Streik am Flughafen Barcelona: Was sind die Folgen für Urlauber?

Reisende müssen möglicherweise mit Verzögerungen am Flughafen rechnen.
Clara Margais/dpaMitten in der Hauptreisezeit sorgt ein unbefristeter Ausstand des Bodenpersonals am Flughafen Barcelona-El Prat für Frust bei Reisenden. Die Streikenden verweisen auf extreme Arbeitsbelastung, ein hohes Stressniveau sowie Mängel beim Arbeitsschutz und bei der Einarbeitung neuer Kräfte in den verkehrsreichen Sommermonaten.
Was sind die Auswirkungen des Streiks?
Die Auswirkungen zeigen sich im Terminalalltag vor allem durch gestrichene Flüge und Verzögerungen bei der Abfertigung. Ein besonders gravierendes Problem stellt die Logistik am Boden dar: Über tausend Gepäckstücke konnten in den ersten Streiktagen nicht rechtzeitig verladen werden, weshalb einige Flugzeuge ohne das Koffergepäck ihrer Passagiere abheben mussten. Da die Flugzeuge in der August-Hochsaison nahezu vollständig ausgebucht sind, gestaltet sich die kurzfristige Umbuchung gestrandeter Passagiere für die Airlines extrem schwierig.
Nicht alle Fluggesellschaften betroffen
Der Streik betrifft allerdings nicht den gesamten Flugbetrieb in Katalonien, sondern konzentriert sich auf die Fluggesellschaften, die vom Bodendienstleister Groundforce betreut werden. Dazu gehören unter anderem Air Europa, Lufthansa, Air France, KLM, Qatar Airways, United Airlines und Etihad Airways. Fluggesellschaften mit anderen Abfertigungsdienstleistern wie Vueling, Iberia oder Ryanair werden hingegen nicht direkt bestreikt, wenngleich es auch dort durch die allgemeine Flughafenauslastung zu Verzögerungen kommen kann.
Um den Grundbetrieb aufrechtzuerhalten, gelten gesetzlich vorgeschriebene Mindestdienstleistungen. Diese sichern je nach Flugverbindung zwischen 35 und 80 Prozent der Verbindungen – insbesondere auf Strecken zu den spanischen Inseln sowie auf wichtigen internationalen Routen.
Was sollten Reisende jetzt tun?
Reisenden wird geraten, den Flugstatus kontinuierlich über die Apps der jeweiligen Fluggesellschaften sowie die Informationsportale des Flughafenbetreibers Aena zu verfolgen. Sofern möglich, empfiehlt sich die Beschränkung auf Handgepäck, um lange Schlangen bei der Kofferabgabe und mögliche Verlustmeldungen zu umgehen. Ein frühzeitiger Online-Check-in sowie eine Anreise zum Flughafen mit mindestens drei Stunden Vorlauf erleichtern die Abläufe vor Ort. Bei erheblichen Verspätungen oder Stornierungen greifen die regulären EU-Fluggastrechte für Ausgleichsleistungen und Ersatzbeförderung.
