Warnstreiks im ÖPNV
: Wo wird heute gestreikt?

Auch am Montag wird in einigen Städten wieder gestreikt. Hier ist der Nahverkehr heute eingeschränkt.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Wo wird als Nächstes gestreikt?

Alexander Fedosov / shutterstock.com

Pendler und Reisende in Nordrhein-Westfalen brauchen heute starke Nerven. Am Montag, den 23. März 2026, hat die Gewerkschaft ver.di landesweit zu massiven Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Es ist das „letzte Signal“ der Beschäftigten vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde, die morgen in Bochum beginnt.

Viele Streiks in NRW

In NRW sind insgesamt 19 Verkehrsbetriebe von den heutigen Arbeitsniederlegungen betroffen. Da ver.di gezielt die Betriebshöfe bestreikt, bleiben viele Busse und Bahnen im Depot, selbst wenn das Fahrpersonal teilweise arbeitswillig wäre.

Hier stehen die Räder heute still (Auszug):

  • Dortmund & Schwerte: Bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) geht fast nichts mehr – Stadtbahnen und Busse fallen komplett aus.
  • Düsseldorf & Region: Die Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) bestreikt die Rheinbahn-Depots in Lierenfeld, Heerdt, Benrath und Ratingen-Tiefenbroich.
  • Ruhrgebiet & Westfalen: Massive Ausfälle in Gelsenkirchen, Herne, Castrop-Rauxel, Herten, Bottrop, Oberhausen und Bielefeld.
  • Rheinland & Bergisches Land: Streiks in Köln, Wuppertal (insbesondere im Osten der Stadt), Krefeld, Mönchengladbach und dem Kreis Mettmann.
  • Südwestfalen: Betroffen sind zudem der Ennepe-Ruhr-Kreis, Siegen, Hagen und der Märkische Kreis.
  • Wichtig für Pendler: S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sowie privater Anbieter sind nicht vom Streik betroffen und verkehren nach Plan.

    Blick über die Landesgrenzen: Wo wird noch gestreikt?

  • Sachsen-Anhalt: Hier endeten die mehrtägigen Warnstreiks in Magdeburg (MVB) und Halle (HAVAG) erst in der vergangenen Nacht (ca. 01:00 bis 02:30 Uhr). Im Laufe des Morgens normalisiert sich der Betrieb hier wieder, es kann jedoch noch zu vereinzelten Folgeverspätungen kommen.
  • Bayern: In München blieb es am Wochenende ruhig, nachdem die Streiks dort am Freitag endeten. Da heute jedoch auch in Bayern wichtige Tarifgespräche anstehen, blicken Fahrgäste gespannt auf die kommenden Tage.
  • Hamburg: Bei der Hochbahn und den VHH gab es am Wochenende massive Ausfälle. Für den heutigen Montag sind aktuell keine neuen großflächigen Streikaufrufe bekannt.
  • Hintergrund: Warum wird gestreikt?

    Die Fronten zwischen ver.di und den kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) sind verhärtet. Die Gewerkschaft fordert für die rund 30.000 Beschäftigten in NRW:

  • Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden (bei vollem Lohnausgleich).
  • Längere Ruhezeiten zwischen den Schichten.
  • Deutlich erhöhte Sonntagszuschläge.
  • Verhandlungsführer Heinz Rech betont: „Die Beschäftigten sind das Rückgrat des Nahverkehrs. Diese Stabilität darf nicht weiter auf ihre Kosten gesichert werden.“ Die Arbeitgeberseite bezeichnet die Forderungen hingegen als „unrealistisch“ angesichts der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe.

    Ausblick: Aufatmen ab Dienstag

    Es gibt einen Lichtblick: Mit Beginn der dreitägigen Verhandlungsrunde am Dienstag (24.03.) wird es in NRW vorerst keine weiteren Warnstreiks geben. Da ver.di neue Aktionen meist mit 48 Stunden Vorlauf ankündigt, ist bis mindestens Freitag mit einem weitgehend geregelten Betrieb zu rechnen.