Statt Palast: Queen-Enkel zieht es in die Landwirtschaft

Prinz Edward, Herzog von Edinburgh, und sein Sohn James, Graf von Wessex, treffen in der St.-Georgs-Kapelle im Schloss Windsor zum Ostergottesdienst 2025 ein.
IMAGO/ZUMA Press WireFür James, Earl of Wessex, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Der jüngste Enkel der verstorbenen Queen Elizabeth II. hat seine A-Level-Abschlüsse erfolgreich bestanden und wird im Herbst ein Studium an der Royal Agricultural University in Cirencester aufnehmen. Das bestätigte der Buckingham-Palast gegenüber dem US-Magazin „People“.
Der 18-jährige Sohn von Prinz Edward und Herzogin Sophie von Edinburgh wird dort Rural Land & Property Management studieren. Ein sogenanntes Gap Year ist nicht geplant: James soll direkt mit dem Studium beginnen.
Bemerkenswert ist dabei vor allem die Formulierung des Palasts. In der offiziellen Mitteilung wird James lediglich als „Earl of Wessex“ bezeichnet – ohne die Anrede „His Royal Highness“, kurz HRH. Für „People“ ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass James seinen königlichen Status auch nach seinem 18. Geburtstag nicht öffentlich nutzen möchte.
Eltern ließen ihren Kindern die Wahl
Als Enkel eines Monarchen in männlicher Linie hätte James grundsätzlich Anspruch auf die entsprechende königliche Anrede. Seine Eltern entschieden jedoch schon früh, ihre beiden Kinder weitgehend außerhalb klassischer royaler Verpflichtungen aufwachsen zu lassen.
Herzogin Sophie erklärte bereits 2020 in einem Interview mit der „Sunday Times“, dass James und seine ältere Schwester Lady Louise selbst entscheiden sollten, ob sie ihre HRH-Titel ab dem 18. Geburtstag verwenden wollen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie dies für eher unwahrscheinlich halte. Die Kinder seien mit dem Bewusstsein erzogen worden, später voraussichtlich selbst für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen.
Auch bei Lady Louise spricht inzwischen vieles für diesen Weg. Die heute 22-Jährige wurde nach ihrem Abschluss an der University of St Andrews zuletzt als „Louise Mountbatten-Windsor“ bezeichnet und nicht mit einer königlichen HRH-Anrede.
James setzt auf Landwirtschaft und Immobilien
Mit seiner Studienwahl schlägt James einen Weg ein, der zu seinen jüngsten praktischen Erfahrungen passt. Den Sommer verbrachte er Medienberichten zufolge mit Arbeit auf dem Sandringham-Anwesen seines Onkels König Charles III.
Dort soll er unter anderem Traktoren gefahren und bei landwirtschaftlichen Arbeiten mit angepackt haben. Ein Mitarbeiter des Anwesens berichtete der britischen Zeitung „The Sun“, dass James ohne Berührungsängste bei der täglichen Arbeit geholfen habe – ein ungewohnter Anblick für Beschäftigte, die ihn zuvor vor allem von offiziellen Familienauftritten zu Weihnachten oder Ostern kannten.
An der Royal Agricultural University wird James das erste Mitglied der britischen Königsfamilie sein, das dort studiert. Verbindungen zum europäischen Adel gibt es an der Hochschule allerdings schon länger. Zu den früheren Studenten gehören unter anderem Captain Mark Phillips, der erste Ehemann von Prinzessin Anne, sowie Mitglieder anderer europäischer Adelshäuser.

Prinz Edward, Herzog von Edinburgh, und seine Frau Sophie, Herzogin von Edinburgh, kommen mit Tochter Lady Louise Windsor (r) und ihrem Sohn James Alexander Mountbatten-Windsor, Earl of Wessex, vor der Krönungszeremonie von König Charles III. und Königin Camilla in der Westminster Abbey in London an.
picture alliance/dpa/PA Wire | Andrew MilliganEin Leben abseits der Rolle als „Working Royal“
Sollte James tatsächlich dauerhaft auf die Nutzung seiner königlichen Anrede verzichten, würde er damit einem inzwischen etablierten Muster innerhalb der Familie folgen.
Prinzessin Anne ließ ihren Kindern Peter Phillips und Zara Tindall bei deren Geburt keine königlichen Titel geben. Beide machten später unabhängig von offiziellen Aufgaben des Königshauses Karriere. Auch Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie tragen zwar ihre Titel und die HRH-Anrede, gehören aber nicht zum Kreis der hauptberuflich arbeitenden Royals.
Von den acht Enkelkindern Queen Elizabeths nimmt heute lediglich Prinz William als Thronfolger dauerhaft eine zentrale Rolle als arbeitendes Mitglied des Königshauses ein. Prinz Harry hatte sich 2020 gemeinsam mit seiner Frau Meghan aus seinen offiziellen royalen Aufgaben zurückgezogen.
Bei James deutet damit vieles auf einen ähnlichen Weg wie bei seiner Schwester Louise hin: Mitglied der königlichen Familie ja – eine Karriere als Vollzeit-Royal offenbar nein.

