Stinkwanzenplage: „2026 ist ein Wanzenjahr“

Igitt! Eine Wanze krabbelt über den Teppich.
IMAGO/imagebroker- Stinkwanzen dringen im Herbst vermehrt in österreichische Wohnungen ein.
- Ursache: sinkende Temperaturen – die Tiere suchen warme, geschützte Winterquartiere.
- Die Marmorierte Baumwanze ist ungefährlich, kann aber Obst und Gemüse stark schädigen.
- 2026 ist ein Wanzenjahr: Wärme verkürzt die Generationszeit, Trockenheit schadet kaum.
- Tipp zur Abwehr: Insektenschutzgitter, Ritzen abdichten, Tiere nicht zerquetschen, sondern aussetzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In diesem Herbst tauchen an Fenstern und Hauswänden sowie in Wohnungen in Österreich vermehrt braune, schildförmige Insekten auf. Gemeint ist häufig die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), die umgangssprachlich auch „Stinkwanze“ genannt wird. Die Tiere suchen bei sinkenden Temperaturen geschützte und warme Plätze für die Überwinterung. Für Menschen und Haustiere sind sie ungefährlich, in Obst- und Gemüsekulturen können sie jedoch erhebliche Schäden verursachen.
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Die Marmorierte Baumwanze stammt ursprünglich aus Ostasien. Von dort wurde sie vermutlich mit Transportkisten und anderem Verpackungsmaterial in neue Regionen verschleppt. In Europa wurde sie erstmals 2004 in Liechtenstein nachgewiesen, später auch in der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern.
Warum kommen Stinkwanzen in die Wohnung?
In Österreich wurden die ersten Exemplare 2015 in Wien und in Dornbirn (Vorarlberg) entdeckt. Seit Herbst 2016 wurde die Art besonders in Wien häufig an und in Gebäuden beobachtet. Wenn die Temperaturen sinken, suchen die erwachsenen Wanzen geeignete Winterquartiere. Besonders attraktiv sind trockene, warme und geschützte Orte. Dazu gehören Hausfassaden, Fensterrahmen, Dachböden, Gartenhütten, Blumenkästen, Mauerwerk sowie Spalten an Türen und Fenstern.
Auch Licht und Wärme können die Tiere anziehen. Deshalb gelangen sie vor allem im Herbst durch geöffnete Fenster und Balkontüren in Wohnungen. Ihr Auftreten hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. In Innenräumen verstecken sie sich etwa hinter Vorhängen, Möbeln oder Sofas.
Wanzen lieben die Hitze
Die Marmorierte Baumwanze wird ab Temperaturen von etwa 10 Grad Celsius aktiv. Sie legt ihre Eier auf den Blattunterseiten geeigneter Wirtspflanzen ab. Die Larven durchlaufen fünf Entwicklungsstadien, bevor sie zu erwachsenen Wanzen werden.
In Österreich sind normalerweise ein bis zwei Generationen pro Jahr zu erwarten. Warme Sommer, milde Winter und längere Vegetationsperioden können die Entwicklung und Ausbreitung begünstigen. Für das Jahr 2026 bezeichneten Fachleute die Bedingungen als besonders günstig für eine starke Wanzenpopulation.

Im Garten fühlen sich Baumwanzen pudelwohl.
Tim Brakemeier/dpa-mag/dpa„2026 ist ein Wanzenjahr“
„Die Wanzen haben sich in diesem Jahr vom Wetter wenig einschüchtern lassen“, sagte Zoologe Manfred Hartbauer im Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“. „Deshalb glaube ich schon, dass 2026 ein Wanzenjahr ist – Wärme bedeutet, dass sie sich rascher vermehren, die Generationszeit wird kürzer und unter Trockenheit leiden sie gar nicht so sehr, weil sie immer Pflanzensäfte finden, an denen sie sich laben können.“
Für Menschen und Haustiere ist die Marmorierte Baumwanze grundsätzlich ungefährlich. Sie beißt nicht und ist nicht dafür bekannt, Krankheiten auf Menschen zu übertragen. Auch Zimmerpflanzen werden durch die Tiere in der Wohnung normalerweise nicht zum Hauptproblem.
Sind Wanzen gefährlich?
Bei Bedrohung kann die Wanze allerdings ein unangenehm riechendes Abwehrsekret abgeben. Daher kommt die Bezeichnung Stinkwanze. Das Sekret wird vor allem freigesetzt, wenn das Tier gequetscht, erschlagen oder stark gestresst wird.
In Gartenbau und Landwirtschaft ist die Marmorierte Baumwanze deutlich problematischer. Sie sticht mit ihrem Saugrüssel Blätter und Früchte an und saugt Pflanzensaft. Dabei gelangen Enzyme aus dem Speichel in das Pflanzengewebe.

Der Geruch von Stinkwanzen kann sehr unangenehm sein (Symbolbild).
Mandy OysWanzen als Obst- und Gemüseschreck
Typische Folgen sind Flecken, Verfärbungen, Verformungen, Nekrosen und ein vorzeitiges Abfallen der Früchte. Betroffen sein können unter anderem Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Nektarinen, Himbeeren, Haselnüsse, Weintrauben, Tomaten, Paprika, Gurken, Bohnen, Erbsen, Mais und Sojabohnen.
Die Art ist sehr anpassungsfähig und kann zahlreiche verschiedene Pflanzen als Wirt nutzen. Die Gesundheitsbehörde AGES nennt mehr als 100 mögliche Wirtspflanzen, während andere Fachquellen für die gesamte bekannte Bandbreite noch höhere Zahlen angeben.
Stinkwanzen nicht zerquetschen!
Stinkwanzen sollten nicht zerquetscht oder erschlagen werden. Dabei kann sich das übel riechende Abwehrsekret verbreiten. Auch das Einsaugen mit dem Staubsauger ist ungünstig, weil die Tiere im Gerät gestresst werden können und der Geruch anschließend im Staubsauger oder über die Abluft haften bleibt.
Am besten fängt man einzelne Tiere vorsichtig mit einem Glas und einem festen Blatt Papier ein. Dazu wird das Glas über die Wanze gestülpt. Anschließend schiebt man das Papier vorsichtig unter den Rand des Glases und trägt das Tier nach draußen.
Vorbeugung gegen Ungeziefer
Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Tieren den Zugang zu versperren. Engmaschige Insektenschutzgitter an Fenstern und Balkontüren bilden eine wirksame Barriere. Zusätzlich sollten Spalten und Ritzen an Fensterrahmen, Türen und Fassaden sorgfältig abgedichtet werden.
Beim abendlichen Lüften kann es helfen, das Licht im Raum auszuschalten. Auch Brennholz, Kisten, Kübelpflanzen und andere Gegenstände sollten vor dem Hineintragen kontrolliert werden. So lässt sich verhindern, dass Wanzen unbemerkt in die Wohnung gelangen. Im Garten ist die Bekämpfung schwieriger.


