USA zeigen falsche Afrika-Karte: So sieht die Karte aus

Der Fehler passiert einem Mitarbeiter des Außenministeriums der USA, das Marco Rubio leitet.
Brendan Smialowski/AFP Pool via AP/dpaAuf der während einer Präsentation eingeblendeten Grafik waren offenbar sämtliche Länder des Kontinents falsch beschriftet. Gezeigt wurde die Karte bei der Welt-Aids-Konferenz AIDS 2026 in Rio de Janeiro. Sie war Teil einer Präsentation des US-Außenministeriums über neue internationale Gesundheitsabkommen. Teilnehmer fotografierten die Folie und verbreiteten die Aufnahmen anschließend in sozialen Netzwerken. So sah die falsche Karte aus:
Nigeria liegt plötzlich in der Sahara
Die Fehler auf der Karte waren nicht auf einzelne Grenzverläufe oder Schreibweisen beschränkt. Zahlreiche Ländernamen befanden sich an völlig falschen Stellen.
Nigeria wurde beispielsweise als Binnenstaat mitten in der Sahara dargestellt. Tatsächlich liegt das Land in Westafrika und besitzt eine lange Küste am Golf von Guinea.
Mosambik, das sich im Südosten Afrikas befindet, wurde auf der Karte an das Horn von Afrika verschoben. Die Elfenbeinküste wiederum erschien nicht in Westafrika, sondern auf der gegenüberliegenden Seite des Kontinents.
Nach einer Analyse der Nachrichtenagentur Reuters war offenbar jedes eingezeichnete Land falsch beschriftet.
Karte soll kurzfristig erstellt worden sein
Das US-Außenministerium übernahm nach Bekanntwerden der Panne die Verantwortung. Ein Mitarbeiter habe die Präsentation kurz vor der Veranstaltung hastig verändert, erklärte die Behörde.
Man bedauere die Verwirrung und die falsche Darstellung gegenüber den Teilnehmern und insbesondere gegenüber den afrikanischen Partnerländern. Die Gespräche auf der Konferenz seien ungeachtet des Vorfalls konstruktiv verlaufen.
Die Präsentation wurde von Jeff Graham gehalten. Er ist ein führender US-Gesundheitsbeauftragter und für die internationale Aids-Initiative PEPFAR zuständig.
Hinweise auf den Einsatz künstlicher Intelligenz
Nach Angaben von Reuters enthielt die Kartengrafik außerdem ein digitales Wasserzeichen, das auf eine Erstellung mit Werkzeugen von OpenAI hindeutet. Das Unternehmen erklärte demnach, den Vorfall zu untersuchen.
Wie genau die Grafik erstellt wurde und weshalb ihre zahlreichen Fehler vor der Präsentation nicht aufgefallen waren, blieb zunächst offen.
In sozialen Netzwerken löste die Karte deutliche Kritik aus. Beobachter warfen den Verantwortlichen nicht nur mangelnde geografische Kenntnisse, sondern vor allem eine fehlende Kontrolle der Präsentationsunterlagen vor.
Der Vorfall zeigt erneut, dass mit künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder und Grafiken nicht ungeprüft übernommen werden sollten. Gerade bei Karten können schon kleine Fehler politische oder diplomatische Folgen haben. Im Fall der US-Präsentation waren die Abweichungen allerdings so gravierend, dass eine einfache Sichtkontrolle ausgereicht hätte.
