Siamesische Zwillinge getrennt: Tamari und Tebrole geht es nach OP gut

Die siamesischen Zwillinge Tamari und Tebrole nach der erfolgreichen Trennung.
Kinderklinik Köln/dpaKöln – Das in einer komplizierten OP getrennte siamesische Zwillingspaar ist über den Berg. Beide Mädchen hätten die Intensivstation eines Kölner Kinderkrankenhauses verlassen, sagte der Chefarzt der Kinderchirurgie, Thomas Boemers, am Freitag. „Tamari und Tebrole geht es ausgesprochen gut.“ Beide seien stabil und müssten nicht mehr beatmet werden. In einer Woche könnten die Mädchen voraussichtlich nach Hause.
Auch nach der Operation seien die beiden „emotional sehr verbunden“. „Sie liegen, wie sie es gewöhnt sind, im selben Bettchen, lächeln sich zu, kuscheln und tasten sich gegenseitig das Gesicht ab“, sagte Boemers. Die weitere Entwicklung der Kinder werde normal verlaufen, schätzen die Ärzte. Die erste Nachuntersuchung werde noch in Köln stattfinden. In drei bis vier Woche könnten Tamari und Tebrole mit ihrer Mutter wieder zurück in ihre Heimat Georgien. Die Familie hat Verwandte in Köln.
OP dauerte fünf Stunden
In einer fünfstündigen Operation hatten die Kölner Ärzte das siamesische Zwillingspaar Anfang September getrennt. Die beiden Babys, die am 12. September sechs Monate alt werden, waren am unteren Brust- und Bauchbereich zusammengewachsen. Beide hatten der Klinik zufolge zwar alle Organe, teilten sich jedoch eine Leber. „Die Aussicht auf Erfolg war von Anfang an sehr gut. Eine Garantie, mit auftretenden Infektionen klarzukommen, gibt es aber nie“, sagte der Ärztliche Direktor des Kinderkrankenhauses, Michael Weiß.
Die Kosten für die Operation von rund 81.000 Euro wurden der Klinik zufolge von Hilfsorganisationen übernommen. Für das Kinderkrankenhaus war es nach eigenen Angaben die erste operative Trennung siamesischer Zwillinge.