Schlimm, schlimmer, Griechenland
: So ist die Lage in Südeuropas Waldbrand-Gebieten

Im Kampf gegen die Waldbrände westlich von Athen starben zwei Piloten. Die Flammen bedrohen weiterhin Megara und zerstörten mehr als 10.000 Hektar Wald. Ein Überblick über die Waldbrände in Südeuropa.
Von
Markus Brauer
Athen/Madrid/Carcassonne
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Ein Feuerwehrmann steht vor den lodernden Flammen eines Waldbrands in der Nähe von Porto Germeno, nordwestlich von Athen.

Ein Feuerwehrmann steht vor den lodernden Flammen eines Waldbrands in der Nähe von Porto Germeno, nordwestlich von Athen.

Michael Varaklas/AP/dpa
  • Griechenland kämpft weiter gegen Brände westlich von Athen – Megara bleibt bedroht.
  • Zwei Piloten starben am Sonntag bei einem Zusammenstoß von Löschhubschraubern.
  • Über 10.000 Hektar Wald zerstört, Häuser und Tiere betroffen; Ursache wohl Funken an Leitungen.
  • Winde sollen nachlassen, doch der Zivilschutz warnt vor sehr hoher Gefahr rund um Athen.
  • Spanien meldet Entspannung, Frankreich: neuer Brand bei Carcassonne, Evakuierungen teils aufgehoben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die schweren Waldbrände in Griechenland haben zwei weitere Menschenleben gefordert. Nach Angaben der Behörden kamen am Sonntag (2. August) der Pilot und der Copilot eines Löschhubschraubers ums Leben, der während eines Einsatzes westlich von Athen nach einem Zusammenstoß mit einem zweiten Helikopter abstürzte. Der Kampf gegen die Flammen dauert an.

In Spanien hat sich die Lage dagegen deutlich entspannt, auch in Frankreich bleibt die Situation trotz einiger neuer Feuer stabil.

Video zeigt Helikopter-Crash

Mit dem Helikopter-Unglück stieg die Zahl der Todesopfer der Brände in Griechenland auf fünf. Bereits in der vergangenen Woche waren auf Kreta und auf der Halbinsel Peloponnes drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen.

Der staatliche Rundfunk ERT zeigte ein Video, das den Zusammenstoß der beiden Löschhubschrauber zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie ein Helikopter den Rotor des anderen berührt. Kurz darauf explodiert einer der Hubschrauber und stürzt als Feuerball zu Boden. Die Leichen der beiden Piloten dieses Helikopters wurden später gefunden, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Der Pilot stammte aus Dänemark. Der Copilot war Grieche.

Der Pilot des anderen am Unglück beteiligten Hubschraubers konnte nach dem Zusammenstoß eine Notlandung durchführen. Beide Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall, berichtete der griechische Rundfunk.

Feuer bedroht Megara

Der große Waldbrand westlich von Athen ist weiterhin außer Kontrolle. Die Flammen haben sich bis auf wenige Kilometer der Stadt Megara mit rund 36.000 Einwohnern ausgebreitet. Nach ersten Schätzungen wurden allein in dieser Region mehr als 10.000 Hektar Wald zerstört. Zahlreiche Nutz- und Wildtiere verendeten. Zudem wurden Häuser, Ställe und landwirtschaftlich genutzte Flächen ein Raub der Flammen.

Für diesen Montag (3. August) erwartet der griechische Wetterdienst landesweit nachlassende Winde. Entwarnung könne dennoch nicht gegeben werden, betonte der Zivilschutz. Vor allem in der Region rund um Athen bleibt die Waldbrandgefahr sehr hoch.

Feuerwehrleute in der Nähe von Porto Germeno im Einsatz.

Feuerwehrleute in der Nähe von Porto Germeno im Einsatz.

Michael Varaklas/AP/dpa

Einsatzkräfte kämpfen an mehreren Fronten

Feuerwehr, Armee und Zivilschutz legen mit schwerem Gerät Brandschneisen an, um den Vormarsch der Flammen vor allem im dicht bewaldeten Kitheron-Gebirge westlich von Athen aufzuhalten. Die Löscharbeiten werden durch die ausgetrocknete Vegetation und das unwegsame Gelände erheblich erschwert. Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte auch von Feuerwehrleuten aus Frankreich und Rumänien.

Als mögliche Ursache des Großbrandes im Westen Athens gelten Funken an Stromleitungen eines privaten Windpark-Netzes. Die Leitungen sollen durch starken Wind ins Schwingen geraten sein. In diesem Zusammenhang wurden zwei Menschen festgenommen.

Ein Freiwilliger versucht bei einem Waldbrand in der Nähe von Porto Germeno kleine Flammen zu löschen.

Ein Freiwilliger versucht bei einem Waldbrand in der Nähe von Porto Germeno kleine Flammen zu löschen.

Michael Varaklas/AP/dpa

Lage in Spanien entspannt sich

In Spanien ist seit dem Wochenende eine Spezialeinheit aus Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Die mehr als 50 Feuerwehrleute unterstützen ihre spanischen Kollegen beim Kampf gegen Waldbrände in der nordwestlichen Region Kastilien-León. Derzeit seien die Einsatzkräfte damit beschäftigt, Glutnester aufzuspüren und abzulöschen, teilte Sprecher Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn mit.

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich aber die Lage deutlich entspannt. Landesweit waren am Wochenende nach Angaben eines spanischen Waldbrandportals mehr als 40 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände aktiv, die meisten davon in den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha.

Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen unterstützen die Brandbekämpfung im Waldbrandgebiet im Biosphärenreservat Los Ancares Leoneses.

Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen unterstützen die Brandbekämpfung im Waldbrandgebiet im Biosphärenreservat Los Ancares Leoneses.

Sven Kaeuler/dpa

Brand an Autobahn in Frankreich

Im Süden Frankreichs brach am Sonntag ein neuer Waldbrand nahe der Stadt Carcassonne aus. Das Feuer betraf der Präfektur zufolge nach wenigen Stunden 100 Hektar, Löschflugzeuge waren im Einsatz. Ausgelöst wurde es durch einen brennenden Wagen auf der Autobahn, wie Medien unter Berufung auf die Feuerwehr berichteten. Laut Präfektur wurden etwa 100 Menschen in der Gemeinde Cazilhac vorsorglich evakuiert, auch an Raststätten fanden demnach Evakuierungen statt.

Didier Monchaux steht inmitten von verbrannten Bäumen auf seinem Gelände in Lanton in der Region Gironde. Ein Großteil seiner Waldfläche ist durch die Waldbrände im Südwesten von Frankreich zerstört worden.

Didier Monchaux steht inmitten von verbrannten Bäumen auf seinem Gelände in Lanton in der Region Gironde. Ein Großteil seiner Waldfläche ist durch die Waldbrände im Südwesten von Frankreich zerstört worden.

Foto: Katharina Kausche/dpa

An der französischen Atlantikküste, wo der massivste Waldbrand der Saison gewütet hatte, dürfen am Montag dagegen nun auch Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ferienorte Lège-Cap-Ferret und Le Porge wieder zurückkehren. Dies gelte jedoch nicht für Campingplätze, teilte die Präfektur in Bordeaux mit.

Darüber hinaus wurden auch im südfranzösischen Département Var, wo sich vor drei Tagen ein wieder aufgeflammter Brand rasch ausgebreitet hatte, Evakuierungsmaßnahmen und Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Dennoch bestehe das Risiko eines Wiederaufflammens nach wie vor, insbesondere aufgrund der Winde, warnte die Präfektur. 41 Häuser seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf die Präfektur. (mit AFP-/dpa-Agenturmaterial)