VW, Audi, Seat
: Rückrufaktion weitet sich aus – Millionen Skodas betroffen?

Hier ist derzeit der Wurm drin: Der VW-Konzern steht vor Mammutaufgaben – sowohl für den Hersteller als auch für das Händlernetz und die Kunden.
Von
Michael Maier
Stuttgart
 VW-Logo am Volkswagen Zentrum Nürnberg-Marienberg. Nürnberg, 18.06.2018 *** VW logo at the Volkswagen Center Nuremberg Marienberg Nuremberg 18 06 2018 Foto:xDwixAnoraganingrumx/xFuturexImage

VW-Logo am Volkswagen Zentrum Nürnberg-Marienberg.

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  • VW-Konzern ruft wegen korrosionsanfälliger Lenk-Schraube Millionen Fahrzeuge zurück.
  • Betroffen sind VW, Audi, Škoda und Seat – laut Berichten konzernweit bis zu rund vier Millionen.
  • VW: fast 2,16 Mio. weltweit, Modelle u. a. Golf, Tiguan, Touran, Caddy, Bauzeit Sept 2013 bis Juli 2024.
  • Audi Q3 Okt 2017 bis Mai 2024, fast 700.000 weltweit; Seat Ateca/Tarraco April 2016 bis Sept 2024.
  • Škoda ebenfalls betroffen, Modelle und Stückzahlen unklar; Schweiz meldet 13.700 Fahrzeuge.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine korrosionsanfällige Befestigungsschraube an der Lenkung führt zu einem umfangreichen Rückruf im VW-Konzern. Betroffen sind Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Škoda und Seat. Nach den vorliegenden Angaben geht es weltweit um mehr als zwei Millionen Fahrzeuge der Marke Volkswagen sowie um weitere Fahrzeuge von Audi, Skoda und Seat. Medienberichte sprechen konzernweit von bis zu rund vier Millionen betroffenen Fahrzeugen, wobei es zum Teil noch Unklarheiten gibt.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist in Deutschland für die Marktüberwachung und die Rückrufdatenbank zuständig. Nach Angaben der zitierten Behörden- und Medieninformationen wurden bislang keine Personen- oder weitergehenden Sachschäden durch das Problem gemeldet. Dennoch handelt es sich um einen sicherheitsrelevanten Rückruf, da im schlimmsten Fall die Lenkfunktion beeinträchtigt werden kann.

Auto fährt an einem Schlagloch vorbei: ARCHIV - Wer mit hohem Tempo durch ein Schlagloch fährt, riskiert Schäden an Lenkung, Radaufhängung, Reifen und Felgen.  (zu dpa: «Schlagloch-Schäden am Auto: Wer zahlt?») Foto: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Korrosion und Schläge können der VW-Lenkung sehr zusetzen.

Jens Büttner/dpa-tmn/dpa

VW-Lenkung mit Korrosion an Schraube

Im Mittelpunkt steht eine Verschraubung an der Lenkung. Streusalz, Feuchtigkeit und andere Umwelteinflüsse können über viele Jahre Korrosion verursachen. Schreitet die Korrosion fort, kann die Schraube möglicherweise abreißen. Dadurch könnte die Befestigung der Lenkung beschädigt und die Lenkfunktion beeinträchtigt werden.

Zur Behebung soll die betroffene Verschraubung in einer Vertragswerkstatt durch eine korrosionsresistentere Schraube ersetzt werden. Die Reparatur soll nach Herstellerangaben etwa eine Stunde dauern. Die Rückrufmaßnahme ist für die Halter grundsätzlich kostenlos.

Rückrufaktion: betroffene VW-Modelle

Bei Volkswagen betrifft der Rückruf nach den vorliegenden Angaben insbesondere folgende Modelle:

  • VW Golf (mehrere Generationen)
  • VW Golf Variant
  • VW Golf Sportsvan
  • VW Tiguan
  • VW Touran
  • VW Caddy

Genannt wird ein Produktionszeitraum von September 2013 bis Juli 2024. Weltweit sollen fast 2,16 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke Volkswagen betroffen sein. Für Deutschland werden je nach Quelle knapp 900.000 beziehungsweise rund 895.000 Fahrzeuge genannt.

Rückrufaktion: Betroffene Audi- und Seat-Modelle

Bei Audi geht es um den Audi Q3. Betroffen sein können Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Oktober 2017 bis Mai 2024. Weltweit sollen fast 700.000 Audi Q3 betroffen sein. Für Deutschland werden in den vorliegenden Berichten etwa 58.500 Fahrzeuge genannt.

Bei Seat werden die Modelle Ateca und Tarraco genannt. Der betroffene Produktionszeitraum reicht laut den vorliegenden Angaben von April 2016 bis September 2024.

Für Seat werden weltweit etwa 200.000 bis 224.000 betroffene Fahrzeuge genannt. Die unterschiedlichen Zahlen beruhen offenbar auf unterschiedlichen Informationsständen und Abgrenzungen der Rückrufaktion.

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Skoda soll ebenfalls stark betroffen sein.

IMAGO/snowfieldphotography

Unklarheit um Rückrufaktion bei Skoda

Auch Škoda ist von der konzernweiten Rückrufaktion betroffen. In den bereitgestellten Informationen werden jedoch keine vollständigen offiziellen Modell- und Stückzahllisten für Deutschland genannt.  In der Schweiz sind laut dem Importeur Amag insgesamt 13.700 Skoda-Fahrzeuge von der Rückrufaktion betroffen. Die genauen Modellbezeichnungen wurden von Skoda und Amag bislang nicht offiziell publiziert – weder gegenüber der Nachrichtenagentur AWP noch gegenüber SRF oder Swissinfo.

Was man jedoch aus dem Gesamtbild des Konzernrückrufs ableiten kann: Da bei VW die Modelle Golf, Tiguan, Touran, Caddy und Golf Variant betroffen sind und bei Seat der Ateca und Tarraco, dürften bei Skoda vor allem plattformverwandte SUV- und Kompaktmodelle wie der Karoq, Kodiaq, Octavia und Superb im Fokus stehen – da diese die gleiche MQB-Plattform teilen.

Über eine Million Skoda-Fahrzeuge betroffen?

Laut Autoblog und dem Handelsblatt könnten konzernweit über eine Million Skoda-Fahrzeuge vom Lenkungsdefekt betroffen sein – das wäre sogar mehr als bei Audi. Skoda selbst hat bestätigt, am Rückruf beteiligt zu sein. Anders als für VW (17016R) und Audi (17014R) gab es für Skoda aber zunächst noch keine eigene Rückrufnummer.

Solange das KBA keinen offiziellen Eintrag für Skoda veröffentlicht hat, ist die FIN-Abfrage beim Händler oder direkt über skoda-auto.de der zuverlässigste Weg. Man kann auch die Skoda-Hotline Deutschland kontaktieren: 0800 44 24 244.

VW-Rückrufaktion: Was Fahrzeughalter jetzt tun sollten

Wer ein Anschreiben zum Rückruf erhält, sollte zeitnah einen Werkstatttermin vereinbaren. Die Reparatur ist kostenlos und soll etwa eine Stunde dauern. Bis zur individuellen Klärung besteht nach den vorliegenden Berichten kein allgemeines Fahrverbot. Bei ungewöhnlichen Geräuschen, einem veränderten Lenkgefühl oder anderen Auffälligkeiten sollte das Fahrzeug jedoch nicht weiter genutzt und umgehend eine Fachwerkstatt kontaktiert werden. Bei akuten Problemen gilt: sicher anhalten und Hilfe anfordern.

Das KBA weist darauf hin, dass seine Rückrufdatenbank ausschließlich Rückrufaktionen enthält, die unter Verwendung der Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister durchgeführt wurden. Daher kann es sinnvoll sein, zusätzlich direkt beim Hersteller oder Vertragspartner nachzufragen.