US-Geschworene haben den mehrfachen Frauenmörder Michael Gargiulo für zurechnungsfähig erklärt. Im September wird das Gericht in Los Angeles das endgültige Strafmaß verkünden. Dem „Hollywood Ripper“ droht nun die Todesstrafe.
Michael Gargiulo lächelt als sein Anwalt während seines Prozesses die Schlussargumente präsentiert. Eine Woche nach einem Schuldspruch in einem aufsehenerregenden Mordprozess haben Geschworene in Los Angeles den 43-jährigen „Hollywood Ripper“ für zurechnungsfähig erklärt.
Marcio Jose Sanchez/Pool AP/dpa
Michael Gargiulo (geboren 1976): Zwölf Geschworene in Los Angeles befanden den 43-jährigen Angeklagten (links, mit seinem Anwalt), der als „Hollywood Ripper“ Schlagzeilen machte, wegen Mordes an zwei Frauen und wegen versuchten Mordes schuldig.
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Niels Högel (geboren 1976): Mehr als 100 Menschen soll der verurteilte Patientenmörder umgebracht haben. Für sechs Taten musste sich der Ex-Pfleger bereits vor Gericht verantworten. Högel sitzt seitdem lebenslang im Gefängnis.
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Alexander Pichushkin (geboren 1974): Der als „Irre vom Bitsa-Park“ in die Kriminalgeschichte eingegangene russische Serienmörder tötete in dem Moskauer Park mindestens 48 Menschen. 2007 wegen 48-fachen Mordes und dreier weiterer Mordversuche zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Frank Gust (geboren 1969): Der Dachdecker aus Oberhausen ermordete zwischen 1994 und 1998 als „Rhein-Ruhr-Ripper“ mindestens vier Frauen. 2000 wurde er zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
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Ronny Rieken (geboren 1968): Der Seriensexualstraftäter wurde als erster Straftäter in Deutschland mit einem DNA-Massentest überführt. Er missbrauchte und tötete ein elf- und 13-jähriges Mädchen im Raum Cloppenburg. 1998 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt
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Thomas Holst (geboren 1966): Der „Heidemörder“ vergewaltigte und zerstückelte zwischen 1987 und 1990 drei Frauen in und südlich von Hamburg. Es wurde zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Holst gilt als untherapierbar bei extremer Rückfallwahrscheinlichkeit.
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Wolfgang Schmidt (geboren 1966): Dem als „Beelitz-Mörder“ bekannt gewordenen Deutschen wurden sechs Morde (darunter an einem drei Monate alten Baby) und drei Mordversuche zur Last gelegt. 1992 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.
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Michail Popkow (geboren 1964): Popkow sieht während der Gerichtsverhandlung durch die Käfiggitter. Ein Gericht in Irkutsk sprach den 53-Jährigen im Dezember 2018 des Mordes an insgesamt 77 Frauen schuldig und verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe.
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Anatoly Onoprienko (1959-2013): Der „Terminator von Tschernobyl“ tötete zwischen 1989 und 1996 insgesamt 52 Menschen in der Ukraine. Seine Opfer, in der Regel ganze Familien, die er nachts auf einsamen Höfen aufsuchte, tötete er mit einer abgesägten Schrotflinte, einem Messer oder einem Spaten.
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Kurt-Werner Wichmann (1949-1993): Der Friedhofsgärtner ist als mutmaßlicher Göhrde-Mörder in die Annalen der deutschen Kriminalgeschichte eingegangen. Wichmann soll für fünf Morde verantwortlich sein, die im Sommer 1989 begangen wurden. Die Polizeidirektion Lüneburg hatte im Mai 2019 zahlreiche Asservate aus seinem früheren Haus ins Internet gestellt, darunter diese auffälligen roten Damenstiefel.
Polizeidirektion Lüneburg
Gary Rigdway (geboren 1949): Der US-Serienmörder aus Seattle – als „Green River Killer“ bekannt – wurde 2003 wegen Mordes an 48 Prostituierten zu lebenslanger Haft verurteilt. Inzwischen hat er den 49. Mord gestanden.
Wikipedia commons/King County Sheriff’s Office
Harold Shipman (1946-2004): Der britische Serienmörder – „Dr. Death“ – war Arzt in Manchester und tötete zwischen 1970 und 1998 mindestens 218 Patienten. Zu 15-facher lebenslanger Haft verurteilt.
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Jürgen Bartsch (1946–1976): Der Deutsche ermordete vier Jungen auf bestialische Weise. 1966 wurde er mit 19 Jahren verhaftet. 1976 ließ er sich in der Landesheilanstalt Eickelborn bei Soest kastrieren. Er starb im Alter von 29 Jahren an einem Narkosefehler des operierenden Arztes.
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Joseph James DeAngelo (geboren 1945): Der als „Golden State Killer“ bekannt gewordene DeAngelo soll in den 70er Jahren als Polizist gearbeitet haben. Er soll zwischen 1976 und 1986 mindestens zwölf Morde, 45 Vergewaltigungen und mehr als 120 Einbrüche im US-Bundesstaat Kalifornien begangen haben.
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Andrei Chikatilo (1936–1994): Der Russe, Spitzname der „Metzger von Rostov“, wurde wegen 53 Morden verurteilt.
Wikipedia commons/Rostov Police Department
Fritz Haarmann (1879-1925): Der Deutsche wurde 1924 wegen Mordes an 24 Jungen und jungen Männern im Alter von zehn bis 22 Jahren zum Tode verurteilt.
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Los Angeles - Eine Woche nach einem Schuldspruch in einem aufsehenerregenden Mordprozess haben Geschworene in Los Angeles den 43-jährigen Michael Gargiulo für zurechnungsfähig erklärt. Damit droht dem als „Hollywood Ripper“ bekannten Serienmörder nun die Todesstrafe, wie die „Los Angeles Times“ berichtet. Hätte die Jury ihn zum Zeitpunkt der Straftaten für unzurechnungsfähig befunden, hätte Gargiulo seine Strafe in einer Anstalt absitzen müssen. Im September soll das Gremium über das Strafmaß beraten.
Vorige Woche, am 16. August, war Gargiulo wegen Mordes an zwei Frauen und wegen versuchten Mordes an einem dritten Opfer schuldig gesprochen worden. Die Taten waren äußerst brutal. Der Mann war 2008 wenige Wochen nach einem Messerangriff auf eine 27-jährige Nachbarin in Santa Monica festgenommen worden. Die Frau überlebte.
Durch DNA-Spuren wurde der Tatverdächtige mit der Ermordung von zwei Frauen in den Jahren 2001 und 2005 in Verbindung gebracht. 2005 wurde eine 32-jährige Nachbarin Gargiulos bei einer nächtlichen Messerattacke in ihrer Wohnung getötet. Der Täter stach laut Polizeiberichten viele Male zu und schnitt seinem Opfer die Brüste ab. In einem weiteren Prozess wird Gargiulo die Ermordung einer 18-Jährigen im Jahr 1993 in Chicago im US-Bundesstaat Illinois vorgeworfen.
Gargiulo habe seine weiblichen Opfer äußerst brutal und kaltblütig umgebracht, erklärte die Staatsanwaltschaft in dem seit Mai laufenden Verfahren. Es war das „planmäßige und systematische Abschlachten von Frauen“, so Staatsanwalt Daniel Akemon.
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Gargiulo suchte „die perfekte Gelegenheit“, um zu morden
„Es war sein Hobby, die perfekte Gelegenheit zu planen, um Frauen mit einem Messer in ihren Häusern anzugreifen“, erklärte Akemon. Der Täter habe seine Opfer bewusst ausgesucht, ihnen nachgestellt und sie dann brutal attackiert.
2001 Bekannte von Ashton Kutcher erstochen
Außerdem wurde die 22-jährige Ashley Ellerin 2001 in ihrem Haus mit 47 Messerstichen getötet aufgefunden. Ellerin war eine Bekannte des Schauspielers Ashton Kutcher (41, „Two and a Half Men“). Er trat als Zeuge in dem Prozess auf. Ende Mai schilderte der Hollywood-Star, wie er im Februar 2001 Ellerin zu einer Verabredung abholen wollte, aber vergeblich an die Tür seiner Bekannten klopfte. Der damals 23-Jährige stand am Anfang seiner Karriere.
Er sei spät dran gewesen und habe sich gedacht, dass sie ohne ihn ausgegangen sei, sagte Kutcher. Er habe durch ein Fenster geschaut und rote Flecken auf dem Teppich entdeckt, die er aber für Rotwein gehalten habe. Wenige Tage zuvor hätten sie dort eine Party gefeiert, und so habe er sich nichts weiter dabei gedacht.
Kutcher, der seit 2015 mit seiner Kollegin Mila Kunis verheiratet ist und mit ihr zwei Kinder hat, zählte zu den mehr als 200 Personen auf der Zeugenliste in dem Prozess.
Überlebende überführe den mörderischen Klempner Gargiulo
Gargiulo, ein Klempner, wurde im Juni 2008 wenige Wochen nach einem Messerangriff auf eine 27 Jahre alte Nachbarin in Santa Monica festgenommen. Die Frau überlebte und sagte nun vor Gericht aus: Sie sei nachts aufgewacht, als ein Mann mit einem Messer auf sie eingestochen habe. Dabei wurde der Angreifer verletzt und hinterließ bei seiner Flucht Blutspuren, die schließlich zu seiner Verhaftung führten.
Gargiulo habe die Morde immer bestritten, machten seine Anwälte geltend. Den Angriff auf die Nachbarin in Santa Monica räumte die Verteidigung jedoch ein. Über ihren Mandanten sagten sie, er habe an einer psychischen Störung gelitten und könne sich nicht an den Vorfall erinnern.
Die Geschworenen müssen kommende Woche über die Zurechnungsfähigkeit des Angreifers urteilen. Gargiulo könnte möglicherweise die Todesstrafe erhalten.
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„Hollywood Ripper“ tötete bereits 1993 in Chicago
In einem weiteren Prozess wird dem Beschuldigten die Ermordung einer 18-Jährigen in Chicago im US-Bundesstaat Illinois vorgeworfen. Der Fall ereignete sich im Jahr 1993. Die brutale Gewaltserie soll mit dem Mord an seiner jungen Nachbarin begonnen haben.
Gargiulo war damals 17 Jahre alt und mit dem jüngeren Bruder des Opfers befreundet. Erst viele Jahre später konnten die Ermittler DNA-Spuren unter den Fingernägeln der Ermordeten mit dem „Hollywood Ripper“ in Verbindung bringen.