Waldbrände in Griechenland
: Karte zeigt, wo es aktuell brennt

In Griechenland wüten erneut Waldbrände. Eine Karte zeigt, welche Regionen aktuell betroffen sind.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Waldbrände in Griechenland

Waldbrände in Griechenland.

Socrates Baltagiannis/dpa

In Griechenland ist die Waldbrandgefahr derzeit in vielen Regionen sehr hoch. Trockenheit, hohe Temperaturen und starke Winde begünstigen die schnelle Ausbreitung von Feuern. Besonders angespannt ist die Lage unter anderem auf Chalkidiki sowie in Teilen von Attika und des Peloponnes. Die folgende Karte zeigt, wo Satelliten aktuell auffällige Wärmequellen und mögliche Brände registrieren.

Die interaktive Karte von foties.gr basiert auf Daten des NASA-Systems FIRMS. Satelliten erfassen dabei auffällige Wärmequellen auf der Erdoberfläche und übertragen deren Position in die Karte. Dadurch lässt sich schnell erkennen, in welchen Regionen zuletzt mögliche Feuer registriert wurden.

Die Markierungen sind allerdings nicht automatisch mit bestätigten Waldbränden gleichzusetzen. Auch Industrieanlagen oder andere starke Wärmequellen können von den Satelliten erkannt werden. Die Karte dient deshalb vor allem als aktueller Überblick.

Für Urlauber und Bewohner vor Ort bleiben die Hinweise der griechischen Behörden entscheidend. Bei Evakuierungen, Straßensperrungen oder akuten Warnungen sollten immer die offiziellen Mitteilungen beachtet werden, da sich die Lage bei Waldbränden innerhalb kurzer Zeit verändern kann.

Chalkidiki: Zahlreiche Glutnester nach Großbrand

Der derzeit bedeutendste Brand befindet sich auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Kassandra auf Chalkidiki. Das Feuer war am Donnerstagnachmittag bei Siviri ausgebrochen und hatte sich durch ein bewaldetes und dicht bebautes Gebiet ausgebreitet. Am Freitagmorgen meldete die Feuerwehr eine deutlich verbesserte Lage: Ein zusammenhängendes aktives Feuer gibt es demnach nicht mehr, allerdings werden noch zahlreiche einzelne Brand- und Glutnester bekämpft. Wegen der starken Winde besteht weiterhin die Gefahr, dass das Feuer erneut aufflammt.

227 Feuerwehrleute, 57 Fahrzeuge und 13 Bodentrupps sind dort im Einsatz. Zusätzlich unterstützen sechs Löschflugzeuge und ein Hubschrauber die Arbeiten. Nach einer ersten Einschätzung sind bis zu 3500 Stremmata – rund 350 Hektar – verbrannt. Häuser im Ortsteil Nautilos wurden beschädigt. Die Straße in Richtung Fourka blieb am Freitagmorgen weiterhin gesperrt.

Die Lage war am Donnerstag zeitweise so gefährlich, dass die Behörden mehrere Warnungen über die Notfallnummer 112 verschickten und Einwohner sowie Urlauber zum Verlassen des Gebiets aufforderten. Nach offiziellen Angaben wurden 481 Menschen über das Meer in Sicherheit gebracht.

Neuer Brand in Elis auf dem Peloponnes

Ein weiterer Wald- und Flächenbrand brach in der Nacht zum Freitag bei Alfeiousa in der Region Elis im Westen des Peloponnes aus. Das Feuer entstand nahe der Straße zwischen Alfeiousa und Makrisia. 50 Feuerwehrleute und 13 Fahrzeuge wurden zu dem Brand geschickt, unterstützt von Bodentrupps, Baumaschinen und Tankwagen.

Nach Angaben des staatlichen Senders ERT hatte sich die Lage bereits rund zwei Stunden nach Ausbruch deutlich verbessert. Als mögliche Brandursache wird derzeit untersucht, ob eine umgestürzte Kiefer auf Stromleitungen gefallen sein könnte. Eine endgültige Ursache steht jedoch noch nicht fest.

Nicht überall auf der Karte gibt es einen aktiven Waldbrand

Die Feuerwehr hatte allein am Donnerstag landesweit 40 Wald- und Flächenbrände registriert. Mehrere davon konnten inzwischen gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. Dazu gehörten unter anderem Feuer auf Kalamos, bei Agrinio, in der Region Kavala, bei Nafpaktos, nahe Olympia und in Acharnes bei Athen.

Das ist auch bei der Einordnung der oben eingebundenen Karte wichtig. Der Dienst foties.gr verwendet Satellitendaten der NASA-Systeme MODIS und VIIRS. Die Markierungen zeigen Wärmequellen, die aus dem All registriert wurden – sie sind deshalb nicht automatisch mit einem aktuell außer Kontrolle geratenen Waldbrand gleichzusetzen. Auch bereits eingedämmte Feuer, Glutnester oder andere starke Wärmequellen können auf der Karte erscheinen.

Höchste Warnstufe rund um Athen und auf Euböa

Besonders groß ist die Sorge vor neuen Bränden. Der griechische Zivilschutz hat für Freitag die höchste Gefahrenstufe 5 für Attika einschließlich des Großraums Athen sowie für Böotien, Euböa, Argolis und Korinth ausgerufen.

Die zweithöchste Stufe 4 gilt in zahlreichen weiteren Landesteilen, darunter Chalkidiki und der Berg Athos, Teile des Peloponnes und Westgriechenlands, Zakynthos, mehrere Regionen im Norden und Nordosten des Landes, die Kykladen sowie Kreta. Eine hohe Warnstufe bedeutet allerdings nicht, dass es dort bereits brennt, sondern dass sich ein neu entstehendes Feuer besonders schnell ausbreiten könnte.

Hauptproblem sind am Freitag die starken Winde. Der griechische Wetterdienst EMY erwartet im Ägäischen Meer Windstärken von 8 bis örtlich 9 Beaufort. Dadurch können Flammen schnell angefacht werden und Glut über größere Entfernungen getragen werden. Die Feuerwehr hat ihre Kräfte deshalb in zahlreichen Regionen in erhöhte Bereitschaft versetzt.