US-Flugpionierin
: Rätsel um Pilotin Amelia Earhart bleibt ungelöst

Ein mysteriöses Objekt auf einer Pazifikinsel weckte neue Hoffnung, das Schicksal der 1937 verschwundenen Flugpionierin aufzuklären. Der erhoffte Durchbruch bleibt aus.
Von
Markus Brauer/AFP/dpa
Nikumaroro
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Luftfahrtpionierin Amelia Earhart am 17. November 1936 in Washington.

IMAGO/ZUMA Press Wire
  • Expedition zu Nikumaroro prüfte ein „Taraia-Objekt“ – es waren nur angespülte Baumstämme.
  • Die visuelle Anomalie von 2020 war wohl verfestigter Korallensand, kein Flugzeugwrack.
  • Forscher fanden Artefakte wie ein 76-Zentimeter-Stahlrohr; Analysen sollen folgen.
  • Die Schiffbrüchigen-Hypothese wird bekräftigt, ein direkter Beleg für Earhart fehlt.
  • Earhart und Noonan verschwanden am 2. Juli 1937 auf dem Weg zur Howlandinsel.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Das Rätsel um das Verschwinden der Flugpionierin Amelia Earhart bleibt ungelöst - vorerst. Eine Expedition auf einer abgelegenen Insel in der Südsee sollte eine neue Spur zu ihrem verschollenen Flugzeug verfolgen. Doch die vermeintlichen Wrackteile entpuppten sich als angespülte Baumstämme, wie Wissenschaftler der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana mitteilten. Die Universität war Earharts einstige akademische Heimat.

Die Pilotin war am 2. Juli 1937 bei ihrem Versuch, als erste Frau die Erde zu umrunden, mitten über dem Pazifik spurlos verschwunden - in einem silbernen Doppelmotor-Flugzeug und zusammen mit ihrem Navigator Fred Noonan. Ihr Mut machte sie zur Legende, ihr Verschwinden zum Mythos. Seitdem ranken sich Spekulationen um das Schicksal der damals 39-Jährigen: Stürzte sie ins Meer? Strandete sie auf einer Insel? Oder wurde sie gar gefangen genommen?

Rätsel um mysteriöses Taraia-Objekt

Purdue-Forscher waren Anfang Oktober zusammen mit einem Team der gemeinnützigen Organisation Archaeological Legacy Institute (ALI) zum winzigen Nikumaroro-Atoll im Inselstaat Kiribati aufgebrochen, etwa auf halber Strecke zwischen Hawaii und Australien. Hier wollten sie eine auffällige Struktur auf Satellitenbildern untersuchen, das sogenannte Taraia-Objekt.

Lange wurde angenommen, dass das Objekt, das in der Lagune des Atolls liegt, Earharts Flugzeug sein könnte. Die Maße stimmten, ebenso wie die Form. Die nun vor Ort gesammelten Beweise bestätigten aber, „dass die 2020 erstmals auf Satellitenbildern sichtbare visuelle Anomalie wahrscheinlich eine Ansammlung großer Bäume war, die sich entlang der Sandbank der Halbinsel abgelagert hatten“, berichtet die Purdue University. Die vermeintlich metallisch glänzende Oberfläche erwies sich demnach als verfestigter Korallensand.

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Neue Artefakte entdeckt

Die Forscher verbrachten insgesamt sieben Tage in der Nähe des Atolls, darunter vier Tage mit Untersuchungen an Land. Dabei entdeckten sie verschiedene Artefakte, darunter ein rund 76 Zentimeter langes Stahlrohr in der Lagune. Die Funde sollen weiter analysiert werden.

Die neue Expedition habe zwar keinen direkten Beleg für Earharts Anwesenheit auf Nikumaroro liefern können, bekräftige aber die sogenannte Schiffbrüchigen-Hypothese, betonen die Forscher. Demnach stürzten Earhart und Noonan nicht unmittelbar ins Meer, sondern landeten auf dem Riff des abgelegenen Atolls und strandeten dort.

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Die damals 39 Jahre alte Earhart war am 20. Mai 1937 gemeinsam mit dem 44-jährigen Navigator Fred Noonan aus dem kalifornischen Oakland aufgebrochen, um als erste Frau mit dem Flugzeug die Erde zu umrunden. F

AP/dpa

Funde stützen Nikumaroro-Theorie

Für diese Theorie werden unter anderem historische Funkpeilungen, Fotos, Satellitenbilder sowie auf der Insel gefundene Gegenstände angeführt. Dazu zählen ein Damenschuh, ein Etui, ein Gefäß für Sommersprossencreme und eine Arzneiflasche aus den 1930er Jahren.

Auch menschliche Knochen, die 1940 auf Nikumaroro entdeckt wurden, werden in diesem Zusammenhang diskutiert. Eine Analyse aus dem Jahr 2018 kam zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich von einer Frau mit Earharts Körpergröße stammen könnten.

Suche geht weiter

Die Purdue University hat angekündigt, die Suche fortzusetzen. Die Expedition habe zwar nicht das Flugzeugwrack gefunden, aber dennoch neue Erkenntnisse geliefert. „Amelia Earhart gab niemals auf. Sie ging immer wieder über Grenzen hinaus und wagte sich ins Unbekannte“, berichtet Expeditionsteilnehmer Steve Schultz. „Dieser unbändige Entdeckergeist treibt auch unsere Suche an. Sie flog immer weiter – und wir werden weitersuchen.“

Eines der fesselndsten Rätsel der Luftfahrtgeschichte

Earharts Verschwinden bleibt eines der fesselndsten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Dazu wurden bereits Dutzende Bücher und Filme sowie diverse Theorien veröffentlicht.

Mit einer solchen Lockheed Electra 10-E aircraft startete die Pilotin 1937 zu ihrer finalen Reise.

Foto: Imago/UIG

20. Mai 1937: Flug ins Unbekannte

Die damals 39 Jahre alte Earhart war am 20. Mai 1937 gemeinsam mit dem 44-jährigen Navigator Fred Noonan aus dem kalifornischen Oakland aufgebrochen, um als erste Frau mit dem Flugzeug die Erde zu umrunden. Fünf Jahre zuvor hatte sie es als erste Frau geschafft, mit dem Flugzeug allein den Atlantik zu überqueren.

Amelias Earhart’s letzter Flug im Jahr 1937.

Foto: Imago/Depositphotos

2. Juli 1937: Aufbruch aus Papua-Neuguinea

Am 2. Juli verschwanden Earhart und Noonan jedoch, nachdem sie aus Papua-Neuguinea zu einer 4000 Kilometer langen Etappe aufgebrochen waren. Sie sollten auf der kleinen Howlandinsel ihre Treibstoffvorräte auffüllen, kamen dort aber nie an.

Aufnahme aus dem Jahr 1925.

Foto: Imago/Everett Collection

Theorien zum Verschwinden Amelia Earhart’s

Dutzende Legenden und Verschwörungstheorien ranken sich bis heute um den Flug. Hat die 39-Jährige ihren Tod vorgetäuscht, um unterzutauchen? Hat sie auf einer Südseeinsel überlebt? Ist das mysteriöse Kindergrab auf dem Inselchen Nikumaroro das von einem Baby von Earhart und Noonan? Stammt eine rätselhafte Flaschenpost von dem Navigator?

Tod bei der Notlandung?

Foto: Imago/ZUMA Wire

Oder haben die Japaner die beiden Amerikaner geschnappt, weil sie mit ihrer mit Instrumenten vollgestopften „Electra“ auch spionierten? Schließlich gibt es doch das Luftbild einer „Electra“ in Japan.

Die vorherrschende Theorie zu Earhart’s Verschwinden ist, dass ihr und Noonan der Treibstoff ausging und die beiden mit ihrer zweimotorigen Lockheed Electra in der Nähe der Howlandinsel notlandeten. Beim Absturz müssen sie gestorben sein. Ihren Leiche wurden nie entdeckt. (mit dpa)