Bitcoin-Erfinder: Wer ist Satoshi Nakamoto?

Ist er 60 Milliarden schwer? Programmierer Peter Todd in der HBO-Doku.
ZGS/HBOSeit mehr als 15 Jahren ranken sich Mythen und Spekulationen um die wahre Identität des Bitcoin-Erfinders, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist. Eine neue Dokumentation des US-Senders HBO sorgt nun für Aufsehen, indem sie behauptet, das Rätsel endlich gelöst zu haben.
Die Filmemacher präsentieren den 39-jährigen kanadischen Softwareentwickler Peter Todd als den vermeintlichen Schöpfer der Kryptowährung. Als Hauptindiz dient ihnen ein Forumsbeitrag von 2010, in dem Todd angeblich versehentlich unter seinem echten Namen statt als Satoshi Nakamoto gepostet haben soll.
Peter Todd will nicht Satoshi Nakamoto sein
Todd selbst bestreitet jedoch vehement, Satoshi Nakamoto zu sein. Er bezeichnet die Berichterstattung sogar als gefährlich, da sie ihn in Gefahr bringe. Tatsächlich wird das Vermögen des Bitcoin-Erfinders auf rund 60 Milliarden Dollar geschätzt.
Die Bitcoin-Community zeigt sich skeptisch gegenüber der Enthüllung. Viele argumentieren, dass Todd mit 23 Jahren zu jung gewesen sei, um 2008 ein so komplexes System zu erschaffen. Zudem bezweifeln sie, dass der echte Satoshi nach all den Jahren seine Identität in einer Dokumentation preisgeben würde.
Wer ist „Satoshi Nakamoto“? Ist es Trump?
Verschiedene mutmaßliche Identitäten waren bislang für Satoshi Nakamoto im Gespräch, Peter Todd von mehreren Möglichkeiten – falls es sich nicht ohnehin um ein Kollektiv aus verschiedenen Entwicklern handeln sollte:

Statue für „Satoshi Nakamoto“ in Budapest.
Foto: Fekist/CC BY-SA 4.0Bitcoin und Satoshi Nakamoto
Unabhängig von der Identitätsfrage bleibt der Aufstieg des Bitcoins beeindruckend. In knapp 16 Jahren ist sein Wert von null auf über 60.000 US-Dollar gestiegen. Gerade in Entwicklungsländern gilt die von „Satoshi Nakamoto“ erfundene Kryptowährung als attraktive Anlage gegen Korruption und Inflation.
Die Dezentralität des Systems, ohne Kontrolle durch Regierungen oder Zentralbanken, wird von Anhängern als großer Vorteil gesehen. Gleichzeitig gibt es Kritik an der Ineffizienz und dem hohen Energieverbrauch durch Bitcoin-Mining.
Satoshi Nakamoto völlig uneigennützig?
Viele in der Szene betonen, dass die Identität des Erfinders letztlich irrelevant sei. Sie sehen es sogar als positiv, dass Satoshi Nakamoto im Verborgenen bleibt und seine Bitcoin-Bestände nicht anrührt. Dies zeige, dass es ihm um die Weiterentwicklung des Netzwerks gehe und nicht um persönliche Bereicherung.
So bleibt das Mysterium um Satoshi Nakamoto vorerst weiter bestehen. Die HBO-Dokumentation hat zwar neue Spekulationen angeheizt, aber keinen eindeutigen Beweis geliefert. Die Frage, wer hinter einer der einflussreichsten Finanzinnovationen der letzten Jahrzehnte steckt, wird die Öffentlichkeit wohl noch länger beschäftigen.
