„Unschätzbarer Wert“
: Königliche Grabschätze in Litauen wiederentdeckt

Fast wäre er unentdeckt geblieben. Doch nun wurde unter der Kathedrale von Vilnius ein wertvoller, lang verschollener Kirchenschatz gefunden, darunter die Grabinsignien einer Habsburger Königin.
Von
Markus Brauer
Vilnius
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Die wiederentdeckten Kronen und Insignien von litauisch-polnischen und österreichischen Herrschern sind in einem Schaukasten im Museum des kirchlichen Erbes in Vilnius ausgestellt.

Die wiederentdeckten Kronen und Insignien von litauisch-polnischen und österreichischen Herrschern sind in einem Schaukasten im Museum des kirchlichen Erbes in Vilnius ausgestellt.

Alexander Welscher/dpa
  • In Vilnius wurden in der Kathedrale lang verschollene königliche Insignien entdeckt.
  • Die Stücke lagen in einer Krypta – versteckt hinter einer zugemauerten Treppennische.
  • Gefunden wurden Grabkronen und Insignien von Alexander Jagiellon sowie zwei Königinnen.
  • Sie waren 1939 in Zeitungen gewickelt, darunter Schmuck mit goldenen Ringen und Edelsteinen.
  • Die Ausstellung „Hidden Within“ zeigt die Funde im Museum des kirchlichen Erbes bis 30. Januar 2027.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Spektakulärer Grabfund in Litauen: Fast 90 Jahre nachdem sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieg versteckt wurden, sind lange verschollene königliche Insignien aus dem 16. Jahrhundert gefunden worden. Die wertvollen Grabbeigaben der litauisch-polnischen und österreichischen Herrscher wurden in der Krypta der Kathedrale von Vilnius entdeckt.

„Die wiederentdeckten Artefakte sind von unschätzbarem Wert“, sagt die Kunsthistorikerin Giedre Mickunaite in Vilnius. Sie ist die Kuratorin der neu eröffneten Ausstellung „Hidden Within“ im Museum des kirchlichen Erbes, in der die kostbaren Relikte bis zum 30. Januar 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

In einem Schaukasten im Museum des kirchlichen Erbes ist eine Zeitung aus dem Jahr 1939 ausgestellt, in der persönlicher Schmuck der Herrscher eingewickelt war.

In einem Schaukasten im Museum des kirchlichen Erbes ist eine Zeitung aus dem Jahr 1939 ausgestellt, in der persönlicher Schmuck der Herrscher eingewickelt war.

Alexander Welscher/dpa

„Ich bin bestimmt 5000 Mal an diesem Versteck vorbeigegangen“

Zu den Hauptexponaten zählen Grabkronen und Insignien von König Alexander Jagiellon (1461-1506) und den beiden Königinnen Elisabeth von Habsburg (1526-1545) und Barbara Radziwiłł (1522-1551), deren Gruften sich in den Gewölben unter der Kathedrale befinden. Die Insignien wurden 1939 versteckt, um sie vor Zerstörung und Plünderung zu schützen.

„Ich arbeite hier schon lange, seit über zehn Jahren. Und ich bin bestimmt 5.000 Mal an diesem Versteck vorbeigegangen. Aber ich hätte dort nicht einmal angehalten und gesucht, weil sich nichts in diesem Korridor befand“, erklärt Alina Pavasaryte von der Museumsverwaltung bei einem Rundgang durch die Krypten. „Sie waren wirklich gut versteckt“.

Wer suchet, der findet

Jahrzehntelang galten die ursprünglich 1931 nach einem Hochwasser in den unterirdischen Grabkammern entdeckten und danach ausgestellten Relikte als verschollen. Seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Litauens wurden wiederholt vergebliche Versuche unternommen, um sie wiederzufinden. Viele Theorien und Spekulationen rankten sich um das Schicksal der Kostbarkeiten.

Ende 2024 wurden litauische Fachleute mit Hilfe von endoskopischen Kameras fündig - hinter einer zugemauerten Treppennische im für Führungen zugänglichen Bereich einer Krypta. Eingewickelt in Zeitungen aus dem Jahr 1939, waren die Insignien dort zusammen mit persönlichem Schmuck der Herrscher wie etwa goldenen Ringe mit seltenen Edelsteinen versteckt.

Mächtige Herrscher in Europa

Die Jagiellonen und die Habsburger zählten einst zu den mächtigsten Herrscherfamilien Europas. Die Österreicherin Elisabeth von Habsburg war die erste Frau des polnisch-litauischen Regenten Sigismund II. August vom Geschlecht der Jagiellonen, das die Könige von Polen und die Großfürsten von Litauen stellte.

Die beiden Länder bildeten im 15. und 16. Jahrhundert im Verbund einst den größten Flächenstaat Europas. Das polnisch-litauische Reich erstreckte sich damals zeitweise von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. (mit dpa-Agenturmaterial)