Waldbrand im Hohen Venn
: So ist die aktuelle Lage

Wie ist die Lage im Hohen Venn aktuell? Das sagen die belgischen Behörden zur Situation vor Ort.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Waldbrand im Hohen Venn: 21.08.2026, Belgien, Waimes: Bei Waldbränden steigt Rauch aus der verkohlten Landschaft des Hohen Venn auf. Foto: Valentin Bianchi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Waldbrand im Hohen Venn: 21.08.2026, Belgien, Waimes: Bei Waldbränden steigt Rauch aus der verkohlten Landschaft des Hohen Venn auf. Foto: Valentin Bianchi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Valentin Bianchi/AP/dpa

Der großflächige Wald- und Vegetationsbrand im Hohen Venn ist inzwischen unter Kontrolle. Entwarnung gibt es allerdings noch nicht: In der Nacht auf Montag, 24. August, mussten die Einsatzkräfte erneut mehrere lokale Brandherde bekämpfen. Zudem bleibt die Rauchentwicklung in Teilen der Region ein Problem. Zahlreiche Straßen sowie Wald- und Naturschutzgebiete sind weiterhin gesperrt.

Das Feuer war am 14. August gegen 13 Uhr bei Baelen ausgebrochen. Seitdem waren Feuerwehren aus verschiedenen Teilen Belgiens sowie internationale Einsatzkräfte im Hohen Venn im Einsatz. Nach Angaben der Wallonischen Region ist der Brand mittlerweile unter Kontrolle. Unter der Oberfläche können jedoch weiterhin Glutnester vorhanden sein und bei entsprechenden Wetterbedingungen erneut aufflammen.

Erneute Brandherde in der Nacht

Auch zehn Tage nach Ausbruch des Feuers bleibt die Situation angespannt. In der Nacht zum Montag mussten die Rettungsdienste nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Lüttich mehrere kleinere, örtlich begrenzte Brandherde löschen.

Weil der Wind in der Nacht nahezu vollständig nachgelassen hatte, sammelte sich zudem Rauch in der Umgebung des Brandgebiets. Je nach leichter Änderung der Windrichtung war dieser an verschiedenen Orten rund um die Sperrzone deutlich wahrnehmbar. Mit steigenden Temperaturen im Laufe des Tages soll sich der Rauch zunehmend auflösen.

Am Sonntag waren noch rund 140 bis 160 Einsatzkräfte und Helfer im Gebiet aktiv. Dazu gehörten unter anderem Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz, Armee, Forstverwaltung und das Rote Kreuz. Sie mussten vor allem im östlichen Bereich des Brandgebiets immer wieder gegen aufflammende Feuer vorgehen. Auch norwegische Löschhubschrauber konnten eingesetzt werden. Der Wind fachte allerdings zugleich Glutreste an und sorgte dadurch für zusätzliche Rauchentwicklung. Insgesamt sind nach Angaben der Region rund 350 Menschen unmittelbar in die Bewältigung des Brandes eingebunden.

Straßen und Wälder bleiben gesperrt

Trotz der verbesserten Lage bleibt das betroffene Gebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Behörden warnen ausdrücklich davor, die Absperrungen zu ignorieren. Zuletzt wurden erneut Radfahrer und Spaziergänger innerhalb der Sperrzone aufgegriffen und von Polizei beziehungsweise Forstverwaltung mit einem Bußgeld belegt.

Auch die Straßen N68, N672 und N676 bleiben gesperrt. In den betroffenen Wäldern und Naturschutzgebieten gilt ebenfalls weiterhin ein Betretungsverbot. Dieses betrifft unter anderem die Forstbezirke Verviers, Malmedy und Elsenborn. Auch die Fagne de Malchamps, die Domaine de Bérinzenne und der Aussichtsturm auf dem Gebiet der Stadt Spa sind derzeit nicht zugänglich.

Der Grund sind nicht nur mögliche Glutnester. Durch das Feuer geschädigte Bäume und Äste können unvermittelt umstürzen. Außerdem kann lokal weiterhin gesundheitsschädlicher Rauch auftreten. In einzelnen Bereichen könnten durch den Brand zudem alte Kriegsmunition und andere gefährliche Überreste freigelegt worden sein.

Behörden überwachen die Luftqualität

Die Luftqualität rund um das Hohe Venn wird weiterhin engmaschig überwacht. Zusätzliche Messgeräte wurden unter anderem in Bosfagne, Mont-Rigi, Bütgenbach, Ternell, Jalhay und Hockai sowie nahe der deutschen Grenze bei Mützenich aufgestellt. Gemessen werden insbesondere Feinstaubwerte. In Eupen und Jalhay wurden außerdem mobile Messstationen installiert, die auch Kohlenmonoxid erfassen.

Wer durch den Rauch beeinträchtigt wird, soll längere Aktivitäten im Freien vermeiden und Türen und Fenster geschlossen halten. Auch mechanische Lüftungsanlagen sollten bei Rauch vorübergehend ausgeschaltet werden. Besonders empfindliche Menschen sollten ihre Belastung durch den Rauch möglichst gering halten.

Evakuierte Bewohner wieder zu Hause

Eine weitere wichtige Entwicklung: Die vorsorglich evakuierten Bewohner konnten bereits am Mittwoch, 19. August, in ihre Häuser zurückkehren. Betroffen waren Bewohner von Sourbrodt in der Gemeinde Waimes sowie von Küchelscheid und Leykaul in der Gemeinde Bütgenbach.

Auch die Trinkwasserversorgung gilt nach bisherigen Untersuchungen als sicher. Analysen der zuständigen Wasserversorger zeigen nach Angaben der Wallonischen Region derzeit keine gesundheitlich bedenklichen Auffälligkeiten. Die Überwachung soll dennoch über mehrere Wochen fortgesetzt werden, um mögliche verzögerte Auswirkungen des Brandes auf die Wasserreserven frühzeitig zu erkennen.

Damit hat sich die Lage im Hohen Venn deutlich entspannt. Der Einsatz ist jedoch noch nicht beendet. Glutnester, Rauchentwicklung und die Gefahren in den verbrannten Gebieten sorgen dafür, dass die umfangreichen Sperrmaßnahmen vorerst bestehen bleiben. Die Behörden appellieren deshalb weiterhin an Besucher und Anwohner, die Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte konsequent zu beachten.