Stil-Wundertüte
: Bettina Wulff - mal schick, mal bieder

Bettina Wulff greift modisch manchmal daneben. Das macht sie menschlich, aber nicht zur Stilikone.
Von
Theresa Schäfer
Stuttgart
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  • Dass Bettina Wulff ein Tattoo trägt, wissen wir. Meist hält die Gattin des Bundespräsidenten das Tribal aber sorgsam versteckt. Anfang Mai in Mexiko war es der 37-Jährigen aber wahrscheinlich einfach zu heiß.

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  • Als ziemlich durchwachsen kann man den modischen Auftritt der 37-Jährigen in Mexiko und Costa Rica bezeichnen. Formvollendet im knielangen Blumenkleid landete die deutsche First Lady auf dem Flughafen Juan Santamaria in Costa Rica.

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  • Kein gutes Händchen bewies die Präsidentengattin aber bei dem Outift, das sie für den Besuch der Mondpyramide im mexikanischen Teotihuacan wählte: Der Rock zu bunt, der Hut zu spießig und auch farblich passt nichts zueinander - fast hätte man Bettina Wulff mit einer Pauschaltouristin verwechseln können.

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  • Eine viel bessere Figur macht die Frau des Bundespräsidenten beim Stadtbummel in Guanajuato: Hemdbluse und Chino sind schick und sommerlich, Tuch statt Gürtel nimmt dem Smart-Casual-Look die Strenge.

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  • Auch im Regenwald von Costa Rica trägt die Frau des Bundespräsidenten sommerliches Weiß: Leinenhose und zartes Top sind eine gute und bequeme Wahl.

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  • Ähnliches Outfit, komplett andere Wirkung: Das kleingemusterte Oberteil sieht bieder aus, die Accessoires - Gürtel, Handtasche, Schuhe - wirken zusammengewürfelt.

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  • In der deutschen Schule in San José zögert die leidenschaftliche Basketballerin Bettina Wulff nicht lange und greift beherzt zum runden Leder: Sympathisch, vor allem, weil die Präsidentengattin im knielangen Tageskleid eigentlich nicht für sportliche Aktivitäten gekleidet ist.

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  • Elegant fällt das Tageskleid aus, das Bettina Wulff beim Besuch in Mexiko-Stadt trägt. Das schlichte graue Etuikleid peppt die First Lady mit einem bunten Tuch auf. Da können auch strenge Stilkritiker nicht meckern.

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  • Überhaupt scheint Bettina Wulff für die Auswahl der eleganteren Garderobe ein glücklicheres Händchen zu haben. Beim Besuch der niederländischen Königsfamilie Mitte April griff die Präsidentengattin beim Gala-Diner zu einer asymmetrischen, nachtblauen Abendrobe, die ausgezeichnet zu ihr passte.

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  • Auch das signalrote Kleid mit passenden Schuhen und Kopfschmuck war eine gute Wahl. Bettina Wulff trägt übrigens selten Absätze, die über Kitten Heels hinausgehen: Mit ihren knapp 1,85 Meter würde sie ihren Ehemann sonst überragen.

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  • Geht es bei einem Anlass weniger förmlich zu, tendiert Bettina Wulff dazu entweder zu bieder oder zu lässig aufzutreten. Neben der niederländischen Kronprinzessin Máxima wirkt sie so fast ein wenig unscheinbar.

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  • Über Bettina Wulffs Auftritt beim Staatsempfang in Russland lästerten die Kritiker im vergangenen Herbst: "Stiefel und Mäntelchen sind nichts für einen Staatsempfang", schimpfte die "Welt" und fragte ketzerisch, "was eine Obama, eine Bruni anziehen, wenn sie mit ihrem Ehemann beim russischen Präsidenten eingeladen sind? Jedenfalls ist eines sicher: Ein Bild wie das aus Moskau hätte es mit diesen Damen nicht gegeben."

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  • Gute Kritiken bekam die Präsidentengattin dagegen für das türkisfarbene Kleid, das sie vergangenen Juli beim Sommerfest im Schloss Bellevue trug.

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  • Passend zum hochoffiziellen Anlass kam Bettina Wulff (hier mit ihrem Ehemann Christian und ihrer Stieftochter Annalena) zur Wahl des Bundespräsidenten im schlichten kleinen Schwarzen - die sichere Bank in Sachen Mode.

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  • Diese Damen haben den Dreh raus: Die US-amerikanische First Lady Michelle Obama (links) und Frankreichs Première Dame Carla Bruni meistern den großen Auftritt perfekt.

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  • Eine Stilikone wie Michelle Obama oder Carla Bruni ist Bettina Wulff wohl nicht - eher eine modische Wundertüte.

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Stuttgart - Man hatte so große Hoffnungen in sie gesetzt, damals, vor einem Jahr, als sie ins Schloss Bellevue einzog: Präsidentengattin Bettina Wulff - blond, attraktiv, hochgewachsen - galt vielen als Deutschlands Antwort auf die französische Première Dame Carla Bruni oder die britische First Lady Samantha Cameron. Doch eine Stilikone, so weiß man mittlerweile, ist die Ehefrau von Bundespräsident Christian Wulff nicht. Eher eine modische Wundertüte.

Bettina Wulff greift stilmäßig manchmal daneben. Mal stapft sie in bequemen Stiefeln durchs herbstlich-kühle Moskau, mal wirkt sie vor der Mondpyramide im mexikanischen Teotihuacan in wildgemustertem Rock und Sonnenhut wie eine Pauschaltouristin.Das macht sie menschlich - aber eben nicht zur erhofften deutschen Modeikone. Sie selbst nimmt es gelassen: " Es ist nicht so, dass es mich jeden Tag vor dem Kleiderschrank zerreißt und ich grübele, hatte ich das schon mal an, kann ich das tragen?"

Für Schlagzeilen sorgt die 37-Jährige nicht mit glamourösen Auftritten, sondern wenn sie bei einem Staatsbesuch in Mexiko ihr Tattoo am Oberarm blitzen lässt. Dann diskutiert man in der Heimat heiß darüber, ob sich das Tribal für eine Präsidentengattin ziemt.

In Frankreich heißt die Dame an der Seite des ersten Mannes im Staat Première Dame, in den englischsprachigen Ländern First Lady. In Deutschland: Landesmutter. Vielleicht sind wir für Glamour auch einfach nicht gemacht.