Sonnenfinsternis über Europa
: So erlebte König Frederik das Himmelsspektakel

Während über Europa eine seltene Sonnenfinsternis zu sehen war, eröffnete Dänemarks König Frederik X. in Kopenhagen ein historisches Observatorium neu.
Von
Katrin Jokic
Kopenhagen
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Dänemarks König Frederik X. besucht Lettland: 28.10.2025, Lettland, Riga: Der dänische König Frederik X. lächelt bei der offiziellen Begrüßungszeremonie mit dem lettischen Präsidenten Rinkevics im Rigaer Schloss. Foto: Roman Koksarov/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der dänische König Frederik X. 2025 bei einem Besuch in Lettland.

Roman Koksarov/AP/dpa

Königlicher Termin mit perfektem Timing: Während am Himmel über Europa eine seltene Sonnenfinsternis zu sehen war, hat Dänemarks König Frederik X. das historische Volksobservatorium im Kopenhagener Rundetårn wiedereröffnet. Dabei ließ es sich der Monarch nicht nehmen, selbst einen Blick durch das frisch restaurierte Teleskop zu werfen.

Die Bilder hätten wohl kaum passender sein können: Über den Dächern von Kopenhagen verschwand ein großer Teil der Sonne hinter dem Mond – und ausgerechnet an diesem Abend kehrte auch eines der traditionsreichsten Observatorien Europas in den Betrieb zurück.

König Frederik X. von Dänemark eröffnete das Folkeobservatorium im berühmten Rundetårn nach einer umfangreichen Restaurierung neu.

Frederik X. öffnet persönlich die Kuppel

Rund sechs Monate lang waren die historische Observatoriumskuppel und das darin befindliche Teleskop restauriert worden. Das Instrument stammt aus dem Jahr 1929 und kann nun wieder für Himmelsbeobachtungen genutzt werden.

Bei der feierlichen Wiedereröffnung übernahm Frederik X. gleich selbst eine zentrale Aufgabe: Der König öffnete die Luken der Observatoriumskuppel.

Anschließend richtete sich der Blick nach oben.

Durch das restaurierte Teleskop beobachtete der 58-Jährige den Himmel während der Sonnenfinsternis. Auf weiteren Aufnahmen ist Frederik mit einer speziellen Schutzbrille zu sehen – offenbar bestens gelaunt angesichts des ungewöhnlichen Naturschauspiels über der dänischen Hauptstadt.

Sonnenfinsternis begeistert Millionen Menschen in Europa

Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung war außergewöhnlich. Am Abend des 12. August 2026 zog der Mond vor der Sonne vorbei und sorgte in weiten Teilen Europas für eine eindrucksvolle Sonnenfinsternis.

Auch in Deutschland ließ sich das Ereignis vielerorts bei guten Wetterbedingungen beobachten. Hier wurde die Sonne im Maximum je nach Standort zu etwa 85 bis 90 Prozent vom Mond verdeckt.

Die vollständige Sonnenfinsternis war allerdings nur in einem deutlich schmaleren Gebiet zu erleben. Die sogenannte Totalitätszone verlief unter anderem über Teile Grönlands, Islands und der Iberischen Halbinsel bis zu den Balearen.

Ein Observatorium mit fast 400 Jahren Geschichte

Für Kopenhagen hatte der Abend noch eine zusätzliche historische Dimension.

Der Rundetårn, auf Deutsch Rundturm, wurde bereits 1642 auf Initiative des dänischen Königs Christian IV. errichtet. Astronomische Beobachtungen gehörten von Anfang an zu den Aufgaben des Gebäudes.

Heute gilt das Rundetårn als ältestes noch funktionierendes Observatoriumsgebäude Europas. Der markante Turm mitten in der Kopenhagener Innenstadt gehört längst zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Besucher kommen nicht nur wegen der Astronomie hierher. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein weiter Blick über die Dächer, Türme und historischen Gebäude Kopenhagens.

Vom Blick über Kopenhagen zum Blick ins All

Mit der Restaurierung bekommt das Rundetårn nun einen wichtigen Teil seiner ursprünglichen Funktion zurück. Das historische Teleskop von 1929 ist wieder einsatzbereit, ebenso die charakteristische Kuppel des Observatoriums.

Für Frederik X. wurde die Wiedereröffnung damit zu einem Termin, bei dem gleich mehrere Jahrhunderte dänischer Geschichte zusammenkamen: ein Observatorium aus dem 17. Jahrhundert, ein Teleskop aus dem Jahr 1929 – und darüber eines der spektakulärsten Himmelsereignisse des Jahres 2026.

Normalerweise richtet sich der Blick vom Rundetårn vor allem auf Kopenhagen.

An diesem Abend lohnte sich die andere Richtung deutlich mehr.