zeigt zum Beispiel die DWD-Wochenprognose für Deutschland vom 1. bis 7. Juni 2026. Sie fällt nahezu ausgeglichen aus: 33 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine kühlere Woche, 34 Prozent für normale Temperaturen und 33 Prozent für eine wärmere Woche. Die normale Kategorie liegt laut DWD für diesen Zeitraum bei einem Wochenmittel von 15,3 bis 17,4 Grad. Damit sieht der Deutsche Wetterdienst für die erste Juniwoche derzeit weder ein klares Kälte- noch ein klares Wärmesignal.

Auch das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage zeigt in seinen Wochenkarten kein eindeutiges Bild einer deutschlandweiten Schafskälte. Für die Woche vom 1. bis 8. Juni liegt Deutschland überwiegend im Bereich normaler bis leicht positiver Temperaturabweichungen. Für die Woche vom 8. bis 15. Juni verstärkt sich nach den vorliegenden ECMWF-Karten sogar eher das Signal leicht überdurchschnittlicher Temperaturen über Mitteleuropa. Das spricht nicht dafür, dass Deutschland nach aktuellem Stand in eine großflächige und länger anhaltende Kältephase rutscht.

Juni eher zu warm?

Im DWD-Newsletter vom 18. März wird die Wahrscheinlichkeit für einen wärmeren April-Juni-Zeitraum mit 56 Prozent angegeben. Für Mai bis Juli liegt sie bei 67 Prozent, für Juni bis August sogar bei 81 Prozent. Gleichzeitig weist der DWD darauf hin, dass saisonale Klimavorhersagen nur Tendenzen für größere Gebiete und längere Zeiträume beschreiben. Einzelne kühle Tage oder Wochen können also auch in einem insgesamt warmen Zeitraum auftreten. Genau darin liegt die Einschränkung für die aktuellen Prognosen zur Schafskälte: Eine saisonale Vorhersage kann Hinweise auf den Charakter des Frühsommers geben, ersetzt aber keine konkrete Wettervorhersage für einzelne Tage.

Ob es um den 11. Juni herum nachts frostgefährdet in Muldenlagen wird, ob kalter Nordwestwind einsetzt oder ob sich Hochdruck durchsetzt, lässt sich erst deutlich kurzfristiger seriös beurteilen. Ein kurzer Temperaturrückgang ist Anfang Juni zwar nicht ausgeschlossen, vor allem wenn sich kühlere Atlantikluft weiter nach Mitteleuropa durchsetzt. Die Mehrzahl der vorliegenden Signale spricht aber gegen eine längere, deutschlandweite Kältephase und eher für normales bis leicht wärmeres Wetter in der ersten Junihälfte.