Waldbrände in Frankreich und Spanien: So ist die aktuelle Lage in Südeuropas Feuer-Regionen

Feuerwehrleute bekämpfen während der Waldbrände im Südwesten Frankreichs einen Brand außerhalb von Lanton. Foto: Emma Da Silva/AP/dpa
Emma Da Silva/AP/dpa- Einsatzkräfte in Frankreich und Spanien kämpfen gegen Waldbrände, neue Hitzewelle droht.
- Südwestfrankreich: bis zu 40 Grad erwartet, 14 Neuausbrüche bei Bordeaux, Risiko steigt.
- Lage bei Bordeaux: Brand stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle – viele Kräfte im Einsatz.
- Spanien meldet Fortschritte, doch Hitze ab heute erschwert Arbeiten; teils Rückkehr erlaubt.
- Provinzen Ávila, Madrid, Toledo stark betroffen, rund 80.000 Hektar verbrannt, größte Feuer seit 1968.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände blicken die Einsatzkräfte mit Sorge auf eine neue Hitzewelle: Für Frankreich erwarteten die Meteorologen bereits ab Dienstag (28. Juli) , für Spanien ab Mittwoch sengende Temperaturen, teils von mehr als 40 Grad. Die Feuerwehr im Südwesten Frankreichs sieht sich im Vorfeld der neuen Hitze in der „Offensive“ gegen die Flammen, in Spanien hob die Regierung Evakuierungsanordnungen für 13 Gemeinden auf.
14 neue Brände bei Bordeaux
Die Feuerwehr hat ihren Kampf gegen wiederaufflammende Brände in der Region bei Bordeaux an der französischen Atlantikküste auch in der Nacht fortgesetzt. Mit Start einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fürchten die Einsatzkräfte, dass große Trockenheit und Wind den zwischenzeitlich eingedämmten Brand wieder unkontrolliert auflodern lassen. Der Wetterdienst Météo France warnt vor einem dramatischen Anstieg des Waldbrandrisikos.
Am Dienstag (28. Juli) hatte es tagsüber bereits 14 Neuausbrüche der Brände in der Region gegeben, wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend mitteilt. Zum Wiederaufflammen der Brände kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewütet hatte. „Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus“, sagt die regionale Verwaltungschefin.
Auch in der Nacht lodern Flammen
Immer wieder wurden auch bis in die Nacht hinein aus verschiedenen Orten neu aufflammende Brände gemeldet, die vor dem dunklen Himmel bedrohlich in den Himmel loderten. Dazwischen war der Lichtschein der Scheinwerfer der Feuerwehrkräfte zu sehen.
Dichter Dunst lag in den betroffenen Gebieten in der Luft, es roch verbrannt. Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen Bäume mit angesengten Stämmen und vertrockneten Blättern. Die Auswirkungen der Brände auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch. Ein verirrtes Reh suchte in der apokalyptischen Landschaft seinen Weg.

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand außerhalb von Lanton, während der Waldbrände im Südwesten Frankreichs.
Emma Da Silva/AP/dpaVerzweifelter Kampf gegen die Flammen
Weiterhin seien 2750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und über 1400 Polizeikräfte im Einsatz, teilt die Präfektin weiter mit. 110 Feuerwehrleute wurden demnach inzwischen im Einsatz verletzt. In der Gluthitze rennen die Wehrleute beim Wiederaufflammen der Brände in den Wald und schießen Wassermassen auf Flammen. Mit erschöpften Gesichtern blicken viele von ihnen auf die mit der Windrichtung drehenden Rauchschwaden der neuen Feuer. Teils wird es dunkel wie in der Nacht.
Den Kampf um die Wohnhäuser der Menschen haben die Einsatzkräfte nicht überall gewonnen. Manche Häuser konnten sie vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört, wie sich bei einer Fahrt durch die niedergebrannte Landschaft zeigt. Dächer sind durch das Feuer eingebrochen, Fensterscheiben geborsten, Hecken und einst wohl schicke Vorgärten komplett verkohlt.

Für die Feuerwehrleute ist ein schier endloser Kampf gegen Feuer, die sie selbst zum Opfer werden lassen können.
Emma Da Silva/AP/dpaEinige Evakuierte dürfen zurück
Dennoch habe sie eine positive Nachricht, berichtet die Präfektin. Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dürfen zurück in ihre Häuser - unter zwei Bedingungen. Sie müssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben für eine mögliche erneute Evakuierung.
Und auch ihren Aufruf an Touristen vom Sonntag (26. Juli) , am besten gar nicht in die Region zu reisen, relativiert die Präfektin. Im von den Bränden verschonten Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich. Im Süden müssten Touristen jedoch die Brandgebiete selbst meiden und sich auf eine mögliche Evakuierung gefasst machen.

Ein Reh läuft durch einen schwelenden, verkohlten Wald, nachdem es in dieser Region im Südwesten Frankreichs zu Waldbränden gekommen war.
Baz Ratner/AP/dpaErfolge bei Brandbekämpfung in Spanien
Bei der Bekämpfung mehrerer verheerender Waldbrände feiern die Einsatzkräfte in Spanien erhebliche Erfolge. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, erklärt Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid.
Dabei entwickeln die Löscharbeiten sich zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat für heute den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren.
Größter Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens
Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt.
In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid hat aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekanntgegeben. Die Bewohner von 15 Ortschaften durften demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem wurden für sechs weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen.
Fläche des Bodensees in der Region Ávila zerstört
Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen bisher rund 10.000 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, viele konnten inzwischen aber zurückkehren.
Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern - fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das größte der jüngeren Geschichte Spaniens - das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968. (mit dpa-/AFP-Agenuturmaterial)
