Szenen einer Ehe
: Ex-Bundespräsident Wulff und Ehefrau Bettina trennen sich

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina haben sich offiziell getrennt. Die Trennung kommt fast ein Jahr nach dem Rücktritt Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten.
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dpa/the
Stuttgart
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  • Etwas über anderthalb Jahre war Bundespräsident Christian Wulff Hausherr im Schloss Bellevue. Zusammen mit seiner Frau Bettina wollte er ein junges und modernes Bild des Amtes vermitteln. Immer neue Affären zwangen Wulff schließlich zum Rücktritt, knapp ein Jahr danach hat sich das Paar nun getrennt.

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  • Rückblende: Christian Wulff ist noch Ministerpräsident von Niedersachsen, als er die PR-Expertin Bettina Körner 2006 kennenlernt. Nach Wulffs Scheidung im Februar 2008 heiraten die beiden, ...

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  • ... im Sommer wird der kleine Linus geboren.

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  • Christian Wulffs erstes Jahr als Bundespräsident beginnt mit einem Desaster: Dreimal muss die Bundesversammlung am 30. Juni 2010 an die Urnen gehen, bis Wulff (hier mit Tochter Annalena und Ehefrau Bettina) endlich reüsiert.

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  • Am 2. Juli 2010 wird Wulff vereidigt und zieht, zusammen mit seiner Frau Bettina und den Söhnen Leander und Linus, ins Schloss Bellevue ein. In den Taschen haben die Wulffs frischen Wind: Erstmals wohnt eine Patchwork-Familie im Amtssitz des Bundespräsidenten - Leander stammt aus Bettinas erster Ehe, Wulff hat eine Teenagertochter, Annalena, aus seiner ersten Ehe mitgebracht. Linus ist ihr gemeinsames Kind.

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  • Jung und modern wollen die Wulffs wirken. Im Amtszimmer gibt es eine Spielecke, die Söhne platzen auch schonmal in ein Meeting mit der Bundeskanzlerin. Der damals 52 Jahre alte Wulff kokettiert gerne mit der Tatsache, dass er und seine 37-jährige Frau Bettina das mit Abstand jüngste Präsidentenpaar sind, das die Bundesrepublik je hatte.

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  • Die Wulffs zelebrieren den glamourösen Auftritt - wie hier beim Bundespresseball im November 2011 - auch wenn sie gegen die Obamas oder Sarkozys oft wie das "nette Präsidentenpaar von nebenan" wirken.

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  • Im April 2011 haben die Wulffs royalen Besuch im Schloss Bellevue: Die niederländische Königsfamilie reist in Form von Königin Beatrix (Mitte), Kronprinz Willem-Alexander (links) und Prinzessin Máxima (rechts) an.

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  • Anschließend gehen die Wulffs auf Staatsbesuch und bereisen Mexiko, Costa Rica und Brasilien. Ganz genau wird Bettina Wulffs Garderobe beäugt, ...

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  • ... und beim Anblick des präsidialen Tattoos wird alles andere fast zur Nebensache.

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  • Ende Mai 2011 begrüßen die Wulffs Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel von Schweden in Berlin. Vor allem Bettina Wulff wird von ihren Landsleuten kritisch beäugt: Macht sie neben dem glamourösen Besuch aus dem hohen Norden nicht eine zu biedere Figur?

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  • Im Juli 2011 mischt sich das Ehepaar Wulff erneut unter den europäischen Hochadel: Das Präsidentenpaar ist bei der monegassischen Fürstenhochzeit eingeladen.

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  • Im Dezember 2011 droht Ungemach: Während die Wulffs im Oman weilen, lässt die "Bild"-Zeitung in Berlin die Bombe platzen. Wulff habe sich für die Fianzierung seines Einfamilienhauses einen Kredit von seinem Unternehmerfreund Egon Geerkens geben lassen.

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  • Was die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Wulff ruft von einer Auslandsreise "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann an. Er hinterlässt auf Diekmanns Mailbox eine Nachricht, mit der er versucht, auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen.

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  • Das neue Jahr 2012 ist noch frisch, als Wulffs Anruf bei der "Bild"-Zeitung bekannt wird. Am 4. Januar gibt der bedrängte Wulff ein Interview. "Der Anruf bei dem Chefredakteur der 'Bild'-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir leidtut, für den ich mich entschuldige", sagt Wulff. An Rücktritt denke er aber nicht.

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  • Am 17. Februar erklärt Christian Wulff schließlich seinen Rücktritt. Auslöser war wohl die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hannover, beim Bundestag die Aufhebung seiner Immunität zu beantragen, um Ermittlungen gegen das Staatsoberhaupt einleiten zu können.

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  • Das Schloss Bellevue hat keine richtige Dunstabzugshaube und auch nachts sind die Leibwächter gleich nebenan. Ob die Deutschen das wirklich wissen wollen, darauf nimmt Bettina Wulff keine Rücksicht und veröffentlicht im September 2012 ihr Buch "Jenseits des Protokolls". Darin rechnet sie mit allen ab, die ihr das Leben in den vergangenen Monaten schwer gemacht haben: Mit den Medien, dem Politikbetrieb - und auch mit ihrem Mann...

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Berlin - Überraschend an dieser Nachricht war eigentlich nur die seltsame zeitliche Parallele. Vor genau einem Jahr trieb die Affäre um den damaligen Noch-Bundespräsidenten Christian Wulff ihrem Höhepunkt zu. In den ersten Tagen des neuen Jahres 2012 versuchte er sich noch einmal zu rechtfertigen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, Vorwürfe wegen Hauskredits und kostenloser Urlaube zu entkräften. Vergeblich.

Gleich nach dem Rücktritt am 17. Februar fragten sich viele, wie lange wohl die Ehe mit Bettina Wulff noch halten würde. Nun steht die Antwort fest - auch wenn juristisch gesehen eine Trennung noch keine Scheidung ist. Die junge, attraktive, immer noch selbstbewusste Frau (39) und der blasse, nun auch aller Macht beraubte und gedemütigte Ex-Präsident (53), das schien nicht mehr zusammenzupassen.

Begonnen hatte alles 2006 auf einer Reise nach Südafrika

Nicht einmal ein Jahr hat es gedauert, und Hinweise auf das bevorstehende Ende gab es viele. Die offensichtlichsten stammen von Bettina Wulff selbst. Im September kam ihr Buch „Jenseits des Protokolls“ auf den Markt, flankiert von einer Serie von Interviews. Seitdem wissen wir, dass das Paar wegen seiner Eheprobleme therapeutische Hilfe in Anspruch nahm. Unmissverständlich ging Bettina auf Distanz zu Christian Wulff. Er habe kaum erkannt, wie schlecht es ihr gegangen sei. „Jetzt geht es um mich und meine Söhne“, sagte sie damals. Um ihren Mann ging es ihr weniger.

Begonnen hatte alles 2006 auf einer Reise nach Südafrika. „Ja, in meinem Leben gibt es eine neue Frau“, berichtete der damalige niedersächsische Ministerpräsident der „Bild“-Zeitung. Seitdem versorgte das Paar den Boulevard regelmäßig mit ein bisschen Klatsch und Infos aus dem Familienleben. 2008 folgte die Scheidung von Wulffs erster Frau und die Hochzeit mit Bettina, geb. Körner. Dass der Weg des jungen Paares einmal ins Schloss Bellevue führen würde, konnte sich damals niemand vorstellen. Den steilen Absturz keine zwei Jahre später auch nicht.

Schon fast vergessen ist inzwischen, dass Bettina Wulff als jüngste unter den deutschen Präsidenten-Gattinnen eine gute Figur machte. Sie wirkte modern - mit Tattoo auf dem Oberarm, im Mittelpunkt einer Patchwork-Familie, mit Spielecke im Schloss. Manche sahen in ihr gar die deutsche Antwort auf Frankreichs damalige First Lady Carla Bruni.

Bettina Wulff ging schnell in die Offensive

Nach quälenden Monaten der Affäre Wulff war es dann aber schneller als gedacht zu Ende mit dem glanzvollen Leben im Schloss. Es ging zurück in das Klinkerhaus nach Großburgwedel, dessen Finanzierung den Bundespräsidenten so in Bedrängnis gebracht hatte. Doch während Christian Wulff sichtbar litt an seinem erzwungenen Rücktritt und den weiter laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, war Bettina schnell wieder in der Offensive. Für den Prothesenhersteller Otto Bock reiste sie zu den Paralympics nach London, ging juristisch gegen Berichte über ihre angebliche Rotlicht-Vergangenheit vor, brachte ihr Buch auf den Markt. Auch Gerüchte über eine neue Beziehung machten die Runde.

Wulff dagegen stand erst im November in Deutschland wieder an ein Rednerpult. In Heidelberg sprach er zum Thema Integration. Davor gab es zwei Auftritte in Italien und in Südkorea, das Echo bescheiden. Eine Karriere als Redner und Vortragsreisender dürfte für ihn noch ganz lange kein Thema sein, zu sehr ist er in den Augen vieler beschädigt durch die Vorwürfe und die Umstände seines Rücktritts.

Das absehbare Ende der Ehe beschäftigt nun die Öffentlichkeit, obwohl oder gerade weil es ganz und gar eine Privatangelegenheit ist. Mit Politik hat all das nichts mehr zu tun. Aber Stoff für Bücher ist es bereits, einen Film soll es auch bald geben. Der Regisseur Dieter Wedel hält das allerdings für verfrüht. „Im Moment könnte ich nicht entscheiden, wer in dieser Geschichte der Sympathieträger ist und wer der Bösewicht“, sagt er. 

In unserer Bildergalerie werfen wir einen Blick zurück auf die Wulffs.

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