: Spektakuläre Aufnahmen aus legendärem Schiffswrack in der Arktis
Die Entdeckung der Wracks „HMS Erebus“ und HMS Terror“ aus der legendären Polarexpedition von John Franklin war eine Sensation. Nun haben Taucher die „HMS Terror“ in den Tiefen der Arktis erkundet. Sie hoffen, das Logbuch des Kapitäns zu finden, um die Geheimnisse um das Schicksal der „HMS Terror“ zu lüften.
Aufnahmen aus der „HMS Terror“ zeigen unter anderem Betten und Tische Regale mit Porzellan und Glasflaschen in der Offiziersmesse und Messgeräte.
AFP
Bug der „Titanic“ im Jahr 2004: Am 15. April gegen 2.20 Uhr sank die Titanic, nachdem sie am 14. April um 23.40 Uhr im Nordatlantik – etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland – einen Eisberg gerammt hatte. 1514 der über 2200 an Bord befindlichen Menschen kamen dabei ums Leben.
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9000 Tote: Das deutsche Passagierschiff Wilhelm Gustloff wird am 30. Januar 1945 von dem sowjetischen U-Boot S-13 in der Ostsee versenkt. Eine Stunde nach dem Torpedobeschuss sinkt das Schiff 23 Seemeilen vor der Küste Pommerns. Rund 9000 Menschen an Bord, davon 8800 Flüchtlinge, ertrinken. Der Untergang der Wilhelm Gustloff gilt als die größte Schiffskatastrophe der Seefahrtsgeschichte (bezogen auf ein einzelnes Schiff).
dpa
8500 Tote: Das japanische Handelsschiff Tango Maru wird am 25. Juni 1944 von dem amerikanischen U-Boot Rasher versenkt. Rund 3500 Menschen – vor allem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter – kommen ums Leben. Nur wenige Stunden später versenkt dasselbe U-Boot den Truppentransporter Ryusei Maru, auf dem sich 6600 Soldaten befinden. Mindestens 5000 von ihnen ertrinken.
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7000 Tote: Die Goya (im Bild zu sehen ist die Steuben, die dasselbe Schicksal erlitt), ein Frachtschiff der Reederei „A/S J. Ludwig Mowinckels Rederi“, wird Anfang 1940 in Dienst gestellt. Nach der deutschen Besetzung Norwegens im April 1940 wird die Goya von der Kriegsmarine beschlagnahmt. Das mit Tausenden Flüchtlingen beladene Schiff wird am 16. April 1945 durch das sowjetische U-Boot L-3 versenkt. Dabei kommen über 7000 Menschen ums Leben.
dpa
4500 Tote: Das in der Neustädter Bucht (einer Unterbucht der Lübecker Bucht) ankernde deutsche Passagierschiff Cap Arcona wird am 3. Mai 1945, fünf Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs, durch britische Jagdbomber in Brand geschossen und versenkt. Von 4600 an Bord befindlichen Häftlingen aus dem KZ Neuengamme kommen bis auf 100 alle ums Leben.
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4386 Tote: Die philippinische Fähre Doña Paz kollidiert am 20. Dezember 1987 in der Nähe der Insel Mindoro mit dem Tanker Vector. Die Schiffe explodieren und brennen aus. Nur 24 Menschen der Doña Paz und zwei Besatzungsmitglieder der Vector überleben die Havarie. Die amtliche Untersuchung zählt später 4386 Tote: 4317 Passagiere, 58 Besatzungsmitglieder der Doña Paz und elf Besatzungsmitglieder der Vector. Es handelt sich um das schwerste Schiffsunglück in Friedenszeiten.
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4000 Tote: Das deutsche Passagierschiff Steuben hat 2800 Verwundete, 800 Flüchtlinge und 500 Soldaten sowie Sanitäter an Bord, als es in den Nachtstunden des 10. Februar 1945 vor Stolpmünde (Pommern) von dem sowjetischen U-Boot S-13 torpediert und versenkt wird. Mindestens 4000 Menschen kommen ums Leben.
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3520 Tote: Am 4. Dezember 1948 verlässt das chinesische Passagierschiff Kiang Ya den Hafen von Shanghai. Aufgrund des Bürgerkriegs ist das Schiff mit Flüchtenden vollkommen überladen. In der Mündung des Flusses Huangpu Jiang ereignet sich eine Explosion – vermutlich durch eine Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Kiang Ya sinkt innerhalb kurzer Zeit und reißt 3520 Menschen mit sich in den Tod.
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2967 Tote: Die tansanische Fähre Spice Islander I sinkt in den frühen Morgenstunden des 10. September 2011 zwischen den Inseln Unguja und Pemba (Sansibar-Archipel) infolge von Überladung. Obwohl nur für 700 Personen ausgelegt, sind über 3500 Menschen an Bord. Nur 619 von ihnen können gerettet werden.
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1863 Tote: Am 26. September 2002 gerät die senegalesische Fähre Le Joola vor der Küste Gambias in einen Sturm. Nach fünf Minuten kentert das Schiff. 1863 Menschen kommen ums Leben, darunter viele Studenten, die unterwegs in die sengalesische Hauptsatdt Dakar waren.
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Bis zu 1400 Tote: Die ägyptische Fähre Salem Express läuft am 14. Dezember 1991 auf der Fahrt von Dschidda nach Safaga kurz vor dem Zielhafen auf ein Korallenriff auf und sinkt innerhalb von zehn Minuten. Nach offiziellen Angaben sterben von 654 Personen an Bord 448. Die tatsächliche Opferzahl könnte aber bei bis zu 1400 Toten liegen.
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1153 Tote: Das japanische Fährschiff Toya Maru sinkt am 26. September 1954 in einem Taifun vor der japanischen Insel Hokkaido. Offiziell sterben 1153 Menschen. Die Eisenbahnfähre gehörte der Japanischen Staatsbahn, welche die Insel Hokkaidō über die Tsugaru-Straße mit der Insel Honshū verband.
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1026 Tote: Am 2. Februar 2006 sinkt die ägyptische Autofähre Al-Salam Boccaccio 98 auf dem Weg vom saudi-arabischen Dhiba ins ägyptische Safaga im Roten Meer nach einem Feuer an Bord. Von 1414 Passagieren und Mannschaftsmitgliedern können nur 388 gerettet werden.
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852 Tote: Es ist der 28. September 1994. Fünf Stunden nach Abfahrt, gegen 1 Uhr morgens, bricht der Verschluss der Bugklappe der Ostseefähre Estonia. Wasser dringt ein. Die Fähre bekommt starke Schlagseite und sinkt innerhalb kürzester Zeit vor der finnischen Insel Utö. 852 Menschen verlieren ihr Leben. Nur 137 Menschen überleben die Katastrophe.
dpa
800 Tote: Die philippinische Fähre Princess of the Stars ist auf dem Weg von Manila nach Cebu City, als sie in den Taifun Fengshen gerät. Am 22. Juni 2008 sinkt das Schiff vor der Küste der philippinischen Insel Sibuyan. Von rund 850 Menschen an Bord können nur 56 lebend geborgen werden.
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700 Tote: Im Meer zwischen der libyschen Küste und der italienischen Insel Lampedusa kentert in der Nacht vom 18. auf den 19. April 2015 ein Flüchtlingsboot mit Hunderten Menschen an Bord. Nur 28 Überlebende werden durch ein Handelsschiff gerettet. Die Zahl der Toten wird auf rund 700 geschätzt.
dpa
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New York/Montreal - Mehr als 170 Jahre nach der legendären Franklin-Expedition zur Erkundung der Nordwestpassage durch die Arktis hoffen Wissenschaftler auf Hinweise darauf, was genau mit den Schiffen des britischen Entdeckers John Franklin geschehen ist.
Die kanadische Nationalparkverwaltung veröffentlichte jetzt Aufnahmen, die Taucher jetzt bei einer ersten Erkundung im Inneren des gesunkenen Schiffes „HMS Terror“ gemacht haben.
1845: Franklin-Expedition in die Arktis
Die Schiffe „HMS Terror“ und „HMS Erebus“ gehörten zur Franklin-Expedition, die 1845 in Großbritannien aufbrach, um die Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik zu finden.
Im August des selben Jahres segelten sie in der kanadischen Baffin Bay an zwei Walfangbooten vorbei – und wurden danach nie wieder gesehen.
Das Wrack der „Erebus“ wurde schließlich 2014 in der Victoria-Straße entdeckt. Die „Terror“ wurde zwei Jahre später in 24 Metern Tiefe in einer Bucht vor King William Island gefunden, die heute als Terror Bay bekannt ist.
Sieben Tage an Bord der „HMS Terror“
Unterwasserarchäologen verbrachten jetzt sieben Tage damit, das Wrack der „Terror“ zu erkunden. Bei ihren Tauchexpeditionen drangen sie erstmals in das Unterdeck des Schiffes vor – und fanden es erstaunlich gut erhalten.
Das Schiff liege aufrecht am Meeresboden, kein Anker sei ausgeworfen, berichtete Projektleiter Ryan Harris. Alles deute darauf hin, dass das Schiff unerwartet gesunken und „sehr, sehr schnell verlassen“ worden sei.
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Schlafkoje, Betten, Regale im Unterdeck
Die Forscher konnten mehr als 90 Prozent des Unterdecks untersuchen. Nur das Schlafquartier von Kapitän Francis Crozier blieb wegen einer verschlossenen Tür für die Taucher und einen Tauchroboter unerreichbar.
In Croziers Kabine stehen noch sein Schreibtisch und Kartenschränke sowie Kästen, die möglicherweise Aufzeichnungen oder sogar das Logbuch enthalten könnten. Dank der Sedimente im kalten Polarwasser und des geringen Sauerstoffgehalts bleibe organisches Material wie etwa Papier sehr gut erhalten, erklärten die Forscher.
„Schriftstücke könnten ein Licht darauf werfen, was passiert ist – die Chronologie der Ereignisse, wann sich die beiden Schiffe trennten und wie sie dahin kamen, wo sie schließlich verlassen gefunden wurden“, sagte Projektleiter Harris. Die Aussicht, die Geheimnisse um das Schicksal der „Terror“ zu lüften, sei „sehr spannend“. Die Forscher wollen ihre Untersuchungen im kommenden Sommer fortsetzen.
Aufnahmen aus dem Schiff zeigen unter anderem Betten und Tische, Regale mit Porzellan und Glasflaschen in der Offiziersmesse und Messgeräte.
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Schiffe blieben 1848 im Packeis stecken
Erst 14 Jahre nach dem Aufbruch der Schiffe zu der Polarexpedition fand die Besatzung eines von Franklins Witwe Lady Jane gecharterten Schiffes auf King William Island eine handgeschriebene Nachricht. Franklin und 23 Besatzungsmitglieder starben demnach bereits am 11. Juni 1847 unter nicht näher genannten Umständen.
Die Schiffe blieben dann offenbar am 22. April 1848 im Packeis stecken und wurden von den übrigen 105 Besatzungsmitgliedern zu Fuß über das Eis verlassen. Niemand überlebte. Die Untersuchung der später gefundenen Überreste einiger Expeditionsmitglieder deuten nach Angaben kanadischer Wissenschaftler darauf hin, dass sie an den Folgen von Kälte, Hunger und Bleivergiftung durch bleihaltige Konservendosen starben.