Wenn`s auf Reisen pressiert: Pinkelpause im Stau? Was auf der Autobahn erlaubt ist

Das geht. Aber nur weil es keine Autobahn ist: Ein Tourist pinkelt am Straßenrand des Tanggula-Passes im Hochland von Tibet
Imago/biky- Toilettengänge außerhalb des Autos sind auf Autobahnen verboten, auch im Stillstand.
- Anhalten auf dem Standstreifen ist nur bei Panne oder Unfall erlaubt, nicht für die Toilette.
- ACE rät zu Planung: regelmäßige Pausen alle zwei Stunden oder 200 Kilometern einlegen.
- Notfalltoiletten oder Taschen-WCs im Auto helfen in Staus – Varianten für alle gibt es.
- Wohnmobil-Toilette darf im Stau genutzt werden, aber nur im Stand; Wohnanhänger nicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sommerzeit, Reisezeit. Und wenn es, wie derzeit, so richtig warm ist, muss man viel trinken, sehr viel. Nach einiger Zeit auf der Autobahn drückt die Blase und keinen Rasthof an der Piste ist in Sicht. Was also tun? Wer klug ist, plant frühzeitig Pausen für den Toilettengang ein. Spätestens im Stau wird es sonst schnell richtig unangenehm.
Betretungsverbot von Autobahnen
Grundsätzlich gilt: Auf der Autobahn einfach an der Leitplanke stoppen, aus dem Auto hüpfen und flink hinter der Leitplanke verschwinden, um sich zu erleichtern, verbietet die Straßenverkehrsordnung (StVO), erklärt der Auto Club Europa (ACE).
Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Auch nicht für einen kurzen Toilettengang! Das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen oder nach Unfällen ist strengstens verboten. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn einem Motorradfahrer im Sommer ein Hitzschlag droht, nennt der ACE ein Beispiel. Aber egal, ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall.

Pausen einplanen: Regelmäßige Stopps alle zwei Stunden oder 200 Kilometer helfen, unangenehme Situationen im Stau zu vermeiden.
Christian Butt/dpaIn der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend, vorausschauend zu planen. Es gibt sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nähmen nicht viel Platz weg und es gebe verschiedene Exemplare für Männer, Frauen und Kinder.
Wohnmobil bietet Vorteile
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen, wenn er sich innerhalb des Fahrzeugs dorthin bewegen kann. Aber: Erlaubt ist das nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Sobald der Verkehr wieder anrollt, müssen alle Insassen zurück auf ihren Plätzen sein.
Ganz anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette darf nicht benutzt werden, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.

Glücklich der Mann/die Frau, der/die eine solche Wohnmobil-Toilette im Stau sein eigen nennen darf.
Imago/Westend61Besser frühzeitig und regelmäßig pausieren
Damit die Situation nicht unnötig sich dem Siedepunkt nähert, rät der ACE zu regelmäßigen Pausen. Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 Kilometer hilft eine mindestens 15-minütige Erholungspause. Diese kann dann auch für einen Toilettengang genutzt werden. Mobilität-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.

Manchmal ist so etwas der Himmel auf Erden: Pissoir mit eingebautem Videomonitor in einer Raststätte an einer Autobahn.
Imago/Jochen TackUnd noch einen guten Rat haben die ACE-Mitarbeiter: Wer trotz aller Vorkehrungen in einen spontanen, sehr langwierigen Stau gerate und absolut nicht umhinkomme, die Autobahn - verbotenerweise - zu betreten, müsse ganz besonders aufmerksam sein und andere Verkehrsteilnehmer im Blick haben. Denn selbst bei stundenlangem Stillstand sei jederzeit damit zu rechnen, dass auch die Rettungsgasse oder der Standstreifen befahren werden. Und das sehr schnell sehr böse enden. (mit dpa-Agenturmaterial)
