Sonnenfinsternis 2026
: Warum darf man nicht in die Sonne gucken?

Eine Sonnenfinsternis ist ein beeindruckendes Naturschauspiel und in wenigen Tagen ist es wieder soweit. Aber warum darf man nicht in eine Sonnefinsternis gucken? Warum normale Sonnenbrillen nicht ausreichen und welche Schutzmaßnahmen wirklich helfen.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Sonne, Mond und Sterne 2026

Warum ist der Blick in eine Sonnenfinsternis gefährlich? Erfahren Sie, wie die Netzhaut geschädigt wird und welche Brillen, Filter und Beobachtungsmethoden schützen.

Julio Cortez/AP/dpa

Am 12. August 2026 lohnt sich der Blick in den Abendhimmel: Über Deutschland ist eine besonders starke partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Vielerorts verschwindet ein großer Teil der Sonnenscheibe hinter dem Mond. Aber auch, wenn sich die Sonne verdunkelt, sollte nicht hineingeschaut werden.

Der direkte Blick kann die Netzhaut verletzen

Auch während einer Sonnenfinsternis strahlt die Sonne weiterhin äußerst intensiv. Das Sonnenlicht wird durch die Hornhaut und die Linse des Auges gebündelt und auf die Netzhaut fokussiert. Dadurch kann das empfindliche Gewebe stark geschädigt werden. Besonders tückisch: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Betroffene bemerken eine Verletzung deshalb oft nicht sofort. Beschwerden wie dunkle oder graue Flecken, verschwommenes Sehen oder verzerrte Linien können erst Stunden später auftreten. Bei solchen Symptomen sollte umgehend ein Augenarzt oder eine Augenklinik aufgesucht werden. Die Schäden können dauerhaft sein.

Warum die Gefahr bei einer Sonnenfinsternis besonders groß ist

Bei einer partiellen Sonnenfinsternis ist die Sonne nicht vollständig verdeckt. Wer versucht, durch die verbleibende helle Sonnenscheibe zu schauen, setzt seine Augen weiterhin intensiver Strahlung aus. Am Abend kann die Gefahr zusätzlich steigen. In der Dämmerung ist die Pupille weiter geöffnet, sodass mehr Strahlung auf die Netzhaut gelangen kann. Eine normale Sonnenbrille bietet dagegen keinen ausreichenden Schutz.

Diese Brillen schützen die Augen

Für die direkte Beobachtung sollten ausschließlich geprüfte Sonnenfinsternisbrillen verwendet werden. Sie verfügen über eine spezielle Filterfolie, die nur einen sehr kleinen Teil des Sonnenlichts durchlässt.

Beim Kauf sollten folgende Merkmale beachtet werden:

  • Angabe der Norm DIN EN ISO 12312-2
  • CE-Kennzeichnung
  • beiliegende Benutzungs- und Warnhinweise
  • unbeschädigte Filterfolie ohne Kratzer oder Risse
  • vollständige Abdeckung der Augen, auch an den Seiten

Die Brille sollte dicht am Gesicht sitzen. Vor jeder Nutzung ist eine Sichtprüfung wichtig.

Auch Kameras und Teleskope brauchen Filter

Die intensive Sonnenstrahlung kann nicht nur die Augen, sondern auch Kameras, Smartphones und Teleskope beschädigen. Ohne geeigneten Filter kann der Kamerasensor Schaden nehmen. Für Geräte und optische Instrumente sollten deshalb nur spezielle, geprüfte Sonnenfilter verwendet werden. Das bloße Beobachten der Sonne über das Smartphone-Display ist keine sichere Alternative.

Indirekte Beobachtung mit einer Lochkamera

Wer keine Sonnenfinsternisbrille besitzt, kann das Ereignis indirekt beobachten. Eine selbst gebastelte Lochkamera (auch camera obscura genannt) projiziert das Bild der Sonne auf eine Fläche, ohne dass man direkt in die Sonne schauen muss. Dafür reichen ein Karton und Transparentpapier. Diese Methode eignet sich auch für die Beobachtung mit Kindern.

Das Wichtigste auf einen Blick

Niemals ungeschützt direkt in die Sonne schauen. Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus. Nur geprüfte Sonnenfinsternisbrillen nach DIN EN ISO 12312-2 verwenden. Brillen und Filter vor der Nutzung auf Schäden kontrollieren. Für Kameras, Smartphones und Teleskope spezielle Sonnenfilter einsetzen. Bei Sehstörungen nach der Beobachtung sofort ärztliche Hilfe suchen.