Waldbrände auf Kreta: Kann man trotz der Feuer Urlaub machen?

Waldbrände in Griechenland - Kreta: 29.07.2026, Griechenland, Kreta: Ein Waldbrand wütet in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta. Foto: Giannis Angelakis/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Giannis Angelakis/AP/dpaDie griechischen Behörden und Rettungsdienste kämpfen auf Kreta derzeit gegen mehrere schwere Waldbrände. Besonders im Süden der Insel herrscht eine extrem angespannte Lage. Ein Urlaub ist grundsätzlich möglich, aber stark von der Region abhängig. Während der Norden und die Flughäfen weitgehend normal funktionieren, gelten für das südliche Hinterland und Naturgebiete strenge Sicherheitswarnungen und Verbote.
Wo es brennt und was betroffen ist
Nach Angaben des Generalsekretariats für Zivilschutz (Γενική Γραμματεία Πολιτικής Προστασίας) und lokalen Medienberichten wütet der schwerste Brand im Süden der Präfektur Rethymno.
Evakuierungen im Süden: Die Feuerfront hat sich auf über 15 Kilometer ausgebreitet. Der Zivilschutz löste über das Notfallsystem 112 Evakuierungsbefehle für mehrere Ortschaften aus – darunter der beliebte Küstenort Agia Galini sowie Agios Pavlos. Rund 6.000 Menschen, darunter viele Touristen, wurden präventiv in Sicherheit gebracht.
Einfluss des Winds: Die Löscharbeiten der über 200 Einsatzkräfte werden durch böige Winde extrem erschwert. Zeitweise mussten Löschflugzeuge und -hubschrauber am Boden bleiben, da die Flugbedingungen im Gebirge zu gefährlich waren.
Lage im Osten (Sitia): Ein weiterer Brand im Raum Sitia konnte von den Feuerwehren weitgehend unter Kontrolle gebracht werden, die Einsatzkräfte bleiben dort jedoch wegen der Windverhältnisse in hoher Bereitschaft.
Das sagen die Behörden
Die Region Kreta (Περιφέρεια Κρήτης) hat für die gesamte Insel die Brandgefahrenstufe 4 (Sehr hoch) ausgerufen. Das hat direkte Auswirkungen auf Touristen vor Ort:
Strikte Einschränkungen in der Natur:
Das Betreten, Durchqueren und Befahren von Wäldern, Schluchten und NATURA-Schutzgebieten ist bis auf Weiteres strengstens verboten. Dazu zählen unter anderem der Fernwanderweg E4, die Kourtaliotiko-Schlucht sowie die Waldgebiete Rouvas und Selakano.
Infrastrukturen wie die Flughäfen in Heraklion und Chania sowie die großen Fährhäfen arbeiten nach aktuellem Stand regulär, jedoch kann es auf den Überlandstraßen im Süden und Landesinneren zu kurzfristigen Sperrungen kommen.
Risiken und Auswirkungen für Urlauber
Wer eine Reise nach Kreta geplant hat oder bereits vor Ort ist, sollte sich folgender Auswirkung bewusst sein:
Was müssen Reisende jetzt beachten?
Das griechische Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz ruft alle Besucher zur höchsten Wachsamkeit auf. Touristen sollten folgende Punkte beachten:
Notfall-System 112 aktivieren: Stellen Sie auf dem Smartphone sicher, dass Notfallbenachrichtigungen (Cell Broadcast) aktiviert sind. Das System sendet bei Gefahr automatische Warnungen und Evakuierungsanweisungen auf Griechisch und Englisch direkt auf das Handy.
Anweisungen befolgen: Folgen Sie bei einer Warnung unverzüglich den Anweisungen der Polizei, Feuerwehr oder des Hotelpersonals.
Kein offenes Feuer: Jegliche Handlungen, die Funken erzeugen können (Zigarettenkippen, Grillen, Autofahren über trockenes Gras), sind streng verboten und werden hart bestraft.
Notrufnummern merken:
112 – Europäischer Notruf (Polizei, Feuerwehr, Rettung)
199 – Griechische Feuerwehr (Πυροσβεστικό Σώμα)
